Mission: robust und dicht

Spezial - Bedienen und Beobachten

Panel – Eingabesysteme sind recht neu bei Hummel. Die Resonanz ist gut, und eines ist für die Anwender enorm wichtig, nämlich die sehr robuste und dichte Ausführung der Geräte.

13. November 2012

Heutzutage mit einem neuen Geschäftsbereich im Markt zu starten, ist nicht ganz ohne Risiko – zu umkämpft sind die meisten Segmente und die Claims abgesteckt. Trotzdem hat die Hummel AG aus Denzlingen bei Freiburg diese Herausforderung angenommen, als sie zur Hannover Messe 2012 Lösungen zur Eingabe und Visualisierung neu vorstellte.

Hummel entwickelt, produziert und vertreibt in seinem Produktbereich Eingabesysteme Touchpanels für industrielle Anwendungen. Dabei folgt der Spezialist für Elektrotechnik, Elektronik und Metallverarbeitung dem bekannten Designer-Motto »Form follows Function«.

Aber Mut und gute Vorbereitung können sich auszahlen. Viele Anwender aus dem Maschinen- und Anlagenbau wurden aufmerksam und die Präsentation verlief erfolgreich, denn die Industrie braucht bei Eingabesystemen Lösungen, die ihren ganz speziellen Anwendungen gerecht werden. Bei den Hummel-Touchpanels stehen die unterschiedlichen Interessen der jeweiligen Anwender sowie spezifische Branchenanforderungen ganz klar im Vordergrund.

Manchmal spielt jedoch auch die Ästhetik eine Rolle, in jedem Fall sollen HMI-Systeme den Menschen aber dabei unterstützen, dass er seine Aufgaben reibungslos, zügig und fehlerfrei erfüllen kann.

Jede Menge Anforderungen

Zwei Schlagwörter haben sich dabei herauskristallisiert, die die Touchpanels aus Denzlingen am besten umreißen und die bei der Mehrzahl der Anwender im Mittelpunkt des Interesses stehen: Die Geräte müssen hohe Werte in Robustheit und Dichtigkeit aufweisen. Aber wie schafft es ein Hersteller, diese Anforderungen zu erfüllen? Sie mögen simpel klingen, aber Fachleute wissen, wie viel Aufwand dahintersteckt. Es sind viele wichtige Details zu beachten.

Ein erster Punkt wird charakterisiert durch das Bild, wie ein Hammer auf ein Touchpanel einwirkt: Gerade im rauen industriellen Umfeld ist Schlagfestigkeit immer noch sehr gefragt. Das Gleiche gilt für den Schraubendreher, der ausrutscht: Auch eine hohe mechanische Beständigkeit, also zum Beispiel Kratzfestigkeit, gehört zum Repertoire.

Außerdem müssen die Geräte chemisch beständig sein, zum Beispiel gegen Reinigungsmittel, Öl, Schmiermittel, Hydraulikflüssigkeit oder auch Salzwasser. Das wird deutlich in Offshore-Anwendungen, aber auch andere raue Klimate wie in Wüsten oder im Eis dürfen den Panels nicht viel ausmachen – oder lange Aufenthalte am Point of Sale oder Point of Information. Wie viele Schaltvorgänge hält das Touchpanel dort und in industriellen Anwendungen generell durch, wie oft lassen sie sich betätigen? Bei alledem spielt auch die Dichtigkeit eine Rolle, darum liefert Hummel seine Geräte in IP69K aus.

Maßgeschneiderte Lösungen

Hummel konzentriert sich aber nicht nur auf Standardprodukte und hat vor allem maßgeschneiderte Lösungen im Blick. Vom Standardsystem bis zur High-End-Lösung gibt es industrielle Touchsysteme im Portfolio der Denzlinger. »Kundenspezifische Lösungen und Komplettpakete inklusive Steuerung und Verdrahtung im Elektronikgehäuse zählen zu unseren Stärken«, erläutert der Hummel-Vorstandsvorsitzende Fritz Zügel. »Wir sind dazu gut aufgestellt und alle Produkte werden im eigenen Haus entwickelt und produziert. Vom Sensor bis zum Touchpanel können wir alles bieten und das in der gewohnten Hummel-Qualität.«

Aber wie kann Hummel all die hohen Anforderungen erfüllen? Zu den Maßnahmen gehört zum Beispiel eine optisch gebondete Glasfront mit kapazitiver Touchtechnik auf LED-Backlight-Displays, die höchste Brillanz gewährleisten soll. Die integrierte PCT-Technik (Projected Capacitive Touch) macht es möglich, die Panels auch mit Handschuhen zu bedienen. Die Schlagfestigkeit der Klasse IK08 erreichen die Geräte schon bei geringen Glasstärken, ohne dabei den Bedienkomfort einzuschränken.

Mit den bewährten Kabelverschraubungen und Rundsteckverbindern von Hummel sind Dichtheitsklassen von IP67/IP69K oder NEMA 4X möglich. Damit eignen sich die Touchpanel auch für eine Behandlung mit dem Hochdruckreiniger. Für den Export sowie den Einsatz in explosiven Bereichen liefert Hummel die Touchpanels auf Wunsch auch mit UL- und EX-Zulassung.

Der integrierte lüfterlose Industrie-PC mit der neuen Intel-i-Core-Generation bietet ausreichend Rechenleistung und wird standardmäßig mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 8 ausgerüstet, das die Multitouch-Technologie unterstützt. Nach Absprache sind auch andere Betriebssysteme möglich. Als Schnittstellen zur übrigen Anlage bieten die Panels aus Südbaden alle gängigen Systeme wie beispielsweise USB oder Ethernet. Zudem kann der Anwender RFID- oder Barcode-Leser integrieren oder über einen USB-Port anschließen. Standardmäßig sind die Bedienpanel derzeit mit einer Bildschirmdiagonalen zwischen zwölf und 24 Zoll im Wide-Format lieferbar.

Zum Multitouchpanel-Programm von Hummel zählen die Ausführungen Design, Standard und Einbau. Die Geräte decken einen weiten Temperaturbereich von –20 bis 60 Grad Celsius ab, die Befestigung erfolgt über eine VESA-100-Standardbohrung. Die Design- und Einbau-Panel glänzen laut Hersteller durch die hohe Schutzart IP65 und IP69K, eine Schlagfestigkeit von IK08 und ihre Brilliance-Ausführung. Bei der Standardausführung ist diese optional, hier liegt die Schutzart bei IP20.

Erschienen in Ausgabe: 08/2012