Mit CAD auf Kiel gelegt

Bei der Papenburger Meyer Werft ersetzt Catia V6 das bis dahin verwendete V5. Die Werft verspricht sich dadurch weitere Fortschritte in ihrer Digitalisierungsstrategie.

26. Januar 2016

Die Meyer Werft, bekannt vor allem durch den Bau großer Kreuzfahrtschiffe, startet ab Januar 2016 ein Projekt zum Upgrade des CAD-Systems. Die friesischen Schiffsbauer wechseln von Catia V5 nach Catia V6 von Dassault Systèmes.

"Dass wir jetzt starten können, das neue System einzuführen, ist ein ganz wichtiger Schritt in unserer Digitalisierungsstrategie, mit der wir die Grundlagen für die konkrete Umsetzung von Industrie 4.0 im Schiffbau geschaffen haben", so Dr. Jan Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft. Insgesamt belaufen sich die Investitionen in diesem Projekt auf mehr als 30 Millionen Euro.

Die Investition in Catia V6 passt zu der Entscheidung, in ein neues Entwicklungszentrum am Standort Papenburg zu investieren. Erst im November 2015 wurde der Bau des neuen Zentrums begonnen, in dem zukünftig die komplexen Neubauten der Meyer Werft konstruiert werden sollen.

Rund 500 Konstrukteure und Ingenieure sollen dort nach Bauabschluss ihren Arbeitsplatz einnehmen – viele davon mit Catia V6. Durch das neue CAD-System und andere PLM-Applikationen von Dassault Systèmes soll sich demnächst der ganze Lebenszyklus bis zur Demontage planen lassen.

Der Schiffsbau ist von der Größe und Komplexität der Konstruktionen her die anspruchsvollste Aufgabe für CAD-Systeme. Mehr als 10 Millionen Einzelteile und Baugruppen muss die Werft für ein Kreuzfahrtschiff verarbeiten. Ein Airbus A 380 mit rund einer Million Teile und ein PKW mit etwa 10.000 Bauteilen sind dagegen vergleichsweise überschaubar.

In Papenburg entwickeln, konstruieren und bauen derzeit mehr als 3300 eigene Mitarbeiter und weitere 2000 Partnerfirmen jährlich zwei Kreuzfahrtschiffe. ln Rostock fertigen rund 500 Mitarbeiter zusammen mit ihren Partnerfirmen Flusskreuzfahrtschiffe, Gastanker und Fähren und die je rund 120 Meter langen Maschinenraummodule für die Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft. Bei Meyer Turku in Finnland arbeiten derzeit etwa 1400 Mitarbeiter und viele Partnerfirmen an neuen Kreuzfahrtschiffen und Fähren.