Mit dem Boom wachsen

Spezial Automation

Automatica – Auf der Automatica gibt es dieses Jahr sicher viel zu sehen: Angefeuert von den guten Ergebnissen in der Automatisierung werden die Aussteller den Besuchern wieder eine Vielzahl brandneuer Anlagen, Komponenten und Technologien präsentieren.

24. Mai 2018

Es ist ein gerades Jahr, also wieder Automatica in München. Angetrieben durch den Boom bei Robotern, Montage- und Handhabung sowie der fortschreitenden Automatisierung können sich die Veranstalter freuen: Schon weit im Vorfeld war fast alles ausgebucht. Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation, sieht enormes wirtschaftliches und gesellschaftliches Potenzial seiner Branche: »Der Zuwachs von 18 Prozent kommt nicht von ungefähr. Robotik und Automation sind die Triebfeder für die digitale, vernetzte Produktion mit höherer Produktivität und gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit.« Darum können Besucher auf der Messe Trendthemen wie digitale Transformation, Mensch-Roboter-Kollaboration und Servicerobotik intensiv erleben. Hybride Roboter, Cobots, Doppelarmroboter sowie neue Kinematiken machen den Weg frei für smarte Produktionskonzepte und sind überall zu finden.

Siemens ist bereit: »Auf der Automatica wollen wir aufzeigen, wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können. Weiterhin werden wir anhand konkreter Lösungsangebote die Integration von Robotik im Maschinenbau präsentieren«, sagt Ralf-Michael Franke, CEO Factory Automation bei Siemens.

Wie schnell heute wegweisende Entwicklungen den Weg von der Messe- in die Fabrikhalle finden, beweist Klara, ein kollaborativer Roboter von Universal Robots, der bei Audi ohne Schutzzaun Seite an Seite mit Menschen arbeitet. Damit setzt Audi erstmals im Stammwerk Ingolstadt einen MRK-Leichtbauroboter zum Klebstoffauftrag in der Endmontage ein.

Roboter sowie die Montage und Handhabung funktionieren bekannterweise aber nicht ohne Sensoren. Darum zeigt Sick solche mit dezentraler Rechenkapazität, die die digitale Vernetzung komplexer Montageprozesse möglich machen und damit entscheidend zu höherer Dynamik und Flexibilität beitragen. Künftig werden sich Montageprozesse so weitestgehend selbst steuern und anpassen.

Flankierende Maßnahmen zur Vertiefung sind wie immer Teil der Messe. Die Automatica ist zum ersten Mal Gastgeber des Automobil Produktion Kongresses. Er fokussiert die Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf die Fahrzeugproduktion. Wertvollen Know-how-Transfer bietet das Messe-Forum: Von der Vision bis hin zur konkreten Umsetzung in der Praxis spiegeln dort Vorträge und Diskussionen aktuelle Branchentrends und Zukunftsszenarien wider. Auf der weltweit führenden Robotikkonferenz International Symposium on Robotics (ISR) geben über 150 Vorträge Einblicke in topaktuelle Robotiktechnologien.

Sicher kollaborieren

Die Einhaltung strenger Sicherheitsanforderungen ist die Grundvoraussetzung zum Betrieb von Roboteranlagen in der Produktion. Schmersal zeigt darum ein vielfältiges, aufeinander abgestimmtes Programm an Sicherheitskomponenten und -systemen für Industrieroboter. Mit diesen Produkten können die unterschiedlichsten Roboterarbeitsplätze zuverlässig und effizient abgesichert werden, sodass der Mensch geschützt und gleichzeitig die Produktivität der Anlagen gesteigert wird.

Mit der hoch codierten RFID-Zuhaltung AZM20 in Kombination mit dem Bedienfeld BDF200-SD zum Beispiel lassen sich individuelle, anschlussfertige Sicherheitslösungen für die Schutztüren an Roboterarbeitsplätzen vormontieren. Der AZM 201 bietet dank RFID-Technologie, einen bedarfsgerechten Manipulationsschutz. Bei der D-Variante sind zwei Sicherheitsfunktionen mit einem Sicherheitsschaltgerät realisiert.

Der AZM201-D eignet sich für den Einrichtbetrieb von Roboterarbeitsplätzen. Dank des integrierten SD-Interface im BDF200-SD können auch die nicht-sicheren Diagnosesignale der angeschlossenen Befehls- und Meldegeräte über ein SD-Gateway an eine Steuerung übertragen werden. Die Status- und Diagnosemeldungen lassen sich für die vorbeugende Instandhaltung verwenden und tragen somit zur Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit bei.

Je nach Komplexität der Sicherheitskreise stellt Schmersal auch unterschiedliche Lösungen für die sichere Signalauswertung bereit. Für kleinere Roboteranlagen bieten sich die multifunktionalen Sicherheitsrelaisbausteine der Protect-SRB-E-Reihe an, die unterschiedliche Anwendungen abdecken und einfach zu konfigurieren sind.

Die neuen schräg verzahnten Lifgo-SVZ-Zahnstangengetriebe von Leantechnik sind sehr laufruhig, da die Kraftübertragung nicht wie bei einer Geradverzahnung plötzlich und auf der gesamten Zahnbreite einsetzt, sondern langsam ansteigt. Diese Laufeigenschaften senken die Geräuschentwicklung des Getriebes deutlich. Die Getriebe sind genauso robust wie die Standardausführungen und erreichen dieselben Werte im Hinblick auf Präzision und Hubgeschwindigkeit.

Leantechnik fertigt die neuen Getriebe in den drei Größen 5.1, 5.3 und 5.4, mit Hubkräften von 3.400, 14.400 und 22.600 Newton, sowie vier unterschiedlichen Ausführungen: Das Lifgo SVZ ist ein extrem belastbares Getriebe und erreicht auch bei hohen Geschwindigkeiten eine hohe Synchronität, das linear SVZ eignet sich besonders für lange Hub- und Verfahrwege, das doppel SVZ wurde für Greif- und Zentrierbewegungen konstruiert und das linear doppel SVZ für solche mit langen Verfahrwegen.

IEF-Werner präsentiert ausgereifte Lösungen, mit denen Betriebe Handhabungs-Prozesse wirtschaftlich und sicher gestalten können – von Servopressen bis zu Palettiersystemen für die Fertigung unter reinheitstechnischen Bedingungen.

Für schnelle und vollautomatische Pick-&-Place-Aufgaben gibt es verschiedene Antriebssysteme: Konstrukteure haben die Wahl zwischen einfachen Lineareinheiten zum Anbau an ihre eigenen Motoren bis hin zum mehrachsigen, komplett montierten Positioniersystem. Dazu gehört auch die Zahnriemenachse der Baureihe 160/15 G, die mit zwei unabhängig voneinander verfahrbaren Schlitten ausgestattet ist. Da beide Verfahreinheiten auf einer Achse sitzen, lässt sich eine schnelle und zugleich eine kompakte Anlage umsetzen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2018