Mit einem Griff verdrahtet

Anschlusstechnik – Reihenklemmen mit Push-In-Anschlusstechnik bieten viel Verdrahtungskomfort und hohe Kontaktqualität.

24. Juni 2009

Im Zeitalter der Globalisierung müssen Anlagenkonzepte wirtschaftlich und flexibel sein. Eine komplizierte Handhabung und ermüdendes Arbeiten kann heute niemand mehr gebrauchen. Die klassische Reihenklemmen-Verdrahtung ist zwar schon seit Jahren etabliert, dennoch schlummern in ihr noch weitere interessante Entwicklungsmöglichkeiten, um aktuellen Anschlusssystemen in puncto Wirtschaftlichkeit und Flexibilität nicht nachstehen zu müssen. Einer, der das Potenzial erkannt, genutzt und eine junge Generation mit neuen Eigenschaften auf den Markt gebracht hat, ist der in Blomberg ansässige Spezialist für Verbindungstechnik Phoenix Contact. PIT lautet der Name der jüngsten Generation. Dabei steht PIT für Push-In-verdichteten Terminals. Federanschluss-Systeme haben sich neben der universellen Schraubtechnik am Markt etabliert und liegen im Trend. Doch Feder ist nicht gleich Feder: Während die Zugfeder den Leiter von außen gegen den Strombalken zieht, presst die Druckfeder den Leiter gegen das stromführende Bauteil. Auch wenn anscheinend auf den ersten Blick kein gravierender Unterschied zu bemerken ist – das Druckfedersystem bietet dem Anwender große Vorteile in der Handhabung. Die besondere Federkontur ermöglicht eine direkte und werkzeuglose Verdrahtung von starren und flexiblen Leitern, die mit Aderendhülse oder ultraschallverdichteten Leiterenden vorkonfektioniert sind. Beim Einführen des Leiters in die Klemmstelle öffnet die Feder selbsttätig. Die Vorteile der Druckfeder, die sich bei der Leiterplatten- Anschlusstechnik als Standard etabliert hat, nutzt Phoenix Contact bereits seit über 30 Jahren.

PIT setzt neue Maßstäbe

PIT-Reihenklemmen basieren ebenfalls auf dem Druckfederprinzip, setzen aber neue Maßstäbe bei Bedienkomfort und Ergonomie. Bislang besaßen nur starre Leiter im Nennquerschnitt der Klemme eine ausreichende Materialsteifigkeit, um vergleichbare Produkte werkzeuglos und annähernd praxisgerecht zu verdrahten. PIT-Reihenklemmen hingegen arbeiten mit um 50 Prozent reduzierten Einsteckkräften. Durch das neuartige Klemmprinzip gelangen flexible Leiter mit Aderendhülse bereits ab 0,34 Quadratmillimeter direkt und ohne Werkzeug in die Klemmstelle. Hier handelt es sich um eine echte Direktsteckklemme, denn der Bedienkomfort ist erstmals vom Leitertyp unabhängig. Im Praxiseinsatz zeigen sich vor allem zwei Vorteile: Erstens reduziert die einfache Handhabung die Verdrahtungszeiten, und zweitens beugt die Ergonomie dem Ermüden bei der Arbeit vor.

Neue Applikationsfelder

Die Vorteile der Direktstecktechnik erschließen der Klemme neue Applikationsfelder, wie etwa die Sensorverdrahtung im Maschinen- und Anlagenbau. Wie die anderen Anschlusstechniken von Phoenix Contact ermöglicht auch PIT eine sichere, gasdichte und rüttelfeste Verbindung. Gelöst wird der Leiter durch Betätigung des integrierten Drückerelements. Die Oberfläche des Drückers ist dabei so beschaffen, dass die Betätigung mit jedem Schraubendreher beliebiger Antriebe – Minus, Plus, Pozi, Phillips oder anderer s p i t z e r Werkzeuge in unterschiedlichen Größen – erfolgen kann. Bereits der Druck einer Kugelschreibermine reicht aus, um den Leiter zu entriegeln. Der signalfarbene Drücker ermöglicht dabei eine eindeutige Identifizierung der Klemmstelle.

Bedienbereich und Leitereinführung sind bei PIT klar voneinander abgegrenzt, der Anwender findet je Klemmstelle nur eine einzige Position für die Leitereinführung. Von den zahlreichen Anschlusstechniken am Markt hebt sich PIT also auch dadurch ab, dass diese Technik in der Handhabung selbsterklärend ist. Verdrahtungsfehler durch Fehlstecken des Leiters sind so ausgeschlossen.

Sicherer Berührschutz

Als Vorteil für die Sicherheit erweist sich die vollisolierte Bedienung. Das Arbeiten unter Spannung widerspricht zwar den Normen und Unfallverhütungsvorschriften, kommt aber dennoch in der Praxis vor. Auch Mess- und Prüfvorgänge sowie Nachverdrahtungen während des laufenden Betriebs sind in der Praxis keine Seltenheit. Das PIT-Drückerelement ermöglicht einen sicheren Berührschutz und trennt die innen liegenden Kontaktelemente und das Bedienwerkzeug über den Isolierwerkstoff. Eine direkte Berührung zwischen Werkzeug und spannungsführenden Teilen ist somit ausgeschlossen. PIT nimmt starre oder feindrähtige Leiter von 0,14 bis 4 Quadratmillimeter auf. Nicht vorkonfektionierte feindrähtige Leiter können durch einfaches Betätigen des Drückerelementes angeschlossen werden. Der großzügig gestaltete Kabeleinführtrichter verhindert das Aufspleißen des Leiters. Ein integrierter Federanschlag schützt den Kontakt und begrenzt den Federweg zuverlässig. PIT ist in der Bauform kompakt und geradlinig, der Leiteranschluss erfolgt frontal. In der Klemmenmitte ermöglicht ein doppelter Funktionsschacht die Querverbindung der Potenziale mit Steckbrücken oder zu Prüfzwecken.

Einheitliches Zubehör

Die PIT-Reihenklemmen sind Bestandteil des Reihenklemmen-Programms »Clipline complete «. Wie die anderen Serien, Schraubanschluss, Zugfederanschluss, Schnellanschluss und Bolzenanschluss, nutzt PIT damit das gleiche umfassende Zubehör, wie etwa Steckbrücken, Prüfzubehör und Beschriftung. Das reduziert die Kosten für die Lagerhaltung erheblich. Die Kompatibilität der Systeme greift auch bei anderen Querschnittsbereichen. So können etwa Einspeisungen in 10, 16 und 35 Quadratmillimeter mit Schraub- oder Zugfederanschluss erfolgen und die Verteilung der Potenziale in Push-In-Technik oder Schnellanschlusstechnik. Die PIT-Produktfamilie erschließt den kompletten Nennquerschnittsbereich von 2,5 Quadratmillimeter. Neben den Standard- Durchgangsklemmen umfasst das Produktprogramm Mehrstockklemmen, Funktionsklemmen und steckbare Reihenklemmen. Auch die steckbaren Reihenklemmen vom Typ PIT Combi bieten viel Flexibilität.

Bei modularen Maschinenkonzepten haben steckbare elektrische Lösungen deutliche Vorteile bei Inbetriebnahme, Service und Transport einzelner Einheiten. PIT-Combi-Grundklemmen und -Stecker lassen sich individuell kombinieren, die benötigte Polzahl kann exakt auf die Applikation zugeschnitten und vertauschungssicher codiert werden. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber konventionellen Steckverbindern mit festen Polzahlen. PIT Combi ist mit 24 A/800 V sowohl für die Signal- als auch für die Leistungsverdrahtung geeignet. Erstmalig stehen mit den PIT-Steckern anrastbare Kabelgehäuse zur Verfügung. Die Kunststoffgehäuse für den robusten Einsatzfall besitzen eine integrierte Zugentlastung und einen flexiblen Knickschutz für unterschiedliche Kabeldurchmesser. Die Schutzgehäuse stehen durchgängig in den Polzahlen 2 bis 15 zur Verfügung.

Die Reihenklemmen aus der PIT-Serie setzen neue Maßstäbe im Bereich der Push-In- Technik. Der hohe Bedienkomfort sorgt für kurze Verdrahtungszeiten aller Leiterarten, und um 50 Prozent reduzierte Einsteckkräfte ermöglichen eine werkzeuglose Verdrahtung kleinster Leiter ohne Arbeitsermüdung. Die Handhabung ist durch integrierte Drückerelemente eindeutig, universell und fehlerresistent in der Anwendung. Das Produktspektrum gestaltet sich lückenlos und durchgängig kompatibel zum Reihenklemmensystem Clipline complete. Internationale Zulassungen ermöglichen überdies den Einsatz in allen Märkten und Branchen.

Reihenklemmen mit System

Das Reihenklemmen-Programm »Clipline complete« von Phoenix Contact ist ein durchgängiges Komponentenprogramm, das dem Steuerungs- und Anlagenbau eine hohe Flexibilität und Effizienz bietet. Die verschiedenen Anschlusstechniken sind kompatibel zueinander – jede Applikation kann so individuell und effizient zugeschnitten werden. Dadurch reduzieren sich auch die Kosten für die Lagerhaltung erheblich. Die Vorteile im Einzelnen:

- Fünf Anschlusstechniken: Schraub-, Zugfeder-, Push-In-, Schnell- und Bolzenanschluss

- Einheitliches Zubehörprogramm: unabhängig von der Anschlusstechnik kompatibel und universell einsetzbar

- Konturgleichheit im Funktionsschacht: Klemmen unterschiedlicher Nennquerschnitte lassen sich mit Reduzierbrücken verbinden

- Umfangreiches Prüfzubehör: unabhängig von der Anschlusstechnik universell einsetzbar - Doppelter Brückenschacht durchgängig über alle Reihenklemmen in einer Linie

- Großflächige Beschriftungsmöglichkeiten über alle Klemmengrößen in einer Linie

Gordon Busch, Phoenix Contact/aru

FAKTEN

- Phoenix Contact wurde 1923 in Essen gegründet und ist heute ein weltweiter Marktführer elektrischer Verbindungs-, elektronischer Interface- und industrieller Automatisierungstechnik mit mehr als 10.200 Mitarbeitern.

- Seine Unternehmenskultur lebt Phoenix Contact als klar formulierte Leitsätze und belegte in der Studie »Top-Arbeitgeber für Ingenieure 2009« den fünften Platz.

Erschienen in Ausgabe: 04/2009