Bereits 2015 zeigt Airbus seine erste Machbarkeitsstudie mit generativem Design: eine sogenannte bionische Trennwand. Diese stellt eine futuristische Version einer Trennwand dar, die den Passagierraum von der Bordküche des Flugzeugs trennt und dabei die Klappsitze für das Bordpersonal trägt.

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Die mit der Unterstützung von Autodesk überarbeitete Trennwand ist 45 Prozent leichter als herkömmliche Teile dieser Art, jedoch ebenso stabil – die Gewichtseinsparungen wirken sich darüber hinaus auch positiv auf die CO2-Bilanz der Flugzeuge aus. Airbus schätzt, durch den neuen Designansatz fast eine halbe Million Tonnen CO2 pro Jahr einsparen zu können, sollte das Element in die aktuell bestehenden Aufträge an A320 Flugzeugen eingebaut werden.

Nachdem die ursprünglich gewünschte Produktionsmethode mittels 3D-Metalldruck aufgrund verschiedener Faktoren wie den Materialanforderungen in der Luftfahrt nicht möglich war, untersuchte das zuständige Team alternative Herstellungsverfahren und entschied sich für einen Mix aus klassischer Gusstechnik und 3D-Druckverfahren: Airbus stellt zunächst eine 3D-gedruckte Gussform aus Plastik her und gießt das Bauteil anschließend in eine Legierung, die bereits für das Fliegen zugelassen ist. Die bionische Trennwand 2.0 ist genauso stabil und leicht wie ihr Vorgängermodell. Durch die Optimierungen kann sie sogar zu denselben Kosten hergestellt werden, wie das aktuell eingesetzte Bauteil.

„Heckflosse“ im neuen Design – Airbus testet neue Konstruktionsoptionen

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Airbus will außerdem das Seitenleitwerk (umgangssprachlich: Heckflosse) des A320 optmieren. Das Seitenleitwerk eines Flugzeugs hat die Funktion, für Richtungsstabilität zu sorgen und aerodynamische Ineffizienz zu reduzieren, die durch seitliche Bewegungen entstehen kann.

Mit dem generative Design-Ansatz von Autodesk kann Entwicklungsteam hunderte an Designalternativen durchspielen. Diese erfüllen allesamt die Anforderungen an das Seitenleitwerk bezüglich Steifheit, Stabilität und Masse, bieten aber gleichzeitig Vorteile in Bezug auf das Gewicht, das in der Luftfahrt eine wichtige Rolle spielt.

Generatives Design unterstützt bei der Planung einer „Produktionsstätte der Zukunft“

Airbus evaluiert zusätzlich, ob sich diese Technologie bei der Planung von zukünftigen Produktionshallen einsetzen lässt. Ziel ist es, die Montage von Triebwerken mit effizienteren logistischen Abläufen deutlich zu beschleunigen und damit auch die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen – und das in einer Produktionsstätte, die flexibel an aktuelle sowie künftige Anforderungen des Unternehmens angepasst werden kann.