Mit sehr viel Antrieb

Antriebstechnik

Kleinmotoren – Die Landung des Mars-Rovers »Curiosity« ging um die ganze Welt. Vielleicht findet er endlich den ersehnten Beweis für Leben auf dem roten Planeten? Gut unterwegs ist er jedenfalls – auch dank Motoren aus der Schweiz.

13. November 2012

Es war wie beim entscheidenden Tor bei der WM: Jubelnde Menschen fielen sich in die Arme – nur dass hier kein Fußball gespielt wurde: Hier landete soeben eine Marssonde und zu sehen war das Kontrollzentrum. Für manche mag das befremdlich sein, aber es zeigt, wie viel auf dem Spiel stand. Schließlich geht es um ein Multi-Milliarden-Dollar-Programm, schließlich geht um den geheimnisvollen Planeten Mars.

Ein halbes Jahr war die »Curiosity« zum Mars unterwegs, sieben spannende Minuten dauerte die Landung, die reibungslos verlief. Jetzt beginnt eine neue spannende Exkursion – denn anders als die Kollegen Opportunity und Spirit kann Curiosity auf seinen sechs Rädern nicht nur größere Distanzen zurücklegen, er kommt auch ohne Solarenergie aus, da eine Radionuklidbatterie jahrelang Energie liefern kann. Vorerst zwei Jahre soll der neue Rover den weitläufigen Gale-Krater auf dem Mars erkunden.

Gigantisch viel Technik steckt hinter der Mission der Sonde, die auf dem Mars nach Leben suchen soll. Gigantisch ist auch die Ausstattung: Mithilfe eines Gas-Chromatographen soll er organischen Verbindungen auf die Spur kommen und mit einem Spektrometer wird er die Zusammensetzung von Gesteinen analysieren, die er mit seinem zwei Meter langen Roboterarm einsammelt. Dank einer Neutronenquelle kann Curiosity zudem nach Wasserstoff im Boden suchen.

Die Encoder-Technologie stammt von Maxon Motor aus der Schweiz, und sie soll ihren Teil zur erfolgreichen Exkursion des Rovers beitragen. Die magnetischen Sensoren von Curiosity sind dabei auf den Antriebswellen montiert und für die Steuerung der Motoren verantwortlich. Außerdem haben die Entwickler von Maxon mit ihren Antriebssystemen dazu beigetragen, dass der 900 Kilogramm schwere Rover seine Mars-Mission erfolgreich durchführen kann. Der kleine Bruder Opportunity setzt währenddessen seine Reise auf dem Mars fort – seit über acht Jahren erkundet der Rover mit der Unterstützung von Maxon-Motoren den Mars.

Maxon-Produkte sind überall im Weltall und auf fernen Planeten zu finden, denn das Unternehmen ist auch an der SpaceX-Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) beteiligt. Bürstenlose EC-Motoren bewegen dabei zum Beispiel zwei Solarpanels, die sich für die Energieversorgung der Dragon-Kapsel immer nach der Sonne ausrichten mussten. Weitere Flüge zur ISS sind schon fest eingeplant, der nächste im September 2012. Im Jahre 2015 soll mit der Exomars-Mission ein weiterer Rover den Roten Planeten erkunden.

Auch der Mond ist in Sichtweite: Für das Chinese Lunar Exploration Program (CLEP), das 2013 einen Erkundungs-Rover zum Mond schickt, und mehrere in Erdnähe befindliche Forschungssatelliten liefert Maxon ebenfalls Antriebe. Der nächste Start eines solches Satelliten ist der des Sentinel 3, der im Jahr 2013 ins Weltall fliegt. Zum Beispiel steuern und sichern hier die Motoren des Schweizer Herstellers in einem eventuellen Notfall die Treibstoffventile.

Auf einen Blick

Maxon im Weltall

-MR-Encoder-Technologie und Antriebssysteme für den Mars-Rover Curiosity.

-Antriebstechnik für die Sonde Opportunity, die schon seit acht Jahren auf dem Mars unterwegs ist.

-Bürstenlose EC-Motoren für SpaceX-Mission zur ISS.

-Antriebe für ein chinesisches Mondprogramm und eine Reihe von Forschungssatelliten.

Erschienen in Ausgabe: 07/2012