Mit Vollgas auf und zu

Lineartechnik – Maschinentüren müssen schnell öffnen und schließen. Spezielle Führungen sorgen für die Reduzierung unproduktiver Nebenzeiten.

11. November 2008

Die Aufgabe einer Tür ist die Trennung zweier Räume. Maschinentüren müssen zudem noch leicht und schnell bedienbar sein. Der Berliner Maschinenverkleidungsspezialist Nico hat durch Verwendung innovativer Komponenten die Öffnungs- und Schließzeiten von Schiebe- und Hubtüren deutlich verringert. Maßgeblich für den Erfolg sind die tragfähigen und platzsparenden Laufrollenführungen der Baureihe Compact Rail von Rollon.

Gut aufgeschoben

In den schnellen Maschinentüren kommen Compact Rail-Laufrollenführungen mit T- und U-Profilen der Baugröße 43 und Läufern des Typs N zum Einsatz. Die Schienen bestehen aus Wälzlagerstahl mit induktiv gehärteten Laufflächen. U-Profile haben zwei flache, parallele Laufbahnen, die dem Läufer eine leichte seitliche Bewegungsfreiheit lassen. Häufig dienen sie als Stützlager der Aufnahme radialer Kräfte. T-Schienen als Führungsschienen bieten hohe lineare Genauigkeit und Steifigkeit gegenüber hohen Belastungen. Die N-Läufer haben einen Korpus aus Aluminium-Druckguss mit Köpfen und Stirnkappen aus Polyester. In der Baugröße 43 laufen drei Stahlrollen, die abwechselnd in Kontakt mit den Laufflächen sind.

Die Reihe Compact Rail trägt ihren Namen zu Recht. Ihre kompakte Bauform mit dem Läufer innerhalb der C-Profil-Schiene erlaubt die Aufnahme hoher Kräfte auf begrenztem Platz. Die Führungen sind für Geschwindigkeiten von bis zu neun Metern pro Sekunde konzipiert und sind bei vergleichbarer Belastung deutlich geräuschärmer als Systeme wie etwa Kugelumläufer. Der leise Betrieb ist eine bedienerfreundliche Eigenschaft, die sich bei den bestehenden Typen bereits bestätigt hat. Ein Abstreifersystem mit Selbstschmierfunktion der Läufer verlängert die Wartungsintervalle und macht die Systeme unempfindlich gegen Schmutz.

Sicherheit ein Muss

Intelligente Antriebe mit integrierten Sicherheitskonzepten sind in aller Munde. Bei den schnellen Türen muss die Steuerung auf das Annähern des Bedieners reagieren, erst verlangsamen und bei Unterschreiten einer bestimmten Distanz zuverlässig bremsen. Deshalb kommt der Sicherheitssensorik eine große Bedeutung zu. Die Signale erzeugt ein Laserscanner oder Lasergitter, die das Herantreten melden. Hinzu kommen ein seitlicher Hintertrittschutz und eine Lichtschranke vor der Tür. Der Bremsbefehl wird nach Signaleingang innerhalb von zehn Millisekunden eingeleitet – ein Drittel schneller als bei herkömmlichen Signalverarbeitungen. Ein reibungsloser Betrieb ist dann gewährleistet, wenn der Bediener ungestört arbeiten kann, ohne auf das Öffnen und Schließen der Türen Rücksicht nehmen zu müssen. Auf diese Weise werden Risiken minimiert und Anreize vermieden, die Sicherheitseinrichtungen der Maschinen zu umgehen.

Sparfaktor

Das entscheidende Kriterium für die Einsparpotenziale, die mit einer schnellen Maschinentür realisiert werden können, ist die Taktzeit der Maschine. Einfacher gesagt, je mehr Zyklen pro Stunde gefahren werden, desto größer sind die Einsparungen. Der wirtschaftlich sinnvollste Einsatz liegt bei Zykluszeiten von einer halben bis zwei Minuten. Wenn sich die Schließzeit von drei auf zwei Sekunden reduzieren lässt und die Öffnungszeit von drei auf sogar nur eine halbe Sekunde, da beim Öffnen weniger Bremszeit vorgesehen werden muss, ergibt sich im Zwei-Schicht-Betrieb mit 60 Zyklen pro Stunde eine jährliche Einsparung von mehr als 200 Stunden. Multipliziert mit einem Maschinenstundensatz, der im Allgemeinen zwischen 70 und 200 Euro liegt, ergibt sich die reale Einsparung.

In den Bereichen Laserschweißen, Formenbau oder Spritzguss werden zunehmend besonders kurze Taktzeiten von rund 30 Sekunden gefordert. Mit den schnellen Türen von Nico können Maschinen diese Forderungen leicht erfüllen – bei optimaler Sicherheit für den Bediener und den Prozess.

Klaus Hermes, Rollon/csc

Erschienen in Ausgabe: 08/2008