Mobil handhaben

Spezial: Hannover Messe

Greiftechnik – Der Fokus bei Schunk liegt diesmal auf mobilen Greifsystemen. Dies manifestiert sich in Form eines Leichtbauarms für autonome Assistenzroboter.

20. April 2016

Wie kann eine multifunktionale Handhabungslösung aussehen, die autonom im Umfeld des Menschen agiert? Durch intelligente Komponenten, die der Konstrukteur ganz einfach in seine Anlage einbauen kann. Schunk präsentiert dazu einen mobil einsetzbaren, anthropomorphen Greifarm, der sich intuitiv und virtuell programmieren lässt, optional auf Kollisionen reagieren soll und unmittelbar nacheinander unterschiedliche Greifoperationen ermöglicht.

Bei dem Greifarm handelt es sich um eine Kombination des Schunk-Powerball-Lightweight-Arms und der Fünffingerhand Schunk SVH. Die Inbetriebnahme ist mit allen gängigen Webbrowsern möglich. Hierfür stellt Schunk eine App zur Verfügung, die auf handelsüblichen Smartphones, Tablets und PC genutzt werden kann. Virtuelle Schieberegler und ein integrierter 3D-Viewer ermöglichen eine achsspezifische Programmierung. Optional kann der Arm mit einer integrierten, strombasierten Kraftregelung ausgestattet werden.

Um den Wechsel zwischen verschiedenen Einsatzorten zu beschleunigen, lassen sich komplette Prozeduren abspeichern, situationsabhängig aufrufen und innerhalb kürzester Zeit an das jeweilige Einsatzszenario anpassen. Dank 24-Volt-Technologie und vollständig integrierter Elektronik kann der Leichtbauarm mobil, beispielsweise auf fahrbaren Plattformen, genutzt und über Akku mit Energie versorgt werden. Hierfür sind weder ein zusätzlicher Schaltschrank noch ein PC erforderlich.

Präzise und leistungsdicht

Der Powerball-Lightweight-Arm LWA 4P verfügt über ein Eigenmasse-Traglast-Verhältnis von 2:1 und ist damit laut Schunk einer der leistungsdichtesten Leichtbauarme der Welt. Bei einem Eigengewicht von zwölf Kilogramm ohne Fuß ist er in der Lage, Lasten bis zu sechs Kilogramm dynamisch zu handhaben. Dabei deckt er einen Greifradius von ungefähr 700 Millimetern ab.

Weil das vordere Ende, also quasi das Handgelenk, kompakt baut, lässt sich der Arm auch in engen Räumen geschickt bewegen. Seine Wiederholgenauigkeit von ±0,15 Millimetern sorgt bei anspruchsvollen Mess- und Prüfaufgaben für eine hohe Prozessstabilität. Zudem verhindert eine ausgeklügelte Konstruktion, dass es zu riskanten Quetsch- und Scherbewegungen kommt. Damit kann der Arm im unmittelbaren Umfeld des Menschen agieren.

Da die Versorgungsleitungen für Greifer und Tools komplett im Inneren verlaufen, entfallen störende und fehleranfällige Kabel an der Peripherie. Ein konsequenter Leichtbau und Torquemotoren der neuesten Generation sollen für einen energieeffizienten Betrieb sorgen, der bei durchschnittlich 80 Watt liegen soll. mk

Auf einen Blick

- Schunk zeigt auf der Hannover Messe als Highlight einen neuen Leichtbauarm, der sich per App ganz einfach steuern und in Betrieb nehmen lässt.

- Der Leichtbauarm vermeidet Kollisionen selbstständig und arbeitet mehrere aufeinanderfolgende Operationen selbstständig ab. Er ist leistungsdicht und arbeitet zudem präzise.

Hannover Messe: Halle 2, Stand B01

Erschienen in Ausgabe: 03/2016