Neues Verfahren bringt 3D-Druck-Bauteile auf Hochglanz

Dank der Entwicklung einer neuen Finishing-Technologie kann FKM Sintertechnik nun die Oberflächen von Kunststoff-Formteilen aus dem 3D-Printing auf vielfache Weise veredeln. Das automatisierte Verfahren zielt primär auf das homogene Glätten und Versiegeln ab.

09. Juli 2019
Neues Verfahren bringt 3D-Druck-Bauteile auf Hochglanz
Sauberstrahlen eines PA6-Bauteils: Das Abstrahlen des 3D-geprinteten Formteils ist einer der letzten Prozessstufen der Produktion und zugleich einer der vorbereitenden Schritte für das Finishing im neuen Verfahren FKM Smooth von FKM Sintertechnik. (Bild: FKM Sintertechnik)

Mit seinem neuen Prozess FKM Smooth kann das Unternehmen eine Vielzahl verschiedener optischer und funktioneller Anforderungen an die Oberflächenqualität kleiner und großer 3D-Printing-Komponenten umsetzen. Die Oberflächen der Bauteile lassen sich damit auf Hochglanz bringen, glätten, egalisieren, mattieren, versiegeln und schützen sowie hinsichtlich ihrer Hygienefreundlichkeit, ihrer Permeabilität, ihrer Lebensmittelkonformität und ihrer mechanischen Festigkeit optimieren.

Daher eignet sich das neue Verfahren von FKM auch für besonders anspruchsvolle Funktionsbauteile mit sehr komplexen und filigranen Geometrien.

Automatisiert und maßhaltig

FKM betreibt seine neue Finishing-Technologie automatisiert in eigens dafür entwickelten Anlagen in seiner Lasersinter-Fabrik im oberhessischen Biedenkopf. Da deren Prozesskammern 700 x 380 x 580 mm groß sind, lassen sich darin auch Lasersinter-Bauteile von entsprechenden Dimensionen behandeln. Dem Verfahren liegt ein thermochemischer Prozess zugrunde, der keinerlei Einfluss auf die Maßhaltigkeit der Bauteile hat und sich sehr präzise regeln lässt. Das bedeutet, dass sich alle Oberflächen-Eigenschaften in ihrer Intensität sehr genau auf die gewünschte Zielsetzung abstimmen lassen: Hochglänzend oder matt schimmernd, aalglatt oder mit sanfter Rauheit, schwach oder stark permeabel, wasserabweisend oder nicht – alles kann graduell eingestellt werden. Im Bereich der mechanischen Eigenschaften lassen sich ebenfalls Verbesserungen erzielen; besonders signifikant bei der Zugfestigkeit. Und selbstverständlich können die für das Lasersintern typischen Up- und Downskins ausgeglichen werden.

Für fast alle Lasersinter-Polymere geeignet

FKM Smooth arbeitet rückstandfrei und lässt sich für alle üblichen Polymer-Werkstoffe verwenden, die auch sonst beim Lasersintern zum Einsatz kommen. Also beispielsweise für die verschiedenen Polyamide – auch solche mit Glas- und Aluminiumfüllung – sowie das häufig für flexible Bauteile genutzte TPU. Die einzige Ausnahme bildet PEEK.

Mit dem neuen Verfahren zum Oberflächen-Finishing von lasergesinterten Formteilen bietet FKM nicht nur den Designern im Bereich der Consumer-Produkte neue Möglichkeiten, sondern auch den Entwicklungsingenieuren und Konstrukteuren in Automobilbau, Fluidtechnik, Lebensmitteltechnik und vielen anderen Industriezweigen. Grundsätzlich profitieren alle jene Branchen von FKM Smooth, in denen Kunststoffteile über die Beschaffenheit ihrer Oberfläche mit weiteren funktionellen oder optischen Eigenschaften ausgestattet werden sollen.