Noch näher am Prozeß

Handbediengeräte - Die dezentrale Steuerung einer Anlage ist fast ein alter Hut. Besser als nur dezentral ist ›direkt‹. Denn wer mit eigenen Augen sieht, was mit seiner Maschine los ist, reagiert oft etwas schneller als der Beobachter aus der Ferne. Wie nutzen Hersteller von Handbediengeräten diesen Vorteil?

04. Juli 2005

Stationäre IPCs zum Bedienen und Beobachten von Anlagen und Maschinen werden immer häufiger durch mobile Handbediengeräte ergänzt oder sogar völlig ersetzt. Dies erweist sich vor allem bei großen Anlagen als vorteilhaft: Bedienung, Überwachung und Wartung erfolgen direkt an der Maschine so wird ein schnelles und sicheres Eingreifen in den Prozeß möglich.

Vorteil durch Ergonomie

Auch andere Aufgaben, vom Teach-in bei Robotern und Werkzeugmaschinen bis hin zur Prozeßvisualisierung, können mit Hilfe von Handbediengeräten gerätenah ausgeführt werden. Für den Einsatz spricht hierbei nicht zuletzt ihre bessere Bedienergonomie: Im Vergleich zu einer konventionellen Steuerung durch die Computermaus sind Elemente wie Tasten oder Handräder oftmals die bessere Wahl.

Die Baureihe HBG 20 der Sasse Elektronik GmbH ist für Anwendungen in industriellen Umgebungen konzipiert.

Die Handbediengeräte aus schlagfestem Kunststoff erreichen Schutzart IP 65 und können mit einer Magnethalterung direkt am Schaltschrank oder am Maschinenkorpus befestigt werden. In der Grundversion sind sie mit einem 3 x 3-Tastenfeld ausgestattet, auf dem Eingaben mittels LED angezeigt und quittiert werden. Die Tastenbelegung und -beschriftung erfolgt je nach den Kundenbedürfnissen. Ein dreistufiger Zustimmschalter sowie ein zweikanaliger Not-Aus-Schalter für die gesamte Anlage verhindern Fehleingaben und gewährleisten so die sichere Vor-Ort-Bedienung. Aufgrund des modularen Aufbaus der Bediengeräte lassen sich kundenspezifische Funktionserweiterungen, zum Beispiel optionale Drehwahlschalter oder ein Handrad mit magnetischer Rastung, leicht realisieren.

Die Geräte kommunizieren mit Standard-CNC-, Roboter- oder SPS-Steuerungen über binäre Schnittstellen oder über einen integrierten Profibus-DP-Knoten. Ein passives sowie verschiedene hot-plugfähige aktive Module, letztere mit integrierten Profibus-DP-Knoten und optionalen Repeatern, ermöglichen den Anschluß an den Prozeß.

Die Handbediengeräte PHMi werden zur Vor-Ort-Visualisierung, beispielsweise in Fertigungsstationen, eingesetzt, und zeigen Prozeßbilder und -daten im VGA-Format (800 x 600 Punkte) an. Die eigentliche Visualisierung läuft dabei auf einem zentralen Industrie-PC, der auch für die Anbindung an die SPS-Steuerung zuständig ist. Über den von Sasse entwickelten ›Videofeldbus‹ werden die Videosignale im LVDS-Format auf die vor Ort installierten hot-plugfähigen Fieldboxen verteilt, so daß überall dieselben Bildschirminformationen wie auf der zentralen Bedieneinheit zur Verfügung stehen. Die Signale können von einer Box zur nächsten über eine Entfernung von bis zu 30 m durchgeschleift werden; mit Repeatern läßt sich eine sternförmige Architektur aufbauen. Das PHMi ist mit einer Folientastatur mit 40 Kurzhubtasten sowie einem hintergrundbeleuchteten 8,4“-Monitor ausgestattet.

Das ergonomische Gehäuse der HMI-Einheit in Schutzart IP 65 ist für Rechts- und Linkshänder konzipiert. Die Personensicherheit garantiert ein dreistufiger Zustimmschalter.

Kontroll- und Steuerungsfunktionen in der Hand

»Gerade bei den vielfältigen Kontroll- und Steuerungsaufgaben in modernen Anlagen ist man mit mobilen Handbediengeräten näher am Prozeß das bedeutet sicherere Bedienung und bessere, intuitivere Kontrolle«, findet Rolf Varnholt, Marketing- und Vertriebsleiter der Sasse Elektronik GmbH, in Schwabach. Varnholt setzt auf die Modularität der Sasse-Lösung: »Der modulare Aufbau unserer B&B-Systeme erlaubt es dem Kunden, individuelle, an die Applikation angepaßte Lösungen zusammenzustellen und ermöglicht auch bei kleineren Stückzahlen ein günstiges Preis-LeistungsVerhältnis.«

Erschienen in Ausgabe: 05/2004