»Nur beste Referenzen«

Interview

Uwe Burk – Die 3D-CAD-Lösung SolidWorks wurde innerhalb weniger Jahre eine der erfolgreichsten Konstruktionslösungen für den Maschinenbau. Der neue Country Manager Central Europe von SolidWorks Deutschland erzählt, wie es dazu kam.

24. Februar 2009

Herr Burk, welche Bedeutung haben die drei farbigen Figuren im Solid- Works-Logo?

Die Figuren sind eine stilisierte Drei, das Branding von Dassault Systèmes. Die Buchstaben DS und die Farben entstammen der Corporate Identity von Dassault Systèmes und signalisieren, dass SolidWorks als Brand von Dassault Systèmes stärker in die Corporate Identity einbezogen ist.

Sie bieten mit SolidWorks 2009 eine professionelle 3D-CAD-Software an. Welches waren die Meilensteine bei deren Entwicklung?

Im Grunde war der größte Meilenstein schon die erste Version von SolidWorks als revolutionäre CAD- Lösung, die von jedem anwendbar ist und von jedem beherrscht werden kann. Über die Jahre sind viele leistungsfähige Merkmale dazu gekommen, sodass sich SolidWorks heute mit den früher als High- End-Systemen betitelten Systemen in allen Punkten messen kann. Besonders stolz sind wir auf die Speed-Pak-Technology, mit der wir extrem große Baugruppen handhaben können und die über Segmentierungen von Teilbaugruppen und intelligente Interfaces ein neues Strukturierungskonzept ermöglicht. Dennoch ist sie extrem einfach und schnell anwendbar.

Wie unterscheidet sich die aktuelle Solid- Works-Version von 3D-CAD-Anwendungen des Wettbewerbs?

Die Entwicklung der SolidWorks-Software ist grundsätzlich immer auf optimalen Eas-eof- Use ausgelegt gewesen, damit sie möglichst schnell angewendet werden kann. Die Lernphase und die Implementierungsphase von SolidWorks sind deshalb klassischerweise deutlich kürzer als bei Wettbewerbssystemen. Dadurch liefern wir einen wesentlich besseren Return-on-Investment.

Welche Services bietet SolidWorks Anwendern, die über eine klassische Hotline-Hilfe hinausgehen?

Zunächst haben wir das Hotline-Konzept im Bereich der Subscription-Services abgedeckt. Darüber hinaus gibt es ein erweitertes Service-Angebot für globale Kunden: Mit einem globalen Account-Management begleiten wir Unternehmen, die sich am Weltmarkt stärker ausdehnen müssen. Wir haben daneben ein effektives Partnerprogramm, das wir auf verschiedene Level aufgegliedert haben. Alle diese Partner können Zusatzlösungen, marktspezifische Lösungen und Branchenlösungen adaptieren. Durch unser extrem einfach anwendbares Interface können die Partner in sehr kurzer Zeit ihre Applikation adaptieren und sind dabei über die Standardisierung dieser Schnittstelle vor allem migrationssicher. Auch dies ist ein klarer Vorteil gegenüber Wettbewerbssystemen, wo erhebliche Migrationskosten entstehen, wenn spezifische Lösungen an neue Versionen oder Revisionen angepasst werden müssen.

Auf welche Weise ist Solid Works mit Dassault Systèmes verbunden?

Zunächst einmal ist SolidWorks eine hundertprozentige Tocher von Dassault Systèmes und damit direkt an die Konzernspitze angebunden. Unabhängig davon sind die Entwicklungsabteilung und die Operation von SolidWorks komplett eigenständig, das heißt, die Ergebnisverantwortung wird über Jeff Ray direkt an das Board von Dassault Système ausgeübt.

Entstehen durch diese Konstellation Synergien für SolidWorks?

Wir haben dennoch Synergieeffekte. Das sehen wir ganz besonders bei Produkten wie 3DVIA, das über die gesamte Dassault-Gruppe vertrieben wird. So auch über SolidWorks, speziell in integrierten Lösungen, die mit SolidWorks-Komponenten erstellt werden.

Wie schätzen Sie den Markt für CAD-Systeme in Deutschland und weltweit ein?

Statistiken zeigen, dass es weltweit noch etwa 2,4 Millionen Anwender von 2D-CAD-Systemen gibt. SolidWorks als klassisches 2DAblösesystem sieht hier natürlich erhebliches Potenzial. Andererseits sehen wir durch die Chancen, über einen schnellen Returnon-Investment und hohe Funktionalität auch die alteingesessenen High-End-Systeme abzulösen, natürlich auch einen Markt im Bereich der durch Legacy-Systeme besetzten 3D-CAD-Anwender.

Spürt SolidWorks die Wirtschaftskrise oder geht diese spurlos an Ihnen vorbei? Welche Maßnahmen werden ergriffen?

Wir spüren natürlich genau das, was unsere Kunden spüren. Viele Effekte zeigen uns, dass man in investiven Bereich natürlich zurückhaltend ist. Andererseits sehen wir in vielen Projekten, dass Unternehmen gerade jetzt über die Optimierung ihrer Prozesse nachdenken und genau in dieser Phase die Zeit nutzen, um neue Engineering-Lösungen zu implementieren. Sie optimieren ihre bisherigen Anwendungen oder wollen die neuen Technologien zusätzlich implementieren, die um SolidWorks herum gebaut sind. Klassische Beispiele sind die Erweiterung im Bereich Simulation oder auch der Einsatz von PDM-Systemen, der sich mit der neuen SolidWorks-Produktlinie sehr einfach umsetzen lässt. Bisher war eine klassische PDM-Implementation in der Regel sehr aufwendig. Wir haben da beste Referenzen, die zeigen, das wir erfolgreiche PDM-Lösungen mit einem Bruchteil des bisher notwendigen Aufwands umsetzen können.

Wie läuft bei SolidWorks der Weiterentwicklungsprozess ab? Bestimmen ihre Entwickler oder ihre Anwender die zukünftigen Features der Software?

Unser Entwicklungsplan erwartet eine starke Einbeziehung unserer Kunden. So gibt es für bestehende Kunden entsprechende Portale, wo wir Erweiterungswünsche aufnehmen, die in einer Community-Lösung analysiert werden. So können alle Anwender auch von den Ideen anderer Kunden partizipieren und wir können natürlich auch eine gewisse Priorisierung vornehmen. Das hat gerade für die Version 2009 viele Vorteile gebracht, gerade im User-Interface oder bei Technologien wie Speed-Pak. Natürlich gibt es noch Potenzial, das weiter zu optimieren, aber wir sehen uns hier auf einem guten Weg.

In welchen Bereichen oder Branchen möchten Sie künftig noch stärker wachsen?

Die meisten Marktanforderungen sehen wir darin, die Entwicklungsprozesse unserer Kunden weiter zu verbessern. Erreichen wollen wir das im Wesentlichen über zwei Wege: Zum einen über unser Simulationspaket und zum anderen über Lösungskomponenten zum Product Data Management, aus denen sich dann eine PLM-Lösung entwickeln lässt. Das schöne am Product Data Management ist, dass wir damit viele neue Bereiche adressieren, die nicht unmittelbar mit CAD verbunden sind. Stark unterstützt uns hier auch die Lösung 3DVIA, mit der sich die CAD-Daten automatisiert in Dokumente übernehmen lassen und auf diese Weise den Dokumentationsprozess erleichtert, der ja immer wichtiger wird für die Unternehmen.

Welche Ziele hat SolidWorks in den kommenden Jahren für den technischen Bereich?

Zunächst wollen wird das Produktspektrum noch weiter ausbauen. Wir werden hier jedoch nicht nur funktionale Erweiterungen bringen, die wie Speed-Pak am Markt eine völlig neue Richtung bringen, sondern auch beim CAD sehen wir noch viel Potenzial. Aber speziell durch neue Zusatzlösungen und auch durch nicht organisches Wachstum werden wir der SolidWorks-Community sicherlich weitere Fähigkeiten zukommen lassen.

Worin liegt das Geheimnis Ihres Erfolgs? Weshalb ist SolidWorks mit über 800.000 verkauften Lizenzen eine der beliebtesten 3D-CAD-Software am Markt?

Das Geheimnis des Erfolgs nennen uns unsere Kunden: SolidWorks lässt sich fast überall sehr schnell implementieren. Zudem haben wir haben ein sehr breites, einfach anzuwendendes Lösungsportfolio ohne Medienbrüche. Und wir sind extrem stabil, was die Migrationsfähigkeit anbelangt. Wir haben deshalb eine sehr treue Kundschaft: Es ist nicht notwendig, auch nicht nach zehn Jahren, über einen Neu-Invest nachzudenken, weil sich die Fähigkeit des Systems über die Subscription immer am oberen Ende der State-of-the-art-Funktionalitäten von CAD-Systemen bewegt. Zusammen mit der optimalen Anwendbarkeit macht sich SolidWorks deshalb einfach schnell bezahlt, und das rechnet sich natürlich auch für uns.

Die Fragen stellte Christoph Scholze

ZUR PERSON

- Uwe Burk ist Country Manager Central Europe bei SolidWorks Deutschland und in Haar bei München und leitet das operative Geschäft des 3D-CAD-Softwareherstellers in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei.

- Zu seinen Aufgaben zählen der weitere Ausbau der Vertriebs- und Marketingstrukturen sowie der Aufbau neuer und die Intensivierung bestehender strategischer Partnerschaften.

- Zuvor arbeitete der gebürtige Hesse bei der Siemens PLM GmbH als Director Transportation-Defense Germany & EADS Global. Von 2001 bis 2007 hatte Burk mehrere Positionen bei den PLM-Softwareherstellern UGS und EDS inne. Davor war er in Vertrieb und Entwicklung bei verschiedenen Unternehmen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2009