Oft langsam und teuer

Laut einer Studie der Managementberatung Staufen und des VDMA verfehlen fast vier von zehn Entwicklungsprojekte im Maschinen- und Anlagenbau die Vorgaben. Die Termine werden nicht eingehalten, die Kosten sind zu hoch, und auch bei der Qualität müssen die Entwickler manchmal Abstriche machen.

12. November 2015

38,4 Prozent aller Entwicklungsprojekte im Maschinen- und Anlagenbau erreichen ihre Projektziele nicht, so das Fazit einer Studie der Managementberatung Staufen und des VDMA. Die größten Probleme bestehen mit 83 % bei der Einhaltung des Liefertermins. Mit 59 Prozent der Verfehlungen kommt die Überschreitung der Herstellkosten ebenfalls häufig vor. Der Entwicklungsetat wird in 32 Prozent der Fälle überschritten.

Die Qualitätsanforderungen werden immerhin in 13 Prozent der Fälle nicht eingehalten, so das Ergebnis der Befragung, an der 138 Unternehmen der Branche teilnahmen. Der Maschinenbau lebt von seiner Innovativität, aber diese erkauft er sich sehr teuer durch viele kostenintensive Zusatzschleifen in der Entwicklung“, sagt Dr. Frank Bünting, Leiter Betriebswirtschaft beim VDMA.

„Wie unsere Befragung zeigt, entwickeln noch immer viele Unternehmen zu sehr aus dem Bauch heraus und zu unkoordiniert. Den Unternehmen fehlt die konsequente und systematische Steuerung von der Idee bis zur Produkteinführung“, so Studienleiter Dr. Andreas Romberg, bei der Staufen AG für den Bereich Lean Development verantwortlich. Dabei haben durchaus die weitaus meisten Unternehmen (81 Prozent) eine Strategie, die sich auch auf den Entwicklungsbereich erstreckt.

Oft behindert schon Zeitmangel die konsequente Umsetzung: 65 Prozent der Projektleiter werden wegen ihrer Leitungsaufgaben nicht von eigener Entwicklungstätigkeit freigestellt. Auch die übrigen Führungskräfte sind mit 93 % zu stark in das Tagesgeschäft und Task Forces eingebunden, um sich um strategische Aufgaben zu kümmern. Weitere Details und Handlungsempfehlungen vermittelt die 60-seitige Studie, die zum kostenlosen Download erhältlich ist.