Optimale Kombination

Branche Lebensmittel

Automatisierung – Für den Einsatz bei Lebensmitteln braucht es spezielles Know-how und viel Erfahrung. In einer Brauerei können robuste Messgeräte von Seli und die passenden Steckverbinder von Escha die harten Anforderungen voll erfüllen. von Michael Kleine

27. März 2015

Die eingesetzten Komponenten haben es in Anwendungen der Lebensmittelindustrie nicht leicht. Dort ist es oft feucht, neblig und heiß, Hochdruckreiniger und hartnäckige Reinigungsmittel sind im Dauereinsatz.

Solche Anforderungen sind ohne eine Spezialisierung nicht zu leisten. Darum konzentriert sich Frank Nimwegen mit seinem Unternehmen Seli Automatisierungstechnik auf den Bereich der Lebensmittelindustrie.

»Hier liegen meine Wurzeln. Und Branchenkenntnisse sowie profundes Wissen über hygienische Prozesse unserer Kunden sind der Grundstock unserer Arbeit. Derzeit gibt es in diesem Bereich kaum einen Anbieter mit mehr Know-how als wir«, ist sich der geschäftsführende Gesellschafter sicher. »Für mich war in der Automatisierung schon früh der Systemgedanke entscheidend, aber ich war mit den bestehenden Produkten nicht zufrieden. Statt ein Riesenportfolio zu bedienen, wollte ich über die technischen Möglichkeiten nachdenken.«

Schon vor 20 Jahren hat Seli erste hygienische Messgeräte selbst entwickelt, die in einem Netzwerk von Entwicklungs- und Produktionspartnern in Deutschland gefertigt werden.

Heute umfasst das Programm mehrere Baureihen für Parameter wie Druck, Temperatur oder Füllstand. Stark im Kommen sind auch komplette Geräte zur Analysenmesstechnik, wie Trübungs- und Leitfähigkeitsmessgeräte. »Das erfordert besonderes Know-how, und zum Teil sind diese Geräte weltweit einzigartig«, erklärt Frank Nimwegen.

Alles ist exakt auf das Marktsegment Lebensmittel zugeschnitten und modular aufgebaut. Gefordert sind absolut dichte Bauteile, eine hohe Beständigkeit der Werkstoffe, präzise Verarbeitung und die schnelle Auswertung zur Prozesskostenminimierung. »Kein Hersteller kann sich erlauben, dass seine zum Teil sehr kostspieligen Komponenten nicht einwandfrei arbeiten.«

Optimale Komponenten

Darum hat Frank Nimwegen schnell erkannt, dass er in seinen Systemen technisch hochwertige Bauteile benötigt. Beim Anschluss seiner Sensoren geht er keine Kompromisse ein und setzt auf Steckverbinder der Marke Escha. Das Unternehmen aus Halver freut sich über so viel Vertrauen. »Die Zusammenarbeit besteht schon seit vielen Jahren und Seli und Escha befruchten sich fortwährend durch die Anforderungen in besonderen Anwendungen«, sagt Tobias Hesping, der für Escha im Vertriebsaußendienst tätig ist und auch der Ansprechpartner für Seli ist.

Frank Nimwegen stimmt dem zu: »Wir haben Escha als Vorreiter bei Steckverbindern für Food & Beverage (F&B) gezielt angesprochen. Eine enge Zusammenarbeit ist wichtig, und wir teilen dazu auch unser Know-how aus anderen Bereichen. Sonst würde eine so spezielle Branchenorientierung wie die unsrige nicht funktionieren. Die Normen sind streng, und ohne alle gültigen Zertifizierungen brauchen wir sowieso nirgendwo aufzutauchen«, sagt Nimwegen.

Alles hängt heutzutage am sogenannten Hygienic Design. »Escha kann und will sich dem nicht entziehen«, sagt Thomas Korb, Leiter Produktmanagement. »Wir forschen unentwegt an neuen Lösungen für die Lebensmittelindustrie und stehen dabei in engstem Kontakt zu Kunden und Partnern. Unsere erste Steckverbinder-Generation namens ›F&B plus‹ ist aus einer intensiven Beschäftigung mit Themen wie Kabel oder Umspritzung entstanden sowie dem perfekten Zuschnitt auf F&B.«

Wichtig war dabei die Auswahl geeigneter Materialien, die den prozesstechnischen Anforderungen genügen und die Reinigung überstehen. »Dazu haben wir eigenes Know-how im Hause und arbeiten intensiv mit Kunststoffherstellern und Forschungseinrichtungen zusammen.«

Gerade hat Escha die zweite Generation seiner Steckverbinder im Hygenic Design auf den Markt gebracht. Thomas Korb: »Neben den Materialien war vor allem die Form entscheidend. Die ersten Modelle hatten noch Rillen, Ecken und Kanten. Mit Hilfe unserer Kunden ist dann eine optimale Gestaltung entstanden, die sich an den Vorgaben der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) orientiert. Die besonders glatten Oberflächen vermeiden das Anhaften von Schmutz, die Entstehung von Schmutznestern und gewähren eine rückstandslose Reinigung.«

Die Steckverbinder bestehen aus FDA-konformen Materialien: V4A-Edelstahl für die Überwurfmuttern und -schrauben sowie PP für Umspritzung und Leitungen. Die Kunststoffe sind resistent gegenüber Ecolab-zertifizierten Reinigungsmitteln. Alle dichtenden und optischen Eigenschaften der Steckverbinder bleiben dadurch langfristig erhalten – bei Temperaturen von 40 bis 105 Grad Celsius.

Ein Impuls von Seli bestand darin, die F&B-Steckverbinder fünfpolig auszulegen – wegen der Flut von Informationen, die heute in der Ein- und Ausgangssituation hygienischer Messtechnik zu verarbeiten sind. In Zukunft setzt Frank Nimwegen bei sich und den Anwendern auf fünf Adern: »Das minimiert die Lagerhaltung und erhöht die Verfügbarkeit.«

Escha geht diesen Weg mit, musste dazu aber die Geometrie des Steckverbinders ändern und die schmal auslaufende Kontur an die Leitung mit größerem Durchmesser anpassen. »Dazu haben wir in Werkzeuge investiert und die Fertigung angepasst«, sagt Thomas Korb. »Aber wir sehen ganz klar den Trend zu mehrpoligen Steckverbindern, und der Markt ist lohnenswert.«

In der Praxis bewährt

Gleich um die Ecke können beide Anbieter ihre Produkte unter Beweis stellen: Die Brauerei Rolinck in Steinfurt, Teil der Krombacher-Gruppe, arbeitet schon lange mit der Kombination von Seli und Escha. Für Frank Nimwegen sind Brauereien mit dem hohen Automatisierungsgrad eine große Herausforderung an Know-how und Technik.

In der Braustätte wird diese Einschätzung sofort bestätigt: Bier ist ein Lebensmittel, aber auch eine hochtechnische Angelegenheit. Besonders die Elektrik wird stark beansprucht. Darum muss sich Matthias Wallkötter, Leiter der Betriebselektrik bei Rolinck, auf die eingesetzten Komponenten verlassen können: »Ich bin überzeugt von der Qualität der Produkte von Seli und Escha. Abgesehen von der hohen technischen Funktionalität haben wir vor allem keine Ausfälle zu beklagen, und das ist bei der starken Beanspruchung in Filterkeller, Abfüllung oder Gärkeller nicht selbstverständlich. Ein wichtiger Knackpunkt ist die Reinigung, denn die Komponenten liegen auch mal für längere Zeit unter einem hartnäckigen Schaum begraben.«

Das kann man an einem Trübungsmessgerät am Kieselgurfilter gut erkennen. Es ist ständig mit Kondenswasser bedeckt; es herrscht eine feuchte, neblige Atmosphäre. Aber diese sowie viele andere Messstellen auf dem Gelände arbeiten dank Seli und Escha zuverlässig.

Auf einen Blick

- Seli entwickelt und produziert mit 30 Mitarbeitern Mess- und Regeltechnik, bietet technischen Support und Seminare.

- Seit 30 Jahren entwickelt, fertigt und vermarktet Escha qualitativ hochwertige Steckverbinder- und Gehäusetechnik.

Erschienen in Ausgabe: 02/2015