Optimertes Gleiten

Gleit- und Wälzlager

Gleitlager – Das weltweite Angebot der Gleitlagerhersteller wird schnell unübersichtlich. Ein neues Serviceangebot ermöglicht jetzt die anwendungsgerechte und herstellerunabhängige Optimierung der Gleitlager nach Bauart, Werkstoff und Schmierung.

28. Mai 2014

Zu den vielseitigsten Komponenten im Maschinenbau zählen Gleitlager für die Führung gegeneinander beweglicher Bauteile, die im direkten Kontakt miteinander stehen. Die geräuscharmen, robusten und kompakten Maschinenelemente werden in nahezu jeder Branche eingesetzt, vom Schwermaschinenbau über die Automobilindustrie bis zur Lebensmitteltechnik.

Eine Herausforderung für Konstrukteure beim Einsatz von Gleitlagern ist jedoch deren große Vielzahl von unterschiedlichen Ausführungen. So bietet der Markt neben Gleitlagern aus Eisen, Bronze oder Legierungen auf Basis von Weißmetallen, Kupfer oder Aluminium auch gerollte Verbund-Gleitlager bestehend aus einem Träger aus Bronze, Edelstahl oder verkupfertem bzw. verzinntem Stahl, einer Zwischenschicht aus Sinterbronze sowie einer Gleitfläche, deren Werkstoff entsprechend der jeweils gewünschten Funktion ausgewählt werden muss.

Gleitschichten aus PTFE zum Beispiel bieten gute mechanische Gleit- und Schmiereigenschaften in einem weiten Einsatztemperaturbereich. In Kombination mit Glas- oder Kohlefasern lassen sich außerdem Kaltflusseigenschaften, das Reibungs- und Verschleißverhalten sowie die Härte und Druckfestigkeit verbessern.

Alternative Beschichtungen der Gleitflächen mit POM (Acetalharz), Fluor-Polymeren oder einem Gemisch aus PEEK (Polyetheretherketon) und Carbon ermöglichen die Konstruktion von langlebigen wirtschaftlichen Gleitlagerungen. Außerdem werden Kunststofflager in verschiedenen Varianten und Ausführungen angeboten.

Große Vielfalt

Auch bei der Befettung gibt es zahlreiche Optionen: Beispielsweise lässt sich bei einer Ölschmierung durch die Zugabe von Graphit oder Molybdändisulfid die Haftfähigkeit erhöhen und die Gleitfläche glätten. Selbstschmierende massive Sinterlager erlauben zudem eine Tränkung des porösen Sinterwerkstoffs mit flüssigen oder Festschmierstoffen und ermöglichen so einen wartungsfreien Betrieb über die gesamte Lebensdauer des Lagers. Auch Trockenschmierungen sind über Beschichtungen mit PTFE bzw. einen Zusatz von Teflon oder Graphit möglich.

Hilfe bei der Suche der optimalen Lösung in diesem unübersichtlichen Produktspektrum leistet jetzt die Findling Wälzlager GmbH aus Karlsruhe: Das Unternehmen bietet unter dem Kürzel ABEG ein umfassendes Dienstleistungskonzept, das eine gezielte Auswahl aus dem weltweiten Angebot der Gleitlagertechnik nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien ermöglicht. Die ganzheitliche Lösung liefert so eine herstellerunabhängige Darstellung des Gesamtangebots, mit der sich zielsicher die individuell beste Lösung finden lässt.

Als Optimierungswerkzeug macht das ABEG-Konzept die unterschiedlichen Leistungs- und Preislevel schnell transparent und stellt damit sicher, dass Auslegung und Konstruktion von vornherein unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen können. Zudem hilft eine genaue Analyse beim Anwender, verborgene Kostenfaktoren aufzudecken, wie beispielsweise eine Überdimensionierung.

Die Lager werden dazu nach höchsten Anforderungen geprüft und in die vier Leistungsklassen Easy, Eco, Supra und Premium eingeordnet. Die Bewertung zur Eingruppierung erfolgt dabei nach den Kategorien Leistung und technische Merkmale, Herstellungstechnologie, Toleranzen, Material, Gleitschicht, Schmierung sowie Qualitätssicherung.

Das Lieferportfolio des Unternehmens umfasst die gesamte Bandbreite der Gleitlagertechnik: So sind zerspante oder gerollte Modelle ebenso verfügbar wie massive Sinterlager in den unterschiedlichsten Ausführungen und Werkstoffen. Die Gleitlager sind als Zylinderbuchsen mit einem Innendurchmesser von drei bis 300 Millimeter und als Bundbuchsen mit einem Innendurchmesser von drei bis 60 Millimeter sowie als Anlaufscheiben und Streifen erhältlich.

Bewährte Klassifizierung

Bisher bediente das Unternehmen ausschließlich den Bereich der Wälzlagertechnik, erzählt Geschäftsführer Klaus Findling und ergänzt: »Mit der Aufnahme von Gleitlagern in unser Sortiment decken wir nun die kritischsten Maschinenelemente komplett ab. Denn auch im Gleitlagermarkt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, Materialien und Ausführungen, und für Einkäufer wie Techniker ist es nur begrenzt möglich, den Überblick über technische wie wirtschaftliche Entwicklungen zu behalten. Mit ABEG ermöglichen wir den Kunden, Angebote im Detail zu vergleichen und die individuell beste Lösung zu finden.«

Eigener Prüfstand

Grundlage der Klassifizierung sind jedoch nicht nur theoretische technische Angaben der verschiedenen Hersteller, sondern Tests der angebotenen Produkte selbst unter realen Bedingungen. Das Unternehmen habe dafür eigens einen speziellen Prüfstand entwickelt, erzählt Findling und ergänzt: »Unser Prüfstand kann kundenindividuelle Szenarien und Betriebsbedingungen abbilden und untersucht auch Kriterien wie Einlaufverhalten, Grenzgleitgeschwindigkeit, Ölaufnahmefähigkeit, Temperaturstabilität und Reibmomente.«

Am Ende steht unter anderem eine zuverlässige, statistisch belegbare Aussage darüber, wie viele Stunden ein Gleitlager unter bestimmten Betriebsbedingungen seine Leistungsfähigkeit behält und wann erste Ermüdungserscheinungen auftreten. Um die Reproduzierbarkeit der Lagerleistung zu dokumentieren, führt Findling kontinuierliche Testreihen durch und verfügt damit jederzeit über einen Ist-Wert für die Leistungsfähigkeit eines jeden Herstellers. Dieses Vorgehen sichert gleichbleibend hohe Qualitätsstandards über alle Leistungsklassen hinweg.

Zum Service von Findling gehört zudem die wirtschaftliche Beschaffung von wenig gefragten Sonderlagern aus einem weltweiten Netzwerk von Herstellern. Neben dieser großen Auswahl an klassifizierten Gleitlagern entwickelt das Unternehmen außerdem auf Kundenwunsch auch anwendungsbezogene Sonderlager, bei denen unzählige Kombinationsmöglichkeiten möglich sind, von angepassten Werkstoffen im Sinterpulver über eine veränderte Porosität bis zu optimierten Gleitschichten und verschiedenen Werkstoffpaarungen im Falle der Verbundgleitlager.bt z

Die Findling Wälzlager GmbH in Karlsruhe ist spezialisiert auf die Beschaffung maßgeschneiderter Gleit- und Wälzlager verschiedener Hersteller.

zGrundlage des Services ist die Analyse des weltweiten Lager-Angebots und dessen Einteilung in vier Leistungsklassen.

Auf einen Blick

- Die Findling Wälzlager GmbH in Karlsruhe ist spezialisiert auf die Beschaffung maßgeschneiderter

Gleit- und Wälzlager verschiedener Hersteller.

- Grundlage des Services ist die Analyse des weltweiten Lagerangebots und dessen Einteilung in vier Leistungsklassen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2014