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Messe – Auf der Premiere der Messe Formnext in Frankfurt zeigen Aussteller die großen Wachstumspotenziale durch das Zusammenspiel von 3D-Druck und konventioneller Fertigung.

17. September 2015

Der Werkzeug- und Formenbau steht vor einer Zerreißprobe. Einerseits gibt es die konventionellen Verfahren mit einer langen Tradition und andererseits etablieren sich die sogenannten additiven Technologien mit dem 3D-Druck als Speerspitze. Das und wie sich diese beiden Verfahren verbinden lassen, will die neue Messe Formnext zeigen, die 17. bis 20. November 2015 in Frankfurt am Main stattfindet.

Dort treffen sich von nun an jährlich Aussteller aus den additiven Technologien, dem Werkzeug- und Formenbau und anderen Bereichen der Produktentwicklung und -herstellung. Die Formnext bildet ab, wie sich die Prozesskette von einer Produktidee bis zu dessen Produktion entwickelt. Nach Aussagen der Veranstalter TCT und Mesago soll die Messe ein Innovationstreiber für Produktentwicklung und Herstellung werden und die großen Potenziale aufzeigen, die die Kombination der Technologien für aktuelle und künftige Entwicklungen darstellt.

Die aktuellen Entwicklungen der Aussteller bestätigen die enorme Dynamik, die im Markt herrscht und die die Messe bieten kann. 3D-Druck-Anbieter Stratasys zum Beispiel bekennt sich deutlich und unübersehbar zur Formnext. »Wir zeigen uns hier mit dem größten Stand, mit dem wir jemals auf einer Messe in Europa waren«, sagt Andy Middleton, Geschäftsführer EMEA von Stratasys. Ein Grund dafür sei, dass die aktuellen thematischen Entwicklungen im Bereich der additiven Fertigung sehr passend aufgegriffen werden. »Die industrielle Anwendung hat sich zum Schwerpunkt unserer Geschäftstätigkeit entwickelt«, sagt Andy Middleton weiter.

Es gehe nicht mehr nur um neue technologische Entwicklungen, sondern um die Frage, wie sich additiven Technologien in die Produktion von Branchen wie dem Automobilbau oder der Luftfahrt integrieren lassen. »Um das zu zeigen, ist die Formnext eine hervorragende Plattform.« Neben dem Prototyping legt Stratasys einen zusätzlichen Schwerpunkt auf das Thema Fertigung.

Spritzgussspezialist Arburg zeigt auf der neuen Messe das 2015 weltweit auf den Markt gebrachte Fertigungssystem Freeformer. »Wir sehen große Potenziale für das Zusammenspiel aus Spritzgießen und industrieller additiver Fertigung und verzeichnen einen klaren Trend hin zu variantenreichen Kleinserien und kleinen Stückzahlen bis hin zu Losgröße 1«, berichtet Heinz Gaub, Geschäftsführer Technik bei Arburg. »Dadurch ist es möglich, Kunststoffteile effizient und kostengünstig in Serie zu fertigen und in einem weiteren additiven Fertigungsschritt kundenspezifisch in kleinen Losgrößen zu individualisieren. Wir können individuelle Kundenwünsche auf diese Weise direkt in eine zum Ende hin personalisierte Wertschöpfungskette integrieren.«

In der Fertigung angekommen

EOS ist einer der größten Anbieter für 3D-Druck und additive Fertigung. Deren Technologie wird mittlerweile nicht mehr nur im Prototypenbau eingesetzt, sondern bedient auch zunehmend immer mehr Fertigungsanwendungen. Dazu Claudia Jordan von der Unternehmenskommunikation bei EOS: »In diesem Umfeld kann es einerseits darum gehen, dass die additive Fertigung dort ansetzt, wo konventionelle Verfahren in puncto Umsetzbarkeit an ihre Grenzen stoßen. Andererseits wird – je nach Anwendung – jedoch auch die Integration additiver Fertigungsverfahren in bestehende konventionelle Produktionsumgebungen oder auch die Kombination beider Herangehensweisen immer mehr an Bedeutung gewinnen.«

Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung ist für EOS die Kooperation mit GF Machining Solutions im Bereich Werkzeugbau. Diese Entwicklung wird neben der Präsentation eines neuen Systems und Monitoring-Lösungen für die Qualitätssicherung im Bauprozess ein wichtiges Thema beim Auftritt auf der Formnext 2015 sein. mk

Erschienen in Ausgabe: 07/2015