Parallel berechnet

Entwicklungssystem – Hohe Leistung durch parallele Programmierung bietet NI LabView Version 8.6, die Systemdesignplattform für Mess-, Prüf-, Steuer- und Regelanwendungen.

17. Oktober 2008

Mit LabView 8.6 stellt National Instruments die neueste Version seiner grafischen Systemdesignplattform für Mess-, Prüf-, Steuer- und Regelanwendungen sowie die Entwicklung von Embedded- Systemen vor. Sie bietet neue Werkzeuge, mit denen Anwender modernste Techniken, wie Multicore-Prozessor, Field-Programmable-Gate-Arrays (FPGAs) und Wireless-Kommunikation optimal nutzen können.

Mussten Anwender früher mit verschiedenen Werkzeugen arbeiten, die eigentlich nicht auf eine parallele Programmierung ausgelegt waren, steht mit der grafischen Programmiersprache eine durchgängige Programmierplattform zur Verfügung.

Multicore treibt an

Durch automatische Unterstützung mehrerer Prozessorkerne können Anwender den Durchsatz von Prüf-, Steuer- und Regelsystemen deutlich erhöhen, die Entwicklungszeit von leistungsstarken FPGA-basierten Steuer-, Regel- und Embedded-Prototyping-Anwendungen verkürzen und verteilte Messsysteme für die dezentrale Datenerfassung einfach realisieren. Die aktuelle LabView Version erweitert die in die Programmierplattform integrierte Multithreading- Technologie durch die Optimierung einer Vielzahl von Funktionen für den Einsatz auf Multicore-Prozessoren und ermöglicht so die Ausnutzung der vollen Rechenleistung. So können große Mengen an Messdaten in kurzer Zeit verarbeitet werden und man wird den Herausforderungen anspruchsvoller Steuer- und Regelanwendungen gerecht.

Optimierte Funktion

Auch Bildverarbeitungsanwendungen profitieren von der Multicore- Unterstützung. Das NI Vision Development Module 8.6 bietet innovative Bildverarbeitungsfunktionen, die die Daten automatisch auf mehrere Prozessorkerne verteilt und parallel verarbeitet. Dank der für die Multicore-Technologie optimierten Funktionen und des NI Modulation Toolkit ist es möglich, ATE-Anwendungen zu realisieren, mit denen Wireless-Geräte bis zu viermal schneller getestet werden können als bisher. Entwicklungen von Steuer- und Regelsystemen sind auf Basis des Control-Design-and-Simulation- Moduls durch die parallele Ausführung von Simulationsmodellen sogar bis fünfmal schneller. Darüber hinaus lassen sich parallele Codeabschnitte mittels der neuen Funktion zum Aufräumen von LabView-Diagrammen leichter identifizieren.

Das intuitive Datenflussparadigma von LabView ermöglicht es, mit dem LabView FPGA Modul und FPGA-basierter Hardware wie NI CompactRIO Mess-, Steuer- und Regelsysteme individuell anzupassen. Dieselbe Technologie bietet auch für Anwendungen wie Halbleitervalidierung und anspruchsvolle Maschinensteuerung genügend Leistung. Anwendern ohne Erfahrung in Low-Level-Hardwarebeschreibungssprachen oder im Design auf Hardwareebene erleichtert LabView 8.6 weiterhin den Einsatz von FPGAs.

Die Entwicklung von Anwendungen, die auf FPGA-basierten Systemen des Typs CompactRIO aufgebaut sind, wird durch eine neu eingeführte Scan Engine erleichtert. Darüber hinaus reduzieren neue Simulationsfunktionen die Anzahl der zeitraubenden Kompilierungen, indem sie die FPGA-Anwendung bereits auf dem Desktop validieren. LabView 8.6 bietet des Weiteren neue Funktionen für die Onboard-Verarbeitung, darunter den Funktionsblock für die Fast- Fourier-Transformation zur Auslagerung der Spektrumanalyse auf dem FPGA. Dies erhöht die Leistung von Anwendungen wie Maschinenzustandsüberwachung und RF-Test. Auch der CLIP-Knoten für den Import bestehender oder Drittanbieter- Funktionsblöcke in LabView FPGA ist neu und öffnet die LabView-Plattform noch weiter.

Drahtlose Erfassung

Mithilfe moderner Wireless-Techologie ermöglicht LabView 8.6 die Datenerfassung in Anwendungsbereichen wie der Umgebungs- und Strukturüberwachung. Da schon über 20 Wireless-Sensoren von Drittherstellern unterstützt werden, vereinfacht LabView 8.6 auch die Programmierung verteilter Messsysteme. Die Konfiguration von Datenerfassungsanwendungen für die Wireless-Datenerfassungshardware von NI erfolgt ohne dass Programmcodeänderungen notwendig sind. Zudem unterstützen neue 3D-Darstellungswerkzeuge bei der Integration dezentraler Messungen in Designmodelle und beschleunigen die Designvalidierung so erheblich.

Always on

Ständige Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Personen und Systemen ist heutzutage unumgänglich. Deshalb müssen Anwender via Internet von jedem beliebigen Ort aus über sogenannte Web-Enabled Devices mit ihren Systemen interagieren können. Mithilfe von LabView 8.6 können Anwendungen jetzt in Webdienste auf Desktop- und Echtzeithardware umgewandelt werden, sodass Nutzer von Web-Enabled-Devices wie Smart Phones und PCs darauf zugreifen können. Somit ist es möglich, mit gängigen Webtechnologien wie HTML, JavaScript und Flash dezentrale Benutzeroberflächen für LabView-Anwendungen zu erstellen.

Erschienen in Ausgabe: 07/2008