Passt wie spritzgegossen

Neues Spezialpolyamid zum Dichtumspritzen

27. September 2007

Die BASF hat einen neuen technischen Kunststoff entwickelt, mit dem sich die Gefahr von Fehlfunktionen elektronischer Bauteile durch den Kontakt mit Feuchtigkeit oder Öl deutlich verringert. Die Leiterbahnen dieser Bauteile lassen sich einfach und dicht mit dem Kunststoff umspritzen. Das neue Material ist ein transparentes unverstärktes Copolyamid (PA) und heißt Ultramid® Seal-Fit. Es zeichnet sich durch eine sehr gute Haftung zu Metallen auf der einen und Kunststoffen wie Ultramid (PA) und Ultradur® (PBT) auf der anderen Seite aus. Das speziell für das Dichtumspritzen von Metalleinlegern entwickelte Produkt erlaubt so den optimalen Verbund im Bauteil. Viele erfolgreiche Bemusterungen haben bereits stattgefunden und erste Serienanwendungen sind in der Planung. Das Material steht ab sofort in kommerziellen Mengen zur Ver-fügung.

Spritzguss statt Verkleben oder Vorlackieren

Bisher hatte die begrenzte Haftung von Gehäusekunststoff und Metall sowie die unterschiedliche Wärmeausdehnung der beiden Werkstoffe ein wirklich dichtes Umschließen von Leiterbahnen erschwert. Aufwändige Abdichtungsverfahren mit Silikonklebern, Hotmelts, Imprägnierung oder Metall-Vorlackierung waren notwendig. Durch Ultramid Seal-Fit steht nun eine maßgeschneiderte technische Lösung zur Verfügung, die sich vollständig in der Spritzguss-Technik realisieren lässt.

Dichtumspritzen: Abdichten durch Spritzguss in zwei Schritten

Im ersten Schritt wird der Metalleinleger mit dem neuen Kunststoff teilweise, zum Beispiel über Stege, passgenau vorumspritzt, und danach im zweiten Schritt mit dem klassischen Gehäusekunststoff, wie Ultramid A3EG6 oder Ultradur B4300 G6, konventionell umspritzt. Wo Leiterbahnen ohnehin vorumspritzt werden, bietet der erste Prozessschritt sogar einen Zusatznutzen: Mit Ultramid Seal-Fit werden sie nun nicht nur fixiert, sondern gleichzeitig abgedichtet.

So umschlossene Metallteile sind ausreichend dicht gegenüber Wasser, Öl und Gas wie die Experten vom Kunststoffinstitut Lüdenscheid in umfassenden Temperaturschocktests an speziellen Testbauteilen zeigen konnten. Der neue BASF-Kunststoff erfüllt die Anforderungen der Automobilindustrie im Vergleich zu allen anderen untersuchten Materialien am besten. Anwendungsgebiete sind anspruchsvolle mechatronische Bauteile wie Getriebe- und Bremssteuerungen, Sensoren und Steckverbinder, vor allem für den Automobilbau.