PDF in dritter Dimension

3D-Daten - Eine neue Software aus der Acrobat-Produktfamilie ermöglicht es Konstrukteuren und Architekten 3D-Modelle schnell darzustellen. Die Chance 3D-Modelle über das PDF-Format und den kostenlosen Adobe Reader abzustimmen, hat einigen Charme.

07. April 2006

Ab sofort ist Adobe Acrobat 3D, eine neue Software für die Zusammenarbeit und Abstimmung von 3D-Inhalten in Dokumenten, verfügbar. Das neueste Mitglied der Acrobat-Produktfamilie ermöglicht es technischen Projektteams, 3D-Daten schnell, sicher und effizient mit Adobe PDF-Dokumenten zu verteilen, zu nutzen und mit dem kostenlosen Adobe Reader abzustimmen. Konstrukteure, Mitarbeiter in der technischen Dokumentation, professionelle Anwender aus dem Maschinenbau, der Automobil- und Luftfahrt-Industrie sowie Architekten und Bauingenieure konvertieren mit der neuen Software 3D-Modelle aus allen gängigen CAD-Formaten und integrieren sie in plattformübergreifend nutzbare PDF-Dateien.

3D-Modelle im PDF bearbeiten

So können mit Hilfe von Acrobat 3D und dem kostenlosen Adobe Reader 3D-Konstruktionen auch nichttechnischen Anwendern zur Verfügung gestellt und die Zusammenarbeit mit externen Projektbeteiligten verbessert werden. Dadurch sind ein höheres Maß an Präzision, niedrigere Konstruktions- und Fertigungskosten sowie kürzere Entwicklungszeiten möglich, ohne dass dazu auf die original CAD-Applikationen zugegriffen werden muss. Acrobat 3D ermöglicht Nutzern zudem, 3DObjekte in PDF-Dokumenten interaktiv zu gestalten. Mit einem Werkzeug-Set lassen sich die Beleuchtung anpassen, Struktur und Material eines Objekts hinzufügen sowie Animationen wie Montage- und Demontage-Anleitungen erstellen. Navigationswerkzeuge beispielsweise für die Darstellung eines Teilebaums, das Ein- und Ausblenden von Bauteilen oder Baugruppen, Schnittdarstellungen, das Transparenzschalten von Bauteilen oder die Anzeige der Objektdaten erleichtern zudem den Umgang mit komplexen Zusammenbau-Konstruktionen. Lieferanten, Partner und Kunden können in die Abstimmung einbezogen werden und benötigen dazu nur den Adobe Reader*. Wurde ein PDF-Dokument mit Acrobat 3D hierfür freigeschaltet, können Anwender des Adobe Reader die Struktur des Objekts sehen sowie Kommentar-, Mess- und Schnittwerkzeuge auf 3D-Objekte im PDF anwenden. Da der Adobe Reader seit seiner Einführung im Jahr 1993 mit mehr als 1,25 Milliarden Kopien verteilt wurde, können mehr Anwender als je zuvor in die Abstimmung komplexer technischer Dokumente einbezogen werden. »In einem globalen Umfeld, das von hartem Wettbewerb, Outsourcing und Time-to-Market geprägt ist, müssen produzierende Unternehmen Werkzeuge einsetzen, die ihnen dabei helfen, bessere Produkte schneller als andere auf den Markt zu bringen«, so Marc Halpern, Research Director Manufacturing bei Gartner Inc. »Technologien, die auf weit verbreiteten Standards basieren, geografisch verteilt arbeitenden Organisationen bei der Darstellung, Kommunikation und Abstimmung von 3D-Inhalten helfen und zudem in verschiedenen EDV-Umgebungen einsetzbar sind, tragen dazu bei, Wettbewerbsvorteile aufrechtzuerhalten.«

Abstimmung von 3D-Konstruktionen ohne CAD-Software oder -Viewer

Mit Acrobat 3D tauschen technische Anwender 3D-CAD-Daten schnell mit allen Mitgliedern eines Projektteams aus, ohne dass die Empfänger CAD-Viewer oder -Anwendungen installiert haben müssen. Dies reduziert die Kosten, die durch langsame und fehleranfällige Kommunikationsmethoden, beispielsweise Screenshots und papierbasierte Prozesse, entstehen. Auch Kreativprofis und Anwender, die technische Publikationen erstellen, erhöhen mit Acrobat 3D ihre Produktivität, indem sie 3D-Modelle in Microsoft Word, Excel und PowerPoint Dateien einfügen und diese als sichere und intelligente Adobe PDF-Dokumente verteilen. Service-, Betriebs- und Trainings-Unterlagen sowie Broschüren und Kataloge, die digital zur Verfügung gestellt werden, können so noch anschaulicher gestaltet werden. Unternehmen wie Renault Group, Honda Racing F1 Team, Eaton Corporation, Bradrock Industries und Atrus Incorporated haben Acrobat 3D für die Abstimmungsprozesse mit 3D-CAD-Modellen bereits getestet. ITT Industries, ein global tätiges Maschinenbau-Unternehmen mit Umsätzen von über sechs Milliarden US-Dollar, testet die Software ebenfalls. ITT setzt CAD-Software ein, um 3D-Konstruktions-Modelle zu erstellen, nutzt jedoch statische 2D-Bilder dieser Modelle für Produktdokumentationen, Marketing-Materialien sowie Wartungs- und Reparaturanleitungen. »Momentan machen wir für die Verwendung in verschiedenen Materialien Screenshots aus der CAD-Software. Diese 2D-Darstellungen können aber nicht alle Details unserer Konstruktionszeichnungen abbilden«, erklärt Chris Thomson, Product Engineering Manager bei ITT Industries. »Acrobat 3D würde uns erlauben, 3D-Modelle in unsere Marketing-Materialien und Produktdokumentation zu integrieren, so dass die Leser leichter verstehen, wie die verschiedenen Komponenten zusammen arbeiten. Die Möglichkeit, CAD-Daten mit Adobe PDF und durch den universell einsetzbaren Adobe Reader sicherer zu kommunizieren, wird den Umgang mit 3D-Daten erheblich vereinfachen.“ Acrobat 3D ergänzt die Acrobat-Produktfamilie, die aus Acrobat 7.0 Professional, Acrobat 7.0 Standard sowie Acrobat 7.0 Elements besteht.

Stefan Weigl

Erschienen in Ausgabe: 02/2006