Perfekt in Position

Maschinenelemente

Positionierstifte – In der automatisierten Elektronikfertigung zählen Präzision, Tempo und Flexibilität. Bei einer Bestückungsmaschine aus Italien gewährleisten maßgeschneiderte Positionierstifte höchste Präzision und Wiederholbarkeit beim Werkzeugwechsel.

02. November 2011

Die entscheidenden Eigenschaften von Montageautomaten in der Elektronikfertigung sind vor allem Präzision, Geschwindigkeit und Flexibilität. Die Vielfalt der zu verbauenden Komponenten und der Platinenformen erfordert zudem eine hohe Flexibilität, die sich nur durch einen modularen Aufbau der entsprechenden Maschinen erreichen lässt. Ein Musterbeispiel hierfür liefert das leistungsfähige Leiterplatten-Bestückungssystem Neoplace 400 zur automatisierten Bestückung, die der italienische Sondermaschinenbauer Osai A.S. aus Parella in der Nähe von Turin entwickelt hat. Kernstück der Vier-Achsen-Maschine ist ein drehbarer Bestückungskopf, der mit unterschiedlichen Greifern, Dosierwerkzeugen oder spezifischen Bearbeitungssystemen ausgerüstet werden kann. Je nach Ausführung kann der Bestückungskopf bis zu acht verschiedene Werkzeuge aufnehmen, und entsprechend hoch ist die Zahl der unterschiedlichen Bauteile, die der Bestückungskopf aus einem Feeder-System aufnehmen und auf die Leiterplatten montieren kann.

Der komplette Prozessablauf zur Bestückung einer bestimmten Leiterplatte muss lediglich einmal programmiert werden und läuft danach vollautomatisch ab. Der drehbare Bestückungskopf nimmt dabei die unterschiedlichen Komponenten mit dem jeweils passenden Greifwerkzeug auf und platziert sie mit höchster Präzision und Wiederholgenauigkeit auf der Leiterplatte.

Rasanter Wechsel

Beim Umrüsten der Maschine für die Bestückung eines anderen Leiterplattentyps lassen sich die Werkzeuge am Bestückungskopf problemlos austauschen. Damit die einmal programmierten Prozesse mit höchstmöglicher Präzision reproduziert werden können, kommt es dabei jedoch auf die perfekte Positionierung der Werkzeuge an, betont Dirk Striebel, der die deutsche Niederlassung von Osai in München leitet: »Die einmal geteachten Positionen müssen nach jedem Umrüsten der Neoplace 400 auf ein neues Produkt sofort und mit höchster Wiederholgenauigkeit abrufbar sein.«

Erreicht wird dies bei Osai durch den Einsatz von Positionier- und Zentrierstiften des japanischen Komponentenspezialisten Misumi. Diese fahren beim Laden der Programmierung für einen neuen Leiterplattentyp automatisch in die korrekte Position, die eine optimale Montage eines neuen Greifers oder Werkzeugs ermöglicht. Maßgeblich für die Wahl dieser Komponenten war neben der hohen Qualität und Zuverlässigkeit vor allem auch der Service des Herstellers, sagt Stefano Giorza, Produktmanager bei Osai im norditalienischen Parella: »Wir arbeiten seit Februar 2009 mit Misumi zusammen und waren lange auf der Suche nach einem flexiblen Partner, der innerhalb kürzester Zeit auch kleine Mengen hochwertiger mechanischer Komponenten liefern kann.«

Großes Programm

Seither beziehen die Italiener von Misumi unterschiedliche Buchsen, Zentrier- und Positionierstifte, die in den Standard- und Sondermaschinen zum Einsatz kommen. Im Bereich Sondermaschinenbau nutzt das Unternehmen aus dem riesigen Programm der japanischen Spezialisten für mechanische Maschinenkomponenten außerdem auch Führungsrollen für Handlings, Linearführungen sowie weitere spanend gefertigte Metallteile, sagt Striebel und erläutert: »Durch das ausgeklügelte Misumi-Bestellsystem mit codierbaren Typen lassen sich solche Komponenten sehr flexibel und anwenderfreundlich konfigurieren. Am Ende steht die Artikelnummer für ein individuell zu fertigendes Bauteil, das innerhalb kürzester Zeit geliefert wird – auch wenn man, wie im Sondermaschinenbau häufig der Fall, nur ein einziges Stück davon benötigt.«

Der Weg zu einem maßgeschneiderten und dennoch wirtschaftlichen Bauteil führt über den rund 3.000 Seiten starken Misumi-Hauptkatalog mit mehr als einer Million mechanischer Norm-, Kauf- und Zeichnungsteile, der die Herstellersuche und das Lieferantenhandling sowie alle damit verbundenen Bearbeitungsschritte auf ein Minimum reduziert. Der Katalog liefert sämtliche relevanten Informationen zu Werkstoffen, Härte, Materialbeschaffenheit, Oberflächenbehandlung, Toleranzen, Lieferzeiten, Preisen inkl. Mengenrabatten bis hin zu verfügbaren Zusatzoptionen, mit denen sich das Bauteil noch genauer an die jeweiligen Wünsche anpassen lässt. Die Kosten für ein Bauteil lassen sich so schnell und verbindlich ermitteln, da das Unternehmen weder Versandkosten innerhalb Deutschlands noch versteckte Kosten wie Mindermengenzuschläge berechnet. Noch effizienter gestalten sich Produktsuche, CAD-Konfiguration, Anfragen, Angebotserstellung und Bestellungen von mechanischen Komponenten durch zusätzliche eCommerce-Lösungen für Konstrukteure und Einkäufer.bt

Auf einen Blick

-Die japanische Misumi Group ist ein weltweit führender Anbieter von Norm- und Zeichnungsteilen mit einem Katalogangebot von mehr als 600.000 Produkten.

-Das Bestellsystem kennt weder Mindestmengen noch Versand-kosten innerhalb Deutschlands.

Erschienen in Ausgabe: 08/2011