Perfekt integriert

Mechatronik

Roboter – Mechatronik ist quasi das Rückgrat eines Roboters. Mechatronisch ist sehr oft aber auch die Integration des mechatronischen Systems in eine Maschine oder Anlage.

24. Mai 2012

Gibt es eine idealtypische mechatronische Anwendung? Vielen würde da wohl ziemlich schnell der Industrieroboter einfallen. Tatsächlich haben sich in diesem Bereich die Techniker aller Länder richtig austoben können. Neben den bekannten Japanern hat sich Kuka aus Augsburg besonders hervorgetan, auch durch die auffallend orangen Geräte.

»Die Aufgaben von Robotern sind komplexer geworden, darum gestaltet sich die Funktionsvielfalt der Roboter ebenso, Tendenz steigend«, sagt Manfred Gundel, CEO der Kuka Roboter GmbH. »Um das zu beherrschen, prägt Mechatronik als Schlüssel- und Querschnittstechnologie und als zentraler, interdisziplinärer Innovationstreiber die Industriebranche.« Dabei verknüpfe sie nicht nur Einzeldisziplinen, sondern sei auch als fixer Baustein in der Prozessbeherrschung zu verstehen. »Wir müssen diese Prozesse für die sich zunehmend verändernden Produktionstechniken stabilisieren und zugleich mit mehr Effizienz ausstatten.«

In Zukunft wird sich die Mechatronik laut Gundel eindeutig in Richtung Software und somit der Steuerung fokussieren, denn diese wird immer stärker durch den Einsatz von Software bestimmt. Da passt es gut, dass Kuka erst vor kurzem seine neue Steuerungsgeneration vorgestellt hat. Werner Angerer, Produktmanager General Industry bei Kuka Roboter, erläutert: »Unsere KR C4 schafft ein sicheres Fundament für die Automation von morgen. Die Bedienung des Roboters wird abgegeben an die Maschinensteuerung, Funktionsblöcke erleichtern dies.« Mit der Work Visual Engineering Suite habe Kuka zudem eine einheitliche Entwicklungsumgebung für alle Bereiche geschaffen, mit der Anwender schneller zu mechatronischen Lösungen kommen.

Wichtig für mechatronische Systeme ist auch die Energieeffizienz. »Wir haben dazu zwei neue Energiemodi in die Steuerung integriert«, sagt Angerer, »bei Stufe 1 verbraucht unsere KR C4 30 Prozent weniger im Vergleich zum Vorgänger, im Sleep Mode bei Stufe 2 sind es sogar 80 Prozent.«

Aber nicht nur in den Robotern von Kuka findet sich reichlich Mechatronik, auch in der Zusammenarbeit mit Systemintegratoren als wichtigem Baustein in der Kuka-Philosophie ist dieser Ansatz immer noch allgegenwärtig. Eines dieser Systemhäuser ist die SAR Elektronic GmbH. Dessen Geschäftsführer Konrad Sigl ist sich der Bedeutung der Zusammenarbeit wohl bewusst: »Mit Kuka Roboter verbindet uns eine langjährige, bewährte Entwicklungs- und Lieferantenpartnerschaft. Sie sichert beiden Unternehmen den Innovationsvorsprung für die vielfältigen Kundenanforderungen.«

Treiber dieser Partnerschaften seien aber die Menschen, die mit viel Vertrauen und Verantwortung gemeinsam an den neuen Herausforderungen arbeiten, um Produkte und Prozesse weiter zu optimieren. Einer dieser Treiber heißt Jürgen Schwarz und ist bei SAR als Leiter Geschäftsentwicklung tätig. »Ich bin selbst Mechatroniker und kenne Kuka gut, denn ich habe dort elf Jahre gearbeitet.« Bei SAR sind immer noch 70 Prozent der Mitarbeiter Mechatroniker und zwar praxisbezogen als Meister und Techniker. »Nur so können wir zum Beispiel die vielschichtigen Anlagen für die Kunststoffindustrie entwickeln. Mit ihrer klassischen Kombination von Mechanik, Steuerungstechnologie und Software sind diese ein Musterbeispiel für ein mechatronisches System«, macht Schwarz deutlich.

Gemäß dem aufgezeigten Trend ist auch er »von der Mechanik mehr zur Software hin abgedriftet.« Die Komplexität steige, was den hohen Anteil von IT in den Anlagen erklärt. »Um aus vielen Schnittstellen eine zu machen, haben wir viel von der Sensorik durch softwarebasierte Lösungen ersetzt.« Generell wichtig sind laut Jürgen Schwarz standardisierte Bausteine. »Der Kunde ist nicht bereit, ein Unikat zu bezahlen. Wir schauen darum, was es schon gibt und was dem Kunden Investitionen erspart.«

Seiner Meinung nach bilden Sytemintegratoren die Brücke zum Endkunden: »Wir sind dabei, ein gemeinsames SAR-Kuka-Netzwerk aufzubauen.« Eine neue Konsolmaschine hat SAR bereits gemeinsam mit Kuka entwickelt. »Die Schnittstellen sind im Dialog entstanden, wir haben das mechatronische System gemeinsam an die Anforderungen des Kunden angepasst.«

Prüfstände sind ein weiteres Kernfeld von SAR als gutes Beispiel für Mechatronik in der Praxis. Auch hier spielt neben viel Mechanik die Software eine Hauptrolle.

Erschienen in Ausgabe: 04/2012