Perfekte Verbindung

Industrieelektronik

Steckverbinder - Moderne technische Produkte sowie die zunehmende Automatisierung erfordern eine immer komplexere elektrische Verbindungstechnik. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die geeigneten Steckverbinder.

12. Dezember 2012

Eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist es, sich mit den Änderungen des Marktes weiterzuentwickeln. In hohem Maße gilt dies vor allem für Hersteller von elektrischer Verbindungstechnik. So erfordern die zunehmende Elektronisierung der Produkte und die Automatisierung der Produktionsprozesse nicht nur stetig komplexer werdende Kabel, sondern auch neue Formen der Signalerfassung und -übertragung sowie eine wachsende Variantenvielfalt und individuelle Kundenanpassungen. Zusätzlich verringern sich die Losgrößen bei zugleich immer kürzeren Lieferzeiten und einer stückzahlgenauen Fertigung. Die führenden Anbieter von Rundsteckverbindern müssen deshalb immer wieder neue Markttrends frühzeitig erkennen und innovative Lösungen entwickeln.

Beispielhaft zeigt dies die Zusammenarbeit der Franz Binder GmbH aus Neckarsulm mit verschiedenen Unternehmen in den Niederlanden. So unterstützten die Rundsteckverbinderspezialisten zum Beispiel den Gewächshaushersteller Lemnis Oreon in Ijsselstein bei der Entwicklung eines LED-basierten Beleuchtungssystems, das im Vergleich zu existierenden Systemen bis zu 50 Prozent der anfallenden Energiekosten einsparen kann. Das Ziel war dabei, eine bestehende Gewächshausgrundfläche möglichst effizient zu nutzen.

Basis dieses Systems sind LED-Beleuchtungsmodule, die mit unterschiedlich langen Verbindungsleitungen miteinander verbunden sind. Vorteil dieses Verbindungsprinzips ist die Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten, die eine hocheffiziente und flexible Nutzung der vorhandenen Flächenressourcen ermöglicht. Aufgrund der hohen Qualität des Systems und der verwendeten Komponenten können die Holländer eine Betriebsdauer von 30.000 Brennstunden garantieren, unabhängig davon, wie oft das System ein- und ausgeschaltet wird, entsprechend einer Lebensdauer von ca. zehn Jahren.

Schnelle Austauschmöglichkeit

Maßgeblich für die Flexibilität des Systems ist auch die Verwendung eines geeigneten Steckverbindersystems. So ermöglicht das Snap-in-Prinzip der Binder-Serie 720, bei einem eventuellen Ausfall eines LED-Moduls die defekte Einheit schnell auszutauschen. Zudem gewährleistet der Schutzgrad von IP67 eine langfristige Betriebssicherheit auch unter den relativ anspruchsvollen Umgebungsbedingungen eines Gewächshauses und den damit verbunden hohen technischen Anforderungen. Je nach Art der angebauten Pflanzen ermöglicht es der Anbau auf mehreren Ebenen in einem Regalsystem, den Ertrag pro Quadratmeter Fläche noch zu erhöhen. In diesem Falle unterstützen unterschiedliche Längenvarianten der umspritzten Verbindungsleitungen zwischen den Modulen den flexiblen Aufbau der Applikation.

Bewährt und vielseitig

Obwohl Binder diese Snap-in-Steckverbinder ursprünglich lediglich als Ergänzung des bestehenden Produktportfolios aus Schraub-, Push-Pull- und Bajonettverriegelungen gedacht hatte, entwickelte sich die Baureihe inzwischen zu einer idealen Lösung für vielfältige Anwendungen, bei denen die Neckarsulmer neben zahlreichen kundenspezifischen Lösungen auch sogenannte »Standardprodukte« anbieten können.

Ein Beispiel aus dem Bereich Medizintechnik ist die Kooperation mit dem Diagnosegerätehersteller TMSI aus Oldenzaal in den Niederlanden. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Geräten zur medizinischen Diagnostik. Eine Spezialität sind elektrophysiologische Messgeräte wie beispielsweise Mehrkanalverstärker zur Erfassung und Auswertung von schwächsten Signalen verschiedener Körperfunktionen oder zur Datenkommunikation in kritischen Bereichen mit sehr hohen technischen Anforderungen, wie etwa im geräuschintensiven und unruhigen Applikationsumfeld einer Notfallambulanz.

Dazu besitzt zum Beispiel der Mehrkanalverstärker Refa, der für stationäre Anwendungen eingesetzt wird, einen einpoligen elektrophysiologischen Eingang (ExG), mehrere zweipolige elektrophysiologische Eingänge (BIP) sowie mehrere analoge Schnittstellen mit je einem +5-Volt- und einen –5-Volt-Ausgang zum Anschluss aktiver Sensoren zum Messen von Parametern wie Temperatur, pH-Wert, Atmung, Bewegung, Kraft oder Knickwinkel. Der integrierte präzise Gleichstrom-Referenzverstärker sowie die aktive Schirmung garantieren eine gleichförmige Spannung und optimale Signalqualität ohne Störungen.

Solide Lösung mit Mini-Stecker

Speziell für den Einsatz in Ambulanzen eignet sich das mehrkanalige System Porti für physiologische Untersuchungen, das die gleichen Messmöglichkeiten bietet wie das Modell Refa. Dazu kommt noch ein spezieller serieller Eingang zur Messung der Sauerstoffsättigung. Im stationären Betrieb erfolgt die Spannungsversorgung über einen regulären Netzstecker, bei ambulanter Verwendung erfolgt die Spannungsversorgung immer über Batterien. Gemessene Daten werden auf eine Flash Disc geschrieben. Für die Verbindung mit einem PC besitzt das Gerät eine Schnittstelle für eine bidirektionale Glasfaserleitung sowie eine eingebaute Blue-Tooth-Schnittstelle, mit der sich die Daten zudem an einen PDA oder ein Mobiltelefon senden lassen. Für diese Art von Anwendungen nutzt TMSI bereits seit mehr als 12 Jahren die Sub-miniatur-Steckverbinder der Serie 709 von Binder. Diese filigranen Snap-in-Steckverbinder in Schutzart IP40 bieten hier ein solides und zuverlässiges Produkt, dessen Design auf das Wesentliche reduziert wurde.

Erschienen in Ausgabe: Industrie Handbuch/2013