Software

Performance ist der Schlüssel

Mit Solidworks 2019 präsentiert Dassault Systèmes wieder einen Reigen toller Features. Fast allen liegt zugrunde, dass der Anwender schneller und präziser konstruieren können soll.

13. November 2018
In Solidworks 2019 ist es möglich, auf beliebige Konstruktionsteile Strukturen in vielen Farben aufzubringen. (Bild: © Dassault)

von Michael Kleine

In der Welt der Entwicklungssoftware geht alles viel schneller als in anderen Bereichen der Industrie. Darum finden die Präsentationen für die Version des kommenden Jahres immer schon im Spätsommer statt. Damit tragen Hersteller wie Dassault Systèmes mit Solidworks 2019 den Bedürfnissen ihrer Kunden Rechnung. Und das sind ganz schön viele, weiß Uwe Burk, Vertriebsdirektor Zentraleuropa: »Wir haben ein riesiges Ecosystem geschaffen mit Millionen von Usern, Firmen und Anwendern. Allein über 100.00 CAD-Anwender sprechen für sich und gewährleisten den Einfluss unserer Produkte am deutschsprachigen Markt. Dadurch ist eine sehr hohe Durchgängigkeit gewährleistet.«

Kernthemen der Kunden seien Industrie 4.0 und Digitalisierung. »Die Branche ist auf dem Weg in die Industrie-Renaissance. Innovation wird dabei stärker bewertet als die Kosten.« Ziele dieser Bewegung, an der viele Player beteiligt sind, sind eine hohe Wertschöpfung und eine optimale Customer Experience. »Dabei bieten wir eine vollumfängliche Entwicklungslösung und Dassault Systèmes ist hier mit Solidworks führend im Mittelstand«, sagt Uwe Burk. Er möchte, dass seine Kunden Innovationsführer sind. »Und das mit voller Assoziativität, also mit automatischen Anpassungen in allen Entwicklungsdisziplinen.« Assoziativität ist für ihn der entscheidende Punkt in allen Bestrebungen bei Solidworks und für ihn persönlich das Keyword kommender Produkte und Lösungen.

»Solidworks 2019 erreicht Faktor 3 bei der Berechnungsgeschwindigkeit.«

— Andreas Spieler, Technical Director Solidworks, Dassault Systèmes

Eine Menge Neues

Solidworks 2019 glänzt natürlich wieder durch zahlreiche neue Features. Anker für die neue Version und ein eindrucksvolles Beispiel für eine Anwendung ist das Canada France Hawaii Telescope. Am Berg Mauna Kea auf Big Island ist ein neues 10-Meter-Teleskop im Bau, das komplett mit Solidworks 2019 entworfen wurde. Das System setzt sich dabei zusammen aus den Eckpunkten Performance, Details, Ecosystem und Innovationen. Eins funktioniert nicht ohne das andere. Eine Investition lohnt sich also vor allem bei größeren Baugruppen.

Performance ist die Schlüsselfähigkeit der 2019er-Version, Objekte lassen sich bis zu 20 Mal schneller und damit flüssiger drehen. Der Anwender kann in Echtzeit drehen und zoomen, alle Reflexionen und Schatten sind immer vertreten. Das liegt vor allem daran, dass die Berechnungen nun hauptsächlich auf der Grafikkarte mit openGL durchgeführt werden. »Es läuft bei aktueller Hardware jetzt alles über die GPU«, sagt Andreas Spieler, Technical Director Solidworks bei Dassault Systèmes. »Insgesamt gilt, dass der volle Benefit des neuen Solidwork 2019 mit leistungsstarken IT-Komponenten nun eine optimale Performance bei View-Manipulationen bietet.«

Das neue Programm soll die Steuerung in Modellen erleichtern und verfeinern. »Solidworks 2019 erreicht Faktor drei bei der Berechnungsgeschwindigkeit bei linearstatischen Analysen. Und der Anwender muss sich um nichts kümmern.«

Schnell anpassen

Eine weitere Besonderheit betrifft die Prüfung großer Konstruktionen (LDR). Dies geht sehr schnell, weil der Bediener die Konstruktionszeichnung nur im Preview öffnen muss. Ralf Otto, Territory Technical Manager Solidworks: »Er kann Teile schnell einblenden, platzieren und verknüpfen und darüber hinaus direkt eingreifen, indem er ganze Teilbereiche oder Teilkomponenten löscht oder hinzufügt. Dazu gibt es spezielle Schnapppunkte.« Die Ladezeiten sind gering, die Remotezeiten hoch, und es ist möglich, an der Original-Solidworks-Baugruppe zu arbeiten. »Insgesamt geht alles schneller.«

Defeature wurde so erweitert, dass auch komplexe Geometrien über die Außenkontur vereinfacht werden können. Damit kann der Anwender Randkomponenten einer Baugruppe vereinfachen, damit die Datenmenge gering gehalten wird. Zudem kann er sein Know-how schützen, indem er fremde Zukaufteile vernachlässigt. Andreas Spieler: »Mit dieser trickreichen Maßnahme lässt sich die Baugruppe schneller anzeigen. Dank der bereits genannten Assoziativität werden neue Bauteile beim Einfügen ebenfalls vereinfacht. Das gilt für alle betroffenen Stellen in der Konstruktion.«

Im Bereich der Komponentendetails lassen sich im User Interface Task-Fenster besser anpassen und Gruppierungen verknüpfen. Es gibt ein neues Schneidewerkzeug und eine eingebaute Topologieoptimierung. Anhand spezieller Analysemethoden gelangt man zu einer optimierten Bauteilform. Uwe Burk kommentiert: »Hier setzen wir bewusst Künstliche Intelligenz ein, und das bringt uns große Vorteile.«

Eine komplett neue Funktion ist das Werkzeug 3D-Textur. Hier lassen sich Bilder auf ein Bauteil ziehen und so entsteht ein Netzkörper, der sich mit ausgewählten Strukturen versehen lässt. Der Anwender kann ein Design so sehr schnell anpassen. Ralf Otto freut sich: »Was vorher extrem aufwendig war, gelingt jetzt ganz leicht.«

Im Ecosystem geht es 2019 verstärkt um modellbasierte Definitionen, alle Informationen (PMI) sind bereits im 3D-Modell enthalten. »Bei der Programmierung werden sämtliche Toleranzen automatisch berücksichtigt«, sagt Andreas Spieler. »Bauteile lassen sich sofort aktualisieren. Dank dem jetzt überall integrierten Composer ist es möglich, sehr schnell und durchgängig eine Anleitung zu erzeugen. Das gilt für Mechanik und Elektronik gleichermaßen. »Wir begleiten unsere Kunden von der Entwicklung bis zur Fertigung«, sagt Otto.

Auf einen Blick

Dassault Systèmes ermöglicht Unternehmen und Menschen durch virtuelle Welten, nachhaltige Innovationen tatsächlich erlebbar zu machen. Die Lösungen verändern die Art und Weise, Produkte zu entwickeln, zu produzieren und zu warten. Die Lösungen von Dassault Systèmes fördern die soziale Innovation und erweitern damit die Möglichkeiten für die virtuelle Welt, die reale Welt zu verbessern. Der Konzern bringt Mehrwert für über 220.000 Kunden jeder Größe und in allen Branchen in mehr als 140 Ländern.

www.solidworks.de

Zu den weiteren Innovationen gehört das Ink-basierte Konstruieren. Dank eines speziellen Stiftes kann der Anwender dabei beliebige Formen auf einem Tablet oder Laptop nachzeichnen und in Solidworks in ein Bauteil umwandeln. Beim verwandten 3D-Markup nimmt das Programm handschriftliche Bemaßungen sofort auf und ergänzt die Zeichnung um Anmerkungen.

Erschienen in Ausgabe: Nr. 08 /2018