PLM trifft A&D

„Die Übernahme von UGS ist ein konsequenter Schritt in die Zukunft..."

16. März 2007

„Die Übernahme von UGS ist ein konsequenter Schritt in die Zukunft der Automatisierung über die gesamte Wertschöpfungskette“, sagte Helmut Gierse, Vorstandsvorsitzender des Siemens Bereichs A& auf der Fachpressekonferenz in Frankfurt. Erklärtes Ziel der 3,5-Mrd-Aquisition ist die Kombination der Fachkenntnisse der beiden Welt - der physischen Automatisierung und der PLM-Software. Dazu Gierse: „Wir wollen das erste und einzige Unternehmen werden, das durchgängige Software- und Hardwarelösungen für den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Produktionsanlagen anbietet.“ Zu den weltweit 7.300 Beschäftigten der US-amerikanische UGS Corporation zählen 3000 Softwareingenieure „Das bedeutet optimale Kombination des Know-how. Zusammen mit den 4000 Software-Ingenieuren der A& beschäftigen wir dann 7000 Software-Experten“, rechnet der A& -Chef vor. „Die Integration des PLM-Portfolios auf der Basis offener Standards reduziert Schnittstellen und steigert die Produktivität.“ Dadurch will Siemens bislang übliche Insellösungen der Produktentwicklungs-, Produktions- und Servicesoftware in einem Systemgeschäft verbinden. Schnell spürbare Vorteile für den Kunden sind laut Gierse: „Höhere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette, kürzere Time-to-market durch Simulation und schnellerer Produktionsanlauf, bessere Produktqualität durch Datenkonsistenz im Engineering-Prozess sowie kürzere Lieferzeiten durch flexiblere Produktion.“

Mit UGS als neuem Geschäftsgebiet will der Siemens Bereich A& vor allem in Sachen „digitale Fabrik“ und „digitales Produktdatenmanagement“ punkten. Zur großen Fahrt in die Zukunft mit UGS an Bord fehlt nur noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Aber daran zweifelt Helmut Gierse nicht.

Auch ohne UGS an Bord sind die Zahlen gut. „Das Reden über Geschäftserfolg beweist sich erst an den Zahlen“, findet Gierse. Mit den 2006er-Zahlen ist er zufrieden: „Siemens A& ist der weltweit am schnellsten wachsende Automatisierer. Wir haben unser profitables Wachstum auf eine historische Höchstmarke ausgebaut. Bei einem Umsatz von mehr als 12,8 Mrd Euro haben wir unser Bereichsergebnis auf über 1,57 Mrd. Euro gesteigert. Unsere EBIT-Marge blieb dabei mit 12,2 Prozent stabil. Der Auftragseingang stieg auf 14,1 Mrd. Euro an, unsere weltweite Mitarbeiterzahl haben wir gegenüber dem Vorjahr um fast 10 000 Beschäftigte auf 70 600 ausgebaut. Nächstes Jahr kommen die Mitarbeiter von UGS noch dazu.“

Peter Schäfer