Präzise markiert

MarkierungsTechnik – Durch Einführung eines Teilemarkierungssystems werden nicht nur die Prozesse der internen Rückverfolgbarkeit verbessert, sondern auch die Produktpiraterie bekämpft.

17. Oktober 2008

Die ZF Friedrichshafen AG ist ein weltweit führender Automobilzulieferer in der Antriebs- und Fahrwerktechnik – mit über 57.000 Mitarbeitern an 120 Produktionsstandorten. In den letzten Jahren wurden am Unternehmensstandort Friedrichshafen die internen Rückverfolgbarkeitsprozesse kontinuierlich verbessert. Zum einen um die Produktionskapazität zu erhöhen, die 2008 aufgrund der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Transportmöglichkeiten von 750 auf 1.000 Getriebe pro Tag angehoben wurde. Zum anderen ist es nun möglich, alle produzierten Teile bis zum Ursprung zurückzuverfolgen. Als Rückläufer deklarierte Fälschungen sind so leicht zu identifizieren.

Je nach der Art des Bauteils entscheiden die Mitarbeiter von Fall zu Fall, ob eine einfache Markierung wie Logo, Teil-Seriennummer, Datum, Stunde und Minute oder eine fortschrittlichere Data-Matrix-Lösung benutzt wird.

Data-Matrix-Code hat Vorteile

Für alle Fälle wollte ZF eine Ausrüstung mit langer Lebensdauer installieren, die das Rückverfolgbarkeits-Programm über die gesamte Laufzeit begleitet und die in der Lage ist Data-Matrix-Markierungen mit hoher Qualität zu erstellen. Der Data-Matrix-Code ist ein zweidimensionaler Code mit hoher Informationsdichte, der auf einer kleinen Oberfläche genadelt werden kann. Vorteile bei dieser Codierung sind unter anderem die hohe Lesegeschwindigkeit und die sehr hohe Datensicherheit.

Präzises Nadelwerk

Die eingesetzten Maschinen, aus dem Hause Technifor sind vom Typ CN312Sm mit einem Bauteil-Positionsfühler und einer automatisierten Z-Achse. Dies liefert eine konstante Markierungsqualität für ein gegebenes Bauteil und ermöglicht den leichten Wechsel zwischen verschiedenen Komponenten: der Sensor ermittelt die Position des Bauteils und der Markierkopf bewegt sich automatisch für jedes Teil, ohne die Notwendigkeit einer zusätzlichen Einstellung, in die richtige Position. Die neueste Maschine unterstützt eine Kontrollkamera, welche die Konformität der Markierung überprüft. Die an die Maschine angepasste elektromagnetische Nadel liefert Präzisionsmarkierung mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit. Im Gegensatz zu den pneumatischen Werkzeugen, bei denen die Markiernadel durch Druckluft in Eigenschwingung versetzt wird, hinterlässt die elektromagnetisch angeregte Nadel nur einen einzigen präzisen Punkt.

Drei der gelieferten Maschinen wurden in der Abteilung Synchronteile platziert, in der jedes Jahr sechs Millionen Teile produziert werden. Da die Produktionslinien regelmäßig zwischen verschiedenen Getriebebestandteilen wechseln, musste eine flexible Lösung gefunden werden. Der vorherige Prozess erforderte den Einsatz eines mechanischen Stemplers. Die Markierungsausrüstung wurde fixiert, und der Wechsel des Werkzeugs wurde bei jeder Bauteiländerung notwendig. Das System ermöglichte keine Platzierung der Teile, die das Markieren in einem festen Bereich sicherstellte. Wegen der unregelmäßigen Oberfläche der meisten Bauteile war es daher notwendig, zwei Markierungsabläufe auszuführen, um sicher zu sein, eine vollständige Markierung zu haben. »Wir machten eine einfache Kalkulation: Die Kosten für die Markierungswerkzeuge für eine Fertigungsanlage betragen im Jahr zwischen 2.000 und 3.000 Euro ohne jegliche Flexibilität in der Anwendung. Auf diese Weise amortisieren sich über vier oder fünf Jahre die Kosten einer hochentwickelten Maschine, wie der Technifor CN312Sm«, erklärte Thomas Bergmann, Produktionsplaner Synchronkörper bei ZF. »Die CN312Sm ermöglicht für jede Art der Markierung eine leichte Programmierung ohne spezielle Werkzeuge mit nur einem Markierwerkzeug. Mit unseren Markierdaten würde die Markierungsgeschwindigkeit mit bis zu 180 Teilen pro Stunde, sehr deutlich über den Erfordernissen für unseren langwierigen Produktionsprozess liegen.«

Ein Lasermarkierungsprojekt mit Technifor für Teile mit sehr spezifischer Oberflächenvergütung, die eine Vielzahl von Informationen für die Rückverfolgbarkeit erfordern, ist ebenfalls im Gang. Dabei ist es notwendig einen Laser zu benutzen, um auf dieser gehärteten Oberfläche die Daten über eine Data-Matrix kodieren zu können.

Erschienen in Ausgabe: 07/2008