Präzise Schnitte, gute Führung

Schwerpunkt Lineartechnik

Linearführungen – Spezialist Perndorfer setzt bei einer Reinwasser-Schneidanlage mit zwei separaten Wechseltischen auf hochwertige Laufrollenführungen und prismatische Führungen von Rollon.

05. April 2017

Schneiden mit Wasser klingt zuerst verblüffend. Aber mit der richtigen Technik lassen sich so auch sehr harte Materialien präzise bearbeiten. Bereits 1991 hat die Perndorfer Maschinenbau KG im österreichischen Kallham ihre erste Wasserstrahlschneidanlage gebaut. Seitdem ist eine ganze Palette an Serienmaschinen hinzugekommen sowie eine passende Hochdruckpumpe und ein effizientes Wasserrecyclingsystem zur Schwebstoffabtrennung und Filtration für die Wasserstrahlschneidtechnik.

Das Serienprogramm ergänzen zahlreiche Sondermaschinen, die bereits kurz nach Firmengründung für unterschiedliche Einsatzzwecke gebaut wurden. Das Spektrum reicht von vollautomatischen Fertigungslinien über Ultraschallinspektionsanlagen bis hin zu Laserbeschriftungs- und Sonderfräsmaschinen. Möglich wurde diese Vielfalt, weil Firmeninhaber Franz Perndorfer und sein Team von Anfang an den Anspruch hatten, für jedes Problem eine Lösung zu finden und dabei auf Zuverlässigkeit, Innovationsgeist, Flexibilität und höchste Qualität setzen. So erhielt das Familienunternehmen zum Beispiel auch den Zuschlag für den größten Auftrag der Firmengeschichte: eine komplette Fertigungslinie für einen namhaften österreichischen Produzenten von Lkw-Anhängern und -Aufliegern.

Eine der jüngsten Einzelanfertigungen ist eine Fünfkopf-Reinwasser-Schneidanlage, die über ein spezielles Wechseltischsystem verfügt, bei dem die beiden Tische auf Wunsch des Endkunden Getzner aus Bürs in Vorarlberg in einer Ebene nebeneinander aufgestellt wurden. Der Auftraggeber schneidet darauf, aus seinen selbst produzierten Produkten Sylomer und Sylodyn, Dämpfungselemente zur Schwingungsisolierung für Bahn, Bau und Industrie.

Die Schneidköpfe lassen sich über Servoantriebe automatisch verstellen. Von den fünf Wasserstrahlschneidköpfen lassen sich die jeweils äußeren beiden verstellen, der mittlere ist auf seiner Position fixiert. Zusätzlich verfügt die Anlage über eine Bohreinheit für die zusätzliche Bearbeitung der Werkstücke.

Um diese Anordnung zu realisieren, suchte Andreas Perndorfer, der im Betrieb für die Konstruktion verantwortlich ist, nach passenden Linearführungen, die auch korrosiven Einsatzbedingungen mit abrasivem Schmutz und Feuchtigkeit widerstehen können. Nach kurzer Recherche wurde er auf die Rollon-Gruppe aufmerksam, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, eines der umfassendsten Sortimente an wirtschaftlichen und kundenspezifisch adaptierbaren Lineartechnik-Lösungen am Markt anzubieten.

Angenehmer Service, viel Kompetenz

Überzeugt von den Produkten, entschied er sich nach fachlicher Beratung durch die Rollon-Experten für die Laufrollenführung Compact Rail und Prismenführungen der Serie Prismatic Rail. »Sehr angenehm waren der Service und die fachliche Kompetenz des Rollon-Vertriebsingenieurs hinsichtlich Konstruktion und Maschinenbau. Es ist einfach wichtig, dass man die technische Problemstellung mit einem Fachmann auf Augenhöhe diskutieren kann«, beurteilt Perndorfer die Zusammenarbeit sehr positiv.

In der Reinwasser-Schneidanlage übernehmen acht Rollon Compact Rail der Baugröße 43 die zuverlässige und präzise Führung der Tische auf der Seite des Maschinengestells.

Diese Rollon-Führungsschienen aus kaltgezogenem Kohlenstoffstahl bestehen aus Rollenläufern mit Radiallagern, die auf den innenliegenden, induktiv gehärteten und geschliffenen Laufbahnen eines C-Profils laufen. Das ist auch eine sehr wichtige Eigenschaft, denn beim Wasserstrahlschneiden kommt es auf eine absolut präzise Positionierung der zu bearbeitenden Werkstücke an.

Parallel muss es laufen

In der Anwendung gilt es, die großformatigen Wechseltische perfekt auszurichten. Perndorfer setzt deshalb zum Ausgleich eventueller Parallelitätsfehler eine paarweise Kombination aus Festlager als T-Schiene und Loslager als U-Schiene ein. Die Festlagerschiene nimmt die Hauptlast der radialen und axialen Kräfte auf, während die Loslagerschiene radiale Kräfte abfängt und als Stützlager für auftretende Momente dient.

Andreas Perndorfer bestätigt: »Die Möglichkeit, durch die Schienenauswahl einen Parallelitätsausgleich zu erreichen, war ein besonderes Feature, welches für unsere Anwendung sehr wichtig ist. Allein diese Eigenschaft spricht schon für den Einsatz der Compact Rail in unserer Maschine.«

Jeweils zwei der Compact-Rail-Führungsschienen sind an jeder Tischseite übereinander angeordnet. Der Läufer mit verzinktem Stahlkorpus und drei Rollen ist am Tisch selbst montiert und mit robusten Abstreifern aus Polyamid ausgestattet. Diese sind ebenso wichtig wie die Korrosionsbeständigkeit und Schmutzunempfindlichkeit der Compact Rail.

Beim Wasserstrahlschneiden ist die Anlage, trotz eines Auffangbeckens unter den Wechseltischen und einer Absaugung für den Wassernebel, immer Feuchtigkeit und feinen abrasiven Partikeln ausgesetzt. »Dabei kommt gerade der Haltbarkeit bewegter mechanischer Komponenten große Bedeutung zu. Eine Führungsschiene, die nach kurzer Zeit kaputtgeht, wäre mit unseren Qualitätsansprüchen nicht zu vereinbaren. Deshalb haben wir die bewährte Compact Rail von Rollon eingebaut«, erläutert Perndorfer seine Komponentenwahl.

Solide Auflage

Als solide Auflage für die Vorderbeine der beiden parallelen Wechseltische dienen prismatische Führungen der Produktfamilie Rollon Prismatic Rail. Sie sind aus vergütetem Hochleistungsstahl mit einer Festigkeit von über 900 Newton pro Quadratmillimeter und einer Kernhärte von 240HB gefertigt. Die Laufflächen der Prismatic Rail werden induktionsgehärtet und poliert. Sie erreichen dann eine Rockwellhärte von über 58 HRC.

Für die Anwendung in der Perndorfer-Maschine wurden die Führungen mit einer speziellen Aluminiumbeschichtung versehen. An den Tischbeinen ist je ein Prismatic-Rail-Laufwagen mit vier lebensdauergeschmierten Edelstahlrollen montiert. Vor- und zurückgefahren werden beide Wechseltische automatisch über Zahnriemen. mk

Erschienen in Ausgabe: 03/2017