Präzision im abrasiven Umfeld

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Schwenkeinheiten - Dem Schleifstaub und den Verkrustungen trotzen – über diese Eigenschaft müssen Handhabungsmodule im abrasiven Umfeld verfügen. Genauso wichtig: Eine hohe Standzeit.

15. April 2009

Bereits seit zehn Jahren setzt die Tigra GmbH, einer der führenden Hersteller von Hartmetallschneideinsätzen für Werkzeuge zur Holz- und Metallbearbeitung, auf Handhabungseinheiten der in Leinfelden-Echterdingen beheimateten Mader GmbH & Co. KG.

Dabei begann die Zusammenarbeit damals mit einer Art Test. Denn die Kunden von Tigra, zu denen beispielsweise Werkzeughersteller für die Möbelindustrie zählen, verlangten schon immer die höchst mögliche Produktqualität. Dazu gehören sowohl die Maßhaltigkeit der Schneideinsätze als auch eine lange Standzeit. Tigra wollte vor zehn Jahren erstmals eine Schwenkeinheit von Mader einsetzen. Dabei lag die Herausforderung im abrasiven Umfeld: In der Produktionsstätte von Tigra wurde auch damals schon mit wässrigem Kühlschmierstoff auf synthetischer Basis gearbeitet, und außerdem überzogen feinste Schleifpartikel die Produktionsanlagen. Diesen Bedingungen musste die Mader-Schwenkeinheit standhalten können. »Die Belastung der Einheiten durch das abrasive Umfeld war damals und ist auch heute enorm«, erläutert Thomas Schnitzer, Konstrukteur bei Tigra, die Anforderungen. Und Thomas Lang, Produktmanager Handhabungstechnik bei Mader, erinnert sich an damals: »Ich hatte keinerlei Bedenken, dass unsere Schwenkeinheit die Anforderungen in Bezug auf Standzeit und Wiederholgenauigkeit erfüllen würde. Bei der Zusage, wie sie sich in der abrasiven Umgebung einer Schleifmaschine schlagen würde, war ich allerdings vorsichtig, da es unter solchen Bedingungen noch keine Tests gegeben hatte.« Die Schwenkeinheit bestand den Test. Denn durch die geschützte Lagerung der Welle konnten weder die feinen, abrasiven Schleifpartikel noch der wässrige Kühlschmierstoff, Verkrustungen oder Korrosion dem Modul etwas anhaben. Der externe Flächenanschlag der Schwenkeinheiten stellt außerdem sicher, dass die Wiederholgenauigkeit jederzeit eingehalten wird. »Die Robustheit der Module ist auch darauf zurückzuführen, dass das Gehäuse komplett aus hochfestem, gewalztem Aluminium gefräst ist«, erläutert Lang. »Vollmaterial hat gegenüber gezogenem Aluminium den Vorteil, dass es eine hohe Steifigkeit und Festigkeit aufweist.«

Auf die Standzeit kommt es an

Die Anforderungen an die Handhabungsmodule haben sich seit dem Beginn der Zusammenarbeit nicht geändert: Gefragt sind höchste Präzision, integrierte Luft- und Signaldurchführungen sowie eine zuverlässige Laufleistung beim Einsatz im Drei-Schicht-Betrieb. Vor allem die Standzeit und die Wiederholgenauigkeit der einzelnen Handhabungsmodule sind für Tigra wichtig, erklärt Thomas Lippus, der die Qualität der Tigra-Produkte überwacht: »Jeder einzelne Maschinenausfall kostet bares Geld.«

Ein Gang durch die Produktion zeigt, dass die Mader-Module bei Tigra inzwischen in beinahe jeder Produktionsanlage zum Einsatz kommen. Beispielsweise arbeitet Tigra mit einer Schwenkeinheit in einer Schleifmaschine für Schneidplatten. Hier wurde auf die übliche Aufspannvorrichtung zum Schleifen der Werkstücke verzichtet. Stattdessen wird das Werkstück über Greifer und Schwenkeinheit aufgenommen, in die Schleifmaschine geschwenkt und ohne Aufspannung in dieser Position direkt bearbeitet. »Könnten wir uns auf die Wiederholgenauigkeit der Schwenkeinheit nicht verlassen, wäre ein solcher Einsatzfall nicht denkbar. Das Risiko wäre zu groß, dass Werkstücke nicht in der geforderten Präzision hergestellt werden«, so Tigra-Konstrukteur Schnitzer. Neben der Schwenkeinheit SE übernehmen Hubeinheiten und Linearschlitten in Schleif- und Verpackungsmaschinen das Positionieren von Bauteilen. Selbst die als schmutzsensibel geltende Kreuzrollenführung der Linearschlitten besteht unter den abrasiven Bedingungen. »Im Prinzip unterstützt die Qualität der Mader-Module auch die Qualität unserer Produkte«, resümiert Schnitzer.

Thomas Lang, Mader/aru

Erschienen in Ausgabe: 02/2009