Preisgekrönt und sehr beweglich

Motoren – Ein neuer OP-Tisch nimmt es auch mit hohen Gewichten auf und ist dank Fahrantrieb sehr flexibel. Für diesen hat Dunkermotoren als Systemlieferant am Projekt mitgewirkt – erfolgreich und mit neuen Erkenntnissen bereichert.

12. Februar 2019
Preisgekrönt  und sehr beweglich
Mit dem OP-Tisch Maquet Meera lassen sich auch schwergewichtige Patienten sicher und komfortabel durch ein Krankenhaus transportieren. (Bild: Getinge)

An einem Freitag im Feierabendverkehr geschieht ein Unfall. Ein Mann wird mit Knochenbrüchen in die Unfallstation der Universitätsklinik eingeliefert und gleich in den Operationssaal gebracht. Aufgrund seines Übergewichts wird der Patient in eine speziell ausgerüstete und ausgerichtete Adipositaschirurgie verlagert. Um den erhöhten Anforderungen in puncto Gewicht gerecht zu werden, legt man hier besonderen Wert auf die Robustheit der Geräte und die Entlastung des Personals bei manuellen Tätigkeiten.

Hier kommen die 175 Jahre Erfahrung in der OP-Tisch Entwicklung von Anbieter Getinge zum Tragen. Eines dieser neu entwickelten Produkte ist der OP-Tisch Maquet Meera. Es handelt sich um einen mobilen OP-Tisch in Weiterentwicklung der Vorgänger, deren Eigenschaften mit in die Entwicklung einflossen. Der neue Tisch soll somit höchsten Patientenkomfort, Benutzerfreundlichkeit sowie Wirtschaftlichkeit in sich vereinen. Ein wichtiges Merkmal ist auch das Design, das mit dem begehrten iF Design Award in der Kategorie Medicine/Healthcare ausgezeichnet wurde.

»Durch die Einbindung als Systemanbieter konnten wir unseren Blickwinkel erweitern.«

— Axel Winterhalter, Key Account Manager, Dunkermotoren

Mit einem maximalen Patientengewicht von 250 Kilogramm und einer Gesamtbelastbarkeit von 454 Kilogramm bietet der OP-Tisch hohe Stabilität und extreme Mobilität. Getinge setzt bei der Umsetzung der Mobilität auf den integrierten Fahrantrieb Sensor Drive. Zum Verfahren des Tisches wird dieser elektrisch angehoben.

Die vier Doppellenkrollen erlauben dem OP-Tisch die freie Bewegung in jede Richtung. In Kombination mit dem Sensor Drive lässt sich der Tisch mit integriertem Fahrantrieb präzise und stufenlos verfahren – vorwärts und rückwärts.

In den engen Fluren und Gängen eines Operationstrakts bietet Maquet Meera dem Anwender einen ergonomischen und sicheren Patiententransport. Sensor Drive schafft Sicherheit im Operationssaal und entlastet das Klinikpersonal, da der Tisch nicht mehr händisch verfahren werden muss. Durch das Einfahren der Lenkrollen setzt die elektrische Feststellung den OP-Tischfuß komplett auf dem Boden auf.

Auf den Antrieb kommt es an

Zentraler Bestandteil des Sensor Drives ist ein Antrieb von Dunkermotoren. Der Hersteller elektrischer Antriebstechnik identifiziert sich vor allem über sein modulares Baukastensystem. In einem Lastenheft definiert der Kunde dabei die Anforderungen bezüglich Bauraum, Geschwindigkeit und Drehmoment für die Applikation. Mit dem Baukastensystem eröffnet sich dann die Möglichkeit, bei der Auswahl des richtigen Motors, Getriebes, Gebers und der Bremse eine kundenspezifische und wirtschaftlich attraktive Antriebslösung umzusetzen.

Bei Getinge und dem mobilen Fahrantrieb geht Dunkermotoren einen Schritt weiter und wird zum Systemlieferanten, der den kompletten Fahrantrieb gemeinsam mit Getinge optimiert und weiterentwickelt hat. Neben der Antriebskombinatorik des bürstenbehafteten Gleichstrommotors GR 63 und dem Schneckengetriebe SG 80 als Basis umfasst der Lieferumfang des Komplettsystems auch die Montage der Rolle, Federn oder Zylinder. Die Konstruktionshoheit der gesamten Baugruppe liegt beim Auftraggeber.

Die Herausforderung bestand darin, den erhöhten Anforderungen des Medizinmarktes gerecht zu werden. Nur mit einer partnerschaftlichen und firmenübergreifenden Zusammenarbeit in Bezug auf Qualifizierung und Validierung innerhalb der verschiedenen Verantwortungsbereiche lässt sich ein solches Projekt realisieren.

Die im Medizinmarkt spürbare Anforderung nach Lieferantenoptimierung lässt sich mit der Ausweitung zum Systemlieferanten besser umsetzen. Die Motivation hierbei liegt für Getinge in der Reduzierung der Lieferantenbasis und der Verkürzung der Supply Chain. Dadurch verringert sich der Aufwand fürs Lieferantenmanagement beim OEM deutlich. Um sich vom Komponentenlieferanten zum Systemlieferanten weiterzuentwickeln, hat Dunkermotoren einige organisatorische, prozess- sowie produktionstechnische Anpassungen umgesetzt.

Infobox

Auf einen Blick

Im Bereich Medizintechnik hat sich Dunkermotoren in zahlreichen Anwendungsfeldern etabliert. Mit seinem bestehenden Produktportfolio aus bürsten- losen und bürstenbehafteten Gleichstromantrieben, AC-Motoren sowie Linearsystemen kombinierbar mit Getrieben, Bremsen und Gebern bietet der Antriebs- hersteller kundenspezifische Lösungen.

Neben OP-Tischen wie dem Maquet Meera von Getinge gehören MRT-/CT-Anwendungen, Laboranwendungen, Pumpen, Röntgenanwendungen und Reha-Geräte zu den Hauptapplikationen.

www.dunkermotoren.de

Die Entwicklung zum Systemlieferanten bringt ganz neue Erfahrungen und Erkenntnisse in der Praxis mit sich. Bis dato gab es lediglich einen Einblick in die technischen Anforderungen der Applikation. Durch die Erweiterung des Lieferumfangs kann Dunkermotoren nun schon zu einem frühen Zeitpunkt das Design und die Auswahl des Antriebs in das Gesamtsystem einbringen. Zusätzlich lässt sich die Schnittstelle zwischen dem Antrieb und der Anwendung optimieren. Ein weiterer positiver Aspekt ist eine direkte Kommunikation der einzelnen Fachbereiche zwischen Kunde und Lieferant. Dadurch ist es möglich, die Entwicklungszeit von Neuprojekten zu reduzieren und Produktoptimierungen schneller zu realisieren.

Erste positive Erfahrungen mit der Umsetzung eines Projektes als Systemlieferant konnte der Antriebsspezialist mit dem OP-Tisch sammeln. Weitere Projekte befinden sich in der Umsetzung.

Bisher lag der Fokus von Dunkermotoren als Lieferant bei der Auswahl des Antriebes in Bezug auf die Applikation. Dies hat sich nun mit der stärkeren Einbindung in das Gesamtsystem beim Kunden geändert. Das Projekt hat dazu geführt, einen erweiterten Blickwinkel und somit ein besseres Verständnis für die Anforderungen der Anwender und Patienten zu gewinnen. mk

Erschienen in Ausgabe: 01/2019