Preisgekrönte Vakuum-Innovationen

Schmalz zeichnet bei seinem ersten Innovationspreis einen Vakuum-Membransauger mit Formgedächtnisantrieb als Gewinner aus. Auch zweiter Preis und Sonderpreis auf der Motek 2014 vergeben.

09. Oktober 2014

30 Jahre Vakuumtechnologie bei Schmalz waren für den Spezialisten aus Glatten und seinen geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Dipl.-Ing. Kurt Schmalz Grund genug, erstmals eine Innovationspreis auszuschreiben. Gewinner ist Julian Kunze, Student am Lehrstuhl für Unkonventionelle Aktorik an der Universität des Saarlandes, der die Jury mit seinem Entwurf für einen formgedächtnisangetriebenen Vakuum-Membransauger überzeugen konnte. Aktuelle Vakuumgreifer arbeiten überwiegend mit pneumatischen oder mit elektrischen Erzeugern wie Gebläse oder Pumpen, die häufig sehr geräuschintensiv sind. Abhilfe sollen Formgedächtnisaktoren schaffen, mit denen das Vakuum direkt am Wirkort, also an der Saugermembran – erzeugt wird.

Für Jury-Mitglied Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Trumpf Werkzeugmaschinen ist das Konzept zukunftsweisend. „Platz eins des Schmalz Innovationspreises belegt eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Ansätze in einem sehr praxisnahen Kontext erfolgreich umgesetzt werden können“, würdigte er. Das System von Julian Kunze ist ebenso leicht wie platzsparend. Zum Betrieb sind nur wenige Einzelkomponenten erforderlich. Das erhöht die Ausfallsicherheit, zudem ist der Vakuum-Membransauger mit Formgedächtnisantrieb reinraumtauglich. Auch der CO2-Ausstoß verringert sich und die Energieeffizienz steigt, weil beispielsweise keine teure Druckluft mehr erforderlich ist. Julian Kunze erhielt eine Siegprämie von 4.000 Euro inklusive Gutschein für ein vierwöchiges Praktikum bei Schmalz.

Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Platz ging an Walter Thiel aus dem Bereich Vorentwicklung Stanz-Kombimaschinen von Trumpf Werkzeugmaschinen. Er entwarf einen Magnetgreifer mit automatischer Teileanwesenheitskontrolle für das Handling von ferromagnetischen Teilen. Bei der Lösung entsteht bei Abfall oder Lösen des Werkstückes vom Greifer eine Verbindung der Druckkammern untereinander und zur Atmosphäre. Das sorgt für veränderte Druckverhältnisse, die der Drucksensor einfach erfassen kann. Die Entwicklung von Walter Thiel realisiert eine einfache und kostengünstige Teileüberwachung. Das schafft mehr Prozesssicherheit und senkt die Kosten. Jury-Mitglied Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA): „Diese Lösung zeigt eindrucksvoll, wie ein Produkt mit hohem Praxis-Know-how und intensiver Entwicklungsarbeit sinnvoll und nutzwertig weiterentwickelt werden kann.“

Einen Sonderpreis vergab die Jury an den achtjährigen Johannes aus Braunschweig. Der Zweitklässler lieferte einen Entwurf für eine „Aufräummaschine“. „Macht doch mal bitte, bitte eine echte Aufräummaschine“, schrieb er in einem Brief – und schickte eine detaillierte Skizze gleich mit. Das hat auch die Jury begeistert: „Mit dem Wettbewerb wollten wir gezielt auffordern, Ideen zu entwickeln, zu Papier zu bringen und einzureichen. All das hat Johannes perfekt umgesetzt und damit in ganz jungen Jahren schon gezeigt, wie Innovationen entstehen können“, sagt Dr. Kurt Schmalz. Für seine Kreativität wurde Johannes mit einem Messerundgang und einem Baukasten von Fischertechnik belohnt. Außerdem erhielt er einen Gutschein der besonderen Art: Im Jahr 2025 darf er ein Praktikum bei der J. Schmalz GmbH in Glatten absolvieren. „Schließlich wollen wir junge Nachwuchskräfte so früh wie möglich für technische Berufe begeistern. Deshalb freuen wir uns über solche tollen Ideen umso mehr.“

Die starke Resonanz auf die Ausschreibung freut ihn: „Wir sind sehr stolz auf den großen Erfolg. Die Jury konnte rund 40 interessante Ideen bewerten und freut sich mit den Gewinnern über deren exzellente Arbeiten.“