Projekt Generationswechsel

Industrie PCs - Sie sind dank ihrer vorteilhaften Architektur als Maschinensteuerung längst fest etabliert. Vorteil: Individualität, lange Lebensdauer und ein Standard-Betriebssystem, das die neuen Industrie-PCs in eine noch bessere Ausgangssituation manövrieren könnte.

01. Februar 2006

Vor all zu großen Jubelstürmen in der Branche sei jedoch gewarnt. Denn der Einzug der PC-Technologie kann mitunter auch für neue Probleme sorgen. Insbesondere der Servicefall, macht vielen Kunden immer noch zu schaffen. Da die Datensicherungen fast ausschließlich über CD-Brenner oder USB-Festplatten erfolgt, ist die Rücksicherung nur noch durch entsprechend qualifizierte Mitarbeiter möglich. Handelt es sich bei dem defekten PC dann auch noch um ein älteres Gerät, sind entsprechende Neugeräte häufig nicht Imagekompatibel. Lange Stillstandszeiten der Maschinen oder Anlagen wären die Folge. Ein weiteres Problem könnte sich auch aus der zunehmenden Vernetzung ergeben. Durch die Integration in die globale IT-Welt werden Maschinensteuerungen auch anfällig gegen Computerviren, Würmer und andere Gefahren, die sich nur durch zusätzliche Maßnahmen wie Firewalls und Virenscanner abwehren lassen.

Embedded Systems könnte auch hier die neue Zauberformel lauten. Weg von der klassischen Desktop-Anwendung verknüpfen diese sehr baugruppennahen Konstruktionen die große Flexibilität von Software mit der Leistungsfähigkeit der Hardware.

Vorteil Modul

Unternehmen wie die im westfälischen Herford beheimatete Ferrocontrol Steuerungssysteme GmbH & Co. KG, haben den Vorteil von embedded Industrie-PC-Lösungen längst erkannt. Denn anders als bei einem klassischen Motherboard-PC besteht ein Embedded-PC aus einem Baseboard, auf dem ein Standard PC-Modul (ETX-Format) gesteckt wird. Das Baseboard selbst ist auf die reinen Steuerungsaufgaben zugeschnitten. Außerdem verfügen die Bauteile über mehrere CANopen- und Ethernetschnittstellen für den Anschluss von Feldbuskomponenten. Digitale Ein- und Ausgänge auf dem Baseboard ermöglichen zudem den Anschluss von Befehlsgeräten direkt am PC. Eine Shut-down-Funktion sorgt auch ohne zusätzliche USV-Geräte für ein reibungsloses Abschalten der Maschine.

Als Betriebssystem setzt Ferrocontrol hier Windows XP Embedded ein. Damit kann der PC ohne Festplatte, also nur mit einer Compact Flash(CF)-Card, eingesetzt werden. Im Servicefall ist dann lediglich die CF-Card des defekten PC in das Neugerät einzusetzen. Neben dem allgegenwärtigen Windows XP-Betriebssystemen wird auch Windows CE für die Steuerung von Maschinen zunehmend beliebter. Die Software CE 5.0 wird beispielsweise »onboard« im Flash gespeichert.

Effiziente Software

So kann im Servicefall ein einfacher und schneller Gerätetausch vorgenommen werden. Der Funktionsumfang bietet zudem weitere moderne Kommunikationsmöglichkeiten (FTP, Telnet, Webserver etc.), inklusive des zukunftsweisenden .net-Compact-Framework, ebenfalls von Microsoft. Weiterer Vorteil: Das bequeme Aufstarten des Gesamtsystems. Das vom PC her bekannte und oft auch Zeit raubende, aufwändige Booten und Abmelden entfällt. Beispiele, die zeigen, dass der klassische Industrie-PC inzwischen weit mehr ist als ein schlichter, klobiger Desktop-PC im grauen Schaltschrank. Kommunikations- und Servicefreundlichkeit inklusive.

Werner Düpjohann, Ferrocontrol

FAKTEN

- ›FIT/FIPC‹ ist ein kompaktes Industrie-PC-›Vollgerät‹

- Funktionstasten für eine direkte Steuerung der Maschine

- Onboard Ethernetschnittstelle mit Shutdown-Funktion

- industrielle Funktionserweiterung durch PCI-, ISA- oder PC104-Karten.

Erschienen in Ausgabe: 01/2006