Additive Fertigung und 5-Achs-Fräsen kombiniert

Um anschaulich und auch etwas plakativ ein Bauteil aufzuzeigen, welches sowohl additiv gefertigt und im Anschluss zerspanend in Form gebracht wurde, präsentierte Maschinenbauer Hermle auf der Hausaustellung 2019 ein Segelboot mit einigen Raffinessen

27. Mai 2019
Additive Fertigung und 5-Achs-Fräsen kombiniert
Bei der Produktion des Bauteils in Form eines Segelbootes wurde die Hermle MPA-Technologie und das Fräsen miteinander kombiniert. (Bild: Hermle)

Zunächst fertigte Hermle mit der MPA-Technologie additiv einen Rohling in den Maßen 400 x 200 x 100 mm (BxHxT) aus dem Werkstoff 1.4404. Dank der Möglichkeit Materialien zu kombinieren, wurden bestimmte Stellen (Deck- und Dachfläche des Segelbootes) in Reinkupfer ausgeführt und ebenfalls additiv eingebracht. Ebenso wurde durch den Einsatz eines wasserlöslichen Füllmaterials ein großer Hohlraum für die Kajüte erzeugt. Anschließend wurden die Kupferflächen wieder freigefräst, ebenso die Kajütenfenster. Der Rumpf des Bootes ist in einer klassischen 5-Achs-Simultanbearbeitung ausgeführt, wobei der Werkstoff 1.4404 sowohl den verwendeten Werkzeugen wie auch der gewählten Frässtrategie einiges abverlangte.

Das Segel mit dem Mast wurde in einer separaten Bearbeitung klassisch in Aluminium ausgeführt und stellte durch seine filigrane Form die Programmierabteilung ebenfalls vor eine komplexe Aufgabe. Diese wurde mit dem Programmiersystem Tebis optimal umgesetzt. Über eine herkömmliche Verstiftung wurden dann der Rumpf mit Mast und Segel verbunden. Das Segelboot soll bei Hermle künftig die Möglichkeiten beider Technologien aus einer Hand symbolisieren.