Prozesskette ohne Systembruch

CAD CAM

Software – Die OKW Gehäusesysteme hat mit Solidworks und Partnerprodukten eine durchgehende Prozesskette von der Konstruktion bis zur Fräsmaschine realisiert und spart damit 60 Prozent der Zeit gegenüber konventioneller Bearbeitung. Lieferant und Realisierungspartner ist DPS Software.

22. August 2017

Wer das Firmengebäude der OKW Gehäusesysteme GmbH in Buchen betritt, der trifft auf eine große grüne Schildkröte. Der Fertigungsleiter des Unternehmens, Helmut Böhrer, klärt auf: »Unsere Gehäuse sind robust, langlebig und dicht, darum haben wir die Schildkröte als CI-Bild gewählt.« Neben dem reinen Verpackungsaspekt geben Gehäuse dem Produkt, welches sie umhausen, ein Gesicht, tragen mit dem Design zu der gewünschten Anmutung bei und stellen die Funktionalität bereit. Um ihre Gehäuse mit all diesen Funktionen auszustatten, setzt OKW seit Jahren auf die CAD/CAM-Lösung Solidworks. Entscheidende Kriterien für die Auswahl: CAD und CAM sind integriert, unter einer Benutzeroberfläche zu bedienen und mit nur einem internen Modell arbeitend. Heute hat OKW 14 CAD- und 4 CAM-Lizenzen. Dazu kommen Lizenzen für iMachining und Solidworks Composer. Die gesamte Installation wird über ein PDM-System verwaltet: Solidworks PDM mit 15 Lizenzen. Lieferant der CAx-Komponenten ist der Anbieter DPS-Software.

Standzeit erheblich erhöht

Die Kundendaten erhält OKW in unterschiedlicher Aufbereitung: »Manche Kunden geben uns 3D-Modelle, andere nur Handskizzen. Noch andere senden uns ihre Platine mit dem Hinweis, bitte baut dafür das passende Gehäuse. Auch das machen wir«, sagt Dieter Neukirchner, zuständig für die CAx-Systeme. Teilweise können die Daten direkt in Solidworks übernommen werden, doch meist werden die Gehäuse neu in »SWX« aufgebaut. »Das geht äußerst einfach«, kommentiert Neukirchner.

Sind die Grunddaten im System, werden sie weiter bearbeitet, je nach Aufgaben des späteren Gehäuses. Hierbei spielt Solidworks seine umfangreichen Möglichkeiten aus. Der Anwender arbeitet mit den Features und erzeugt ein parametrisches 3D-Modell, bis hin zur kompletten Bemaßung. Dann kann bereits die Zeichnungsableitung erfolgen.

Die Abstimmung mit dem Kunden wird mit PDF-Dokumenten durchgeführt. Wo nötig, arbeitet man auch mit Solidworks Photoview 360, einem Tool für fotorealistische Bilder und Animationen. Noch leistungsfähiger ist der Solidworks Composer, der u. a. für die Erstellung von Montageanleitungen inklusive Videos eingesetzt wird.

Ist die Abstimmung erfolgt, kann das CAM-Programm mithilfe der Solidcam-Befehle erzeugt werden. Für die Bearbeitung von Stahlteilen im eigenen Werkzeugbau setzt OKW ebenfalls auf Solidcam und bei allen Schrupparbeiten auf iMachining. Dieses Paket für das Schruppen im Gleichlauffräsen spart nach Worten von Fertigungsleiter Böhrer »rund zwei Drittel der Bearbeitungszeit gegenüber konventioneller Bearbeitung. Dazu kommt eine deutliche Standzeiterhöhung bei den Werkzeugen, im Durchschnitt um den Faktor 2.« Sehr vorteilhaft sieht Böhrer auch den Einsatz bei filigranen Geometrien: »Wir gehen hinunter bis zu Werkzeugdurchmessern von 0,6 Millimetern. Dabei haben wir mit iMachining wesentlich weniger Bruch als früher.« hjs

Erschienen in Ausgabe: 06/2017