Qualität mit kleinem Querschnitt

Schwerpunkt Gleit- und Wälzlager

Dünnringlager – Dank ihres Know-hows in Sachen Dünnringlager will Findling typische Probleme von vornherein vermeiden, und der Anwender soll von durchgehend hohen Qualitätsstandards profitieren – egal ob im Standard- oder im Premiumsegment.

24. Mai 2018

Bei Wälzlagern ist nicht alles Gold, was glänzt. Ein gutes Beispiel dafür sind die populären Dünnringlager: Gerade bei Anwendungen mit wenig Bauraum gelten diese besonders schlanken Komponenten als unkomplizierte Problemlöser. In der Umsetzung bewahrheitet sich das aber nur, wenn die Lager professionell ausgewählt und eingesetzt werden.

Das definierende Merkmal der Dünnringlager lässt sich bereits aus dem Namen ableiten – jedoch sind die dünnen Innen- und Außenringe der Komponenten Segen und Fluch zugleich. »Dünnringlager benötigen wenig Bauraum und werden gerne in Anwendungen eingesetzt, in denen große Wellendurchmesser bei sehr kleinen Lagerquerschnitten gefragt sind. Das ist zum Beispiel in der Medizintechnik oder der Feinmechanik oft der Fall«, erläutert Klaus Findling, Geschäftsführer von Findling Wälzlager. »Konstruktiv ergeben sich bei den schlanken Lagern jedoch Herausforderungen, die von den Herstellern mal besser und mal schlechter gelöst werden.«

Denn sehr dünn ausgeführte Innen- und Außenringe sind elastisch. Das führt dazu, dass die Lager nicht vermessen werden können, solange sie nicht eingebaut sind. Erst durch das Montieren der Lager auf der Welle entsteht der Rundlauf – entsprechend sollte dabei auf eine hohe Präzision der Wellen geachtet werden, denn jeder Fehler auf der Welle überträgt sich nahezu 1:1 auf das Lager. Durch den fehlenden Rundlauf stehen die Hersteller vor Problemen bei der Überprüfung der Präzision: Das klassische Vorgehen einer Geräuschprüfung lässt sich hier nicht anwenden, da schon allein der Verzug im Material laute Geräusche verursachen kann.

Vorsicht bei der Dichtung

Durch die filigrane Struktur der Ringe und der Unrundheit im nicht eingebauten Zustand birgt auch die Dichtung Schwierigkeiten, weil bei Produkten ohne L-Nut oftmals ein Spalt entsteht. Dadurch liegt die Dichtung nicht auf dem Innenring auf. Dabei muss es sich jedoch nicht unbedingt um einen Fertigungsfehler handeln: »Dieses Phänomen kann auch einfach durch einen unrunden Lauf des Innenringes verursacht werden, der Kunde begreift es jedoch zumeist als Mangel«, kommentiert Klaus Findling. »Daher bieten einige Premiumhersteller keine klassischen 2RS-Dichtungen mehr an, sondern nur nichtschleifende Ausführungen. So kann man dieses Dilemma auch umgehen. Bei Dünnringlagern mit Z-Dichtungen können die Z-Deckel am Innenring schleifen und damit Geräusche verursachen.«

Nicht zuletzt steht in Dünnringlagern aufgrund der kleinen Querschnitte nur wenig Platz für Käfige zur Verfügung. Diese werden deshalb gerne sehr dünn ausgeführt, um einen ungewünschten Kontakt mit Dichtungen und Deckscheiben zu vermeiden. »Dadurch entsteht mehr Platz im Lager und es gibt weniger Probleme mit schleifenden Dichtungen«, erklärt Klaus Findling. »Das hat aber auch den Nachteil, dass die Käfige nicht mehr so stabil sind. Bei oszillierenden Bewegungen stoßen sie sehr schnell an ihre Belastungsgrenzen und es kommt zum Käfigbruch und Totalausfall.«

Die Käfige brechen dabei vor allem an den Nietstellen, die von den Herstellern ganz unterschiedlich ausgeführt werden: Eingesetzt werden Rund- oder Flachkopfnieten in unterschiedlichen Dicken, zudem variieren die Art und Weise der Nietausführung und die Überdeckung der Niete auf der Rückseite. »Grundsätzlich kann ein geübter Experte schon allein anhand der Käfige eine Aussage darüber treffen, ob es sich bei dem vorliegenden Dünnringlager um ein Standard- oder ein Premiumprodukt handelt«, betont Klaus Findling. »Premiumhersteller sind nämlich in der Lage, auch bei dickeren und somit robusteren Käfigen einen Kontakt zwischen Dichtungen und Deckscheiben zu vermeiden.«

Findling Wälzlager bietet im Rahmen ihres umfassenden Service-Portfolios auch eine professionelle Schadensanalyse an. Dabei fungiert das Unternehmen als unabhängiger Partner, der die Ursachen der Schäden erforscht und bei der Behebung der Probleme hilft. Aufbauend auf diesen Erfahrungen haben die Experten einen guten Überblick, welche Probleme sich beim Einsatz von minderwertigen Dünnringlagern ergeben.

Ausgiebige Tests

Generell gilt: Qualitätsprobleme in der Beschaffung lassen sich nur durch eine langjährige Erfahrung mit der Materie sowie eine genaue Überwachung der Herstellungsprozesse vermeiden. »Und das wird bei uns mit aller Konsequenz durchgeführt«, betont Findling. Die Hersteller durchlaufen ein rigoroses, mehrstufiges Auditprogramm, das die Grundlage einer Qualifizierung für ABEG-Produkte bildet. Und auch bei der Fertigungs- und Eingangskontrolle macht Findling keine Kompromisse.

»Durch diese intensiven Lieferantenaudits und Qualitätsprüfungen können wir typische Probleme mit Dünnringlagern grundsätzlich vermeiden und den Kunden stets beste Qualität liefern – egal in welcher Leistungsklasse«, resümiert der Geschäftsführer. mk

Auf einen Blick

Bei Findling finden sich Dünnring-lager von 3 bis 220 Millimeter In-nendurchmesser in hoher Präzision. Sie sind in Chrom- oder Edelstahl lieferbar, auf Wunsch auch lebens-mittelsicher befettet. Eingesetzt werden die Dünnringlager etwa in der Kurvenlichtsteuerung bei Autos. Dank der kompakten Maße eignen sie sich aber auch für Drehgeber, Seilzuggeber, medizinische Pumpen, Trommel- und Feinmotoren.

Erschienen in Ausgabe: Nr. 04/2018

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