Rationell gesetzt

Verbindungstechnik

Eindrücksystem – Diverse Ausführungen von Geräten zum Eindrücken von Schrauben oder Nieten aus dem Hause Deprag versetzen den Anwender in die Lage, eine Verbindung zu jeder Zeit effizient und präzise durchzuführen.

24. Mai 2018

Wer schon einmal eine Abdeckkappe in ein Bohrloch oder einen Reißnagel in eine Wand gedrückt hat, weiß nur zu gut, wie stark der Daumen dabei beansprucht wird. Schmerzhaft kann es werden, wenn dieser über eine längere Zeit einer solchen Belastung ausgesetzt wird. In der industriellen Fertigung gibt es viele Anwendungen, bei denen Verbindungselemente beim Fügen zweier Bauteile nicht selten per Hand eingedrückt werden müssen. Diese Bewegung wiederholen die Monteure mehrere Hundert Mal am Tag.

In der Fahrzeugmontage zum Beispiel wird die Innenverkleidung größtenteils mit Innenverkleidungsclips, Kunststoffspreiznieten oder Tannenbaumclips angebracht. Diese Verbindungselemente müssen allerdings in vorgebohrte Löcher eingedrückt werden, um zwei Bauteile miteinander zu verbinden. Neben der Automobilindustrie findet das Eindrücken als Fügeverfahren in weiteren Branchen Anwendung – von der Luft- und Raumfahrtindustrie über Maschinenbau, Telekommunikation und Apparatebau bis hin zur Baugruppenmontage von Elektronik und Fahrzeugtechnik.

Prozesse unterstützen

Damit für den Werker das Platzieren und Setzen von Verbindungsteilen ergonomischer und der Montageprozess effizienter werden, lassen sich manuelle Montagearbeitsplätze mit handgeführten Eindrückgeräten ausstatten. Diese unterstützen den Bediener dann beim Eindrücken durch einen Eindrückhub und erleichtern so den Vorgang. Zudem sind auch schwer zugängige Verbindungsstellen mit dem Werkzeug einfacher zu erreichen als mit den Fingern.

Der Spezialist für automatisierte Zuführ- und Schraubtechnik Deprag Schulz aus Amberg hat darum zwei Varianten der Eindrückgeräte für den handgeführten Einsatz entwickelt: den Typ EDG mit einem Eindrückhub sowie den Typ EDGZ mit einem Eindrückhub plus zusätzlichem Sperrhub. Beide Geräte verfügen über eine ergonomische Form des Handgriffs.

Beim Typ EDG führt der Bediener den gesamten Hubweg des Eindrückvorgangs aus. Das Eindrücken wird durch den vom Bediener erzeugten Impuls zusätzlich unterstützt. Mit dem Eindrückgerät des Typs EDGZ vollzieht er lediglich einen kurzen Hubweg, der für das eigentliche Eindrücken notwendig ist. Ein integrierter Zylinder führt die Sperrhubbewegung aus, und der Eindrückstößel steht dadurch unmittelbar hinter dem Verbindungselement, das fixiert aus der Kugel- oder Schnabelhülse hervorsteht. Ein Zurückschieben des Verbindungselementes ist ausgeschlossen.

Neben den Eindrückgeräten für den handgeführten Einsatz bietet Deprag auch stationäre Eindrückmodule. Bei der stationären Anwendung wird die Zustell- und Eindrückbewegung jeweils von Zylindern ausgeführt. Da der Anwender mittels Sensoren weitere Merkmale von Verbindungselementen abfragen kann, sind zahlreiche Anwendungen möglich und neben Nieten, Stiften, Hülsen und Kugeln auch asymmetrische Bauteile zu verarbeiten. Die Eindrückmodule können darüber hinaus mit integrierter Tiefenabfrage, Anwesenheits- und Positionskontrolle erweitert und somit zur vielseitigen Gesamtlösung für komplexe Montageanwendungen ausgebaut werden.

Eindrückgeräte und -module von Deprag lassen sich mit einem passenden Zuführgerät zu einem kompletten Eindrücksystem kombinieren. Diese besitzen eine hohe Effizienz sowie Verfügbarkeit und verkürzen die Taktzeit; Setz- und Bestückungsvorgänge sind schnell und prozesssicher von Hand oder aber in der Montageanlage durchzuführen. Weitere Bestandteile sind eine Wartungseinheit, eine elektronische Steuerung und ein Zuführgerät. Zur Auswahl stehen dabei Vibrationswendel- und Hubschienenförderer, bei denen jeweils die Kugel- oder Schnabelhülse an die Applikation und das Verbindungselement genau angepasst wird.

Schonende Anwendung

Bei Anwendungen für eine bauteilschonende, abrieb- und geräuscharme Förderung können Hubschienenförderer von Deprag zum Einsatz kommen. Diese sind in der Standardausführung mit Topfgrößen 0,15 und 1,50 Liter verfügbar.

Die Fördergeräte eignen sich vor allem für Schrauben in den Größen M2 bis M6 und einer Schaftlänge bis maximal 25 Millimetern sowie für zylindrische Stifte, Nieten und Kugeln mit einem Durchmesser von 1 bis zu 12 Millimetern. Zur Verarbeitung von Schrauben und bevorzugt von Gewindestiften, Muttern sowie O-Ringen wird ein Vibrationswendelförderer eingesetzt.

Hier bietet Deprag mit »Eacy Feed« ein besonders energieeffizientes Zuführgerät an. Der Antrieb von Eacy Feed arbeitet mit 24-Volt-Schwingmagneten, wodurch die maximale Leistungsaufnahme deutlich herabgesetzt und eine Energieeinsparung von 80 Prozent erreicht wird. Die 24-Volt-Technik arbeitet selbst bei schlechter Netzversorgung störungsfrei – unabhängig von der Netzspannung oder Netzfrequenz. Dank eines Weitspannungsnetzteils ist der weltweite Einsatz problemlos möglich.

Darüber hinaus ist Eacy Feed kommunikationsfähig und für das Konzept Industrie 4.0 voll einsetzbar. Der Wendelförderer ist für Schrauben kleiner M1 bis M8, mit Schaftlängen von 5 bis 60 Millimetern geeignet. In der Standardausführung gibt es vier Topfgrößen für den handgeführten und sieben für den stationären Einsatz.

Attraktive Kombi

Ob innerhalb einer komplexen, automatisierten Fertigung in Montageanlagen oder im manuellen Einsatz mit handgeführten Eindrückgeräten – die beiden Zuführgeräte von Deprag stellen das Fördergut taktgenau, zuverlässig und mit hoher Förderleistung bereit. Die Kombination aus Zuführgerät und Eindrückgerät beziehungsweise Eindrückmodul zu einem abgestimmten Eindrücksystem stellt eine laut Hersteller attraktive Gesamtlösung für zahlreiche Anwendungen in der Montage dar, die seit über vier Jahrzehnten von Deprag stetig weiterentwickelt wird. mk

Erschienen in Ausgabe: 04/2018