Reibschlüssig verbunden

Wind

Verbindungen – Reibschlüssige und lösbare Welle-Nabe-Verbindungen gibt es als einbaufertige Einheiten. Der Pressverband ersetzt Schrumpfsitze, Keil- und Passfedern sowie Polygon- und Vielkeilverbindungen.

31. August 2010

Für Windkraftanlagen bietet der Bremer Hersteller Hausmann+Haensgen Antriebstechnik unter dem Namen »Hakon-Spannelemente« reibschlüssige und lösbare Welle-Nabe-Verbindungen als einbaufertige Einheiten an. Und zwar als innenspannende Elemente (Spannsätze), außenspannende Elemente (Schrumpfscheiben), torsions- und biegesteife Wellenkupplungen, Einschweißnaben sowie Klemmnaben.

Die Welle-Nabe-Verbindungen eignen sich zur Übertragung statischer, wechselnder oder stoßartig wirkender Kräfte und Momente. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Spannelemente nach der Art des Kraftschlusses und nach der Anzahl der Wirkflächenpaare. Durch axiales Verspannen werden die konischen Elemente radial verformt. Üblicherweise sind die zum Verspannen verwendeten Schrauben im Spannsatz integriert. Nach Überwindung des Passungsspiels kommt es zum Aufbau einer hohen Anpresskraft zwischen Spannelement und Nabe bzw. Welle, die den erforderlichen Reibschluss bewirkt. Die Lage der Nabe lässt sich bei hoher Rundlaufgenauigkeit axial und tangential frei festlegen. Die Spannverbindungen dienen zur Befestigung von Bauteilen, die Kräfte und Momente aufnehmen müssen.

Sie können dabei hohe Drehmomente, Quer- und Längskräfte übertragen. Die Kerbwirkung ist gering, eine Schwächung durch Nuten besteht nicht. Der Pressverband erfolgt spielfrei und ohne Gefahr des Ausschlagens. Die Rundlaufgenauigkeit beträgt 0,02 bis 0,04 mm. Selbstzentrierende Ausführungen sind möglich. Neben den klassischen Spannsätzen bietet Hausmann+Haensgen Schrumpfscheiben der Baureihen 222, 271 und Klemmnaben der Baureihe KN22 und KNV22 an. Die Elemente befestigen Naben jeglicher Art auf Wellen und Achsen. Wegen guter Zentriereigenschaften eignen sich die Schrumpfscheiben bestens für Antriebsverbindungen mit hoher Drehzahl. Die kompakte Bauform bietet Einsatzbereiche für Wellendurchmesser von 9 bis 310 mm und auf Anfrage auch größer. Anwendungsgebiete sind Hohlwellenbefestigungen auf Wellen und Achsen, z.B. in Windkraftanlagen, Förderanlagen und Walzwerken.

Zweiteilige Scheibe

Der am häufigsten verwendete Schrumpfscheibentyp für Windmühlengeneratoren ist die zweiteilige Schrumpfscheibe der Baureihe 222. Hier kommen in der Regel Größen von 420 bis 620 mm Innendurchmesser, für Wellendurchmesser von 340 bis 520 mm und 900 bis 3.500 kNm zum Einsatz. Die zweiteilige Schrumpfscheibe verbindet durch Reibschluss die Rotorwelle und die Getriebehohl-welle spielfrei miteinander. Diese lässt sich durch ihren konstruktiven Aufbau mit und ohne Drehmomentschlüssel selbstzentrierend und sicher montieren.

Die zweiteilige Hakon-Klemmnabe der Baureihe KN22 befestigt schmale Bauteile ohne die Verwendung von angedrehten oder angeschweißten Naben auf Wellen. Die standardisierte Antriebselemente lassen sich schnell und sicher montieren, wobei die Ausführungen A bis D für Wellendurchmesser von 10 mm bis 100 mm vorgesehen sind. Die verstärkte Baureihe ermöglicht den Einsatz von Wellendurchmesser bis 360 mm und größer. Geeignet sind die Klemmnaben für das Anbringen von Kettenrad-, Riemen-, Brems- und Kurvenscheiben sowie Hebeln, Trommeln, Rädern und Kupplungen. Bremsscheiben für Windkraftgeneratoren werden mit einer Hakon-Klemmnabe des Typs KNV22 (Heavy-Duty) sicher befestigt. Wie bei allen außenspannenden Elementen ergeben sich dabei gute Rundlaufeigenschaften.

Fakten

-Die Firma Hausmann+Haensgen wurde 1945 von Andreas Hausmann und Ulrich Haensgen senior als Großhandel für technische Bedarfsartikel gegründet.

-Das Unternehmen, das seinen Sitz in Bremen hat, stellt auch Spezialartikel vormontiert und einbaufertig zur Verfügung. Außerdem umfasst das Dienstleistungsportfolio die Einzel- und Serienanfertigung von Sonderteilen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2010