Reine Bewegung

Linearachsen für Reinraumprozesse

12. Juli 2011

Der Hersteller für Linearachsen El.More hat die enorme Bedeutung von Reinräumen bereits frühzeitig erkannt und entwickelte über einen längeren Zeitraum hinweg die erste Linearachse (Baugröße 80) für Reinräume bis zur Klasse ISO 1. Sie entspricht der deutschen Norm DIN EN ISO 14644-1 und ist vergleichbar mit der US-amerikanischen Norm Fed Std 0,01 (bzw. FED 209). Das Ergebnis wurde vom Fraunhofer-Institut als außerordentliche Entwicklung gelobt. Für die ISO-Klasse 3 stehen bereits weitere Baugrößen von 50 und 110 zur Verfügung.

Die neue Linearachsenbaureihe vom Typ One zeichnet sich durch ein spezielles Konstruktionsprinzip aus, das die obere Längsöffnung des Aluminiumprofils auch während der Bewegung des Laufwagens abschließt und so bereits im ersten Anlauf hohe Ansprüche eines Reinraumbetriebs erfüllt. Die Einheit ist kompakt gebaut, ein abriebfester Polyurethanriemen fügt sich über eine beidseitige Negativ-positiv-Profilierung in das Aluminiumprofil ein und liegt damit eng am bzw. im Gehäuse. Die sonst üblichen Reibungsverluste und der Austritt bereits kleinster Mengen von Partikeln lassen sich so im Vorfeld reduzieren. Jede Einheit verfügt über ein aktives Umlenksystem: Dieses ballt den Antriebsriemen während des Aushebelns zusammen, führt ihn über beide Kugellager und durch den Laufwagen hindurch, um ihn anschließend wieder zurück in den Sitz zu führen. Ein intelligentes Umlenksystem – das Ganze geschieht ohne Druck oder Quetschungen, – das System lässt kaum Austrittsmöglichkeiten für Partikel zu und die Komponenten werden auch nur wenig beansprucht.

Mit einer Partikelentstehung ist üblicherweise im Inneren des Laufwagens zu rechnen: Sie tritt dort an den Kontaktstellen zwischen Riemen und Riemenscheibe oder am Linearführungswagen einer Linearachse auf. Um die hohen Ansprüche an ein geschlossenes System innerhalb der Reinraumachse zu erfüllen und einer Partikelemission wirksam vorzubeugen, erzeugt der Anwender an den Endköpfen der Linearachse einen leichten Unterdruck. Dadurch entsteht ein nach innen gerichteter Luftstrom. Die Partikel gelangen so ohne Beeinträchtigung des Reinraums über das vorbereitete Schlauchsystem nach außen.

Neben der Partikelemission spielt auch die Entstehung von Partikeln für das Achssystem eine große Rolle: Der Hersteller hat die zur Konstruktion notwendigen Bauteile und Materialien mit Bedacht gewählt: Neben dem verschleißresistenten Polyurethanriemen kommen spezielle Kugellager oder besondere Schmierstoffe zum Einsatz, die dem höchsten Reinraumanspruch gerecht werden. Mit Rücksicht auf weitere unerwünschte Quellen der Partikelbildung wird auf Bürstenabstreifer innerhalb dieses nahezu geschlossenen Systems vollständig verzichtet.