RFID mit Anbindung

Kennzeichnung - Die Fracht kennt den Weg - dank Radio Frequency Identifikation (RFID). Diese intelligente Art der Kennzeichnung ist mittlerweile geläufig, birgt aber noch viel Potenzial. Die Entwickler sind diesem auf der Spur.

14. Dezember 2005

Durch optimierte Intralogistik verkürzen sich die Durchlaufzeiten automatisierter Prozesse fortlaufend. Als Datenbasis dienen dazu Identifikationssysteme. Da diese indirekt über den Erfolg eines Unternehmens oder einer Produktlinie entscheiden, stehen sie bei den Entscheidern derzeit im Fokus. Der Fortschritt in der Mikroelektronik hat die Entwicklung solcher Systeme stark vorangebracht, avisierte Allheilmittel sind aber noch nicht alltagstauglich. Induktive Identifikationssysteme durchlaufen den gesamten Fertigungsprozess. Sie erkennen Positionen und Varianten, steuern Weichen und dienen zur Qualitätssicherung und Prozessverfolgung. Sie müssen temperaturstabil sein, robust und mechanisch belastbar. Bussysteme wie Ethernet, Profibus, Devicenet sind Pflicht.

Sender mit Zusatzjob

Bei RFID speichern kleinformatige Radiosender Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt. Der Anwender kann Daten in einer zentralen Datenbank verwalten und Pointer setzen, sie in der Datenbank selbst nachführen oder direkt im Datenträger ablegen. Die meisten Identifikationssysteme besitzen aber weder eine Anzeige noch ein Werkzeug, Befehle direkt einzugeben. Erst zusammen mit einem SPS-Programm ist der Betrieb möglich. RFID unterstützt oft nur bestimmte, eingeschränkte physikalische Leseprinzipien. Werden in einer Anwendung unterschiedliche Techniken eingesetzt, erzeugt das höhere Kosten und einen höheren Programmieraufwand durch

- Eigenes Bedienkonzept

- Verschiedene Befehlssätze

- Datenübergabeprobleme

- Produktvielfalt

- Hohe Lagerbestände

- Verschiedene Lieferanten Das Ident Control System von Pepperl+Fuchs umfasst zum Beispiel eine Auswerteeinheit, alle gängigen Busschnittstellen und nimmt vier Schreib- und Leseköpfe auf. Metallgehäuse und Erdungskonzept mit geschirmten Leitungen gewährleisten EMV-Sicherheit, Frequenzumrichter und Antriebe werden unterstützt. Die Anbringung kann sowohl im Schaltschrank auf der Hutschiene erfolgen als auch im Feld nach Schutzart IP67. Das integrierte Display zeigt alle Informationen an, Parameter lassen sich direkt eingeben.

Erkennen mit Ethernet

Trendreports prophezeien dem Ethernet die höchsten Zuwachsraten aller Feldbusse. Endgeräte mit Ethernet-Schnittstelle verfügen über eine direkte Anbindung an die TCP/IP-Welt und die Möglichkeit, Informationen zu visualisieren. Das Browser-Umfeld ist vertraut, weltweit bedienbar und einsehbar - Sicherungen und Zugangsberechtigungen inklusive. In großen und komplexen Produktionsanlagen mit Netzwerkstrukturen sind auch Fernwartung und Ferndiagnose möglich. Moderne Netze sollen echtzeitfähig sein und erreichen dies über einen intelligenten Switch und geringe Netzlast oder neue Protokolle wie Profinet I/O. Ident Control hat dies in zeitkritischen Applikationen unter Beweis gestellt. Das System nutzt einen weiteren Vorteil von Ethernet: eine Vielzahl von unterschiedlichen Protokollen und Diensten, die beispielsweise zur Visualisierung von Fertigungsabläufen eingesetzt werden können. Java - Applets und Grafiken lassen sich in einzelnen Modulen hinterlegen und bei Bedarf aufrufen. Treten Fehler auf, erhält der Verantwortliche sofort einen E-Mail-Direktruf auf sein Service-Handy. Dieser Direktruf signalisiert verschiedene Fehler, zum Beispiel wenn ein Schreib-Lese-Kopf zerstört ist. Dabei wird nicht nur der genaue Ort übertragen, der schon über die IP-Adresse bekannt ist, sondern auch die Lesekopfnummer mit Typenbezeichnung. Weiterhin besteht die Möglichkeit, einen frei definierbaren Servicetext zu hinterlegen und zu senden. Dies können Telefonnummern weiterer Ansprechpartner sein oder einzuleitende Maßnahmen. Auf Basis dieser konkreten Informationen lässt sich sofort ein passendes Ersatzgerät vom Lager beschaffen und gleich zur Problemstelle mitnehmen. Dazu muss kein Servicetechniker vorher vor Ort sein.

Dr. Konrad Kern, Pepperl+Fuchs

FAKTEN

- RFID ist die derzeit viel versprechendste Technologie zur Identifikation in der Automatisierung.

- Identifikationssysteme müssen temperaturstabil sein, robust und mechanisch belastbar.

- Wichtig und Richtung weisend ist die Visualisierung von Prozessen direkt am Gerät.

- Zur Anbindung an das Unternehmensnetzwerk wird sich Ethernet als Lösung der Zukunft durchsetzen.

- Eine direkte Benachrichtigung im Servicefall verkürzt Ausfallzeiten und spart Kosten.

Erschienen in Ausgabe: Wer macht was?/2006