Robuste Kontaktvermittler

Industrieelektronik

Steckverbinder – Die drahtlose Datenübertragung über weite Strecken erfordert die Montage der Sende- und Empfangselektronik im Freien. Robuste Steckverbinder gewährleisten dauerhaft Kontakt.

09. September 2009

Ein ungebrochener Trend in der Datenübertragungstechnik ist die zunehmende Nachfrage nach weiträumigen drahtlosen Netzwerken. Neben den Standards WiMAX (Worldwide interoperability for Mobile Access) und LTE (Long Term Evolution) sind diese Anwendungen für Mobilfunkstandards wie UMTS, TD-SCDMA und CDMA 2000 bereits weit verbreitet.

Ein Kennzeichen solcher Anwendungen sind Sende- und Empfangsbaugruppen mit integriertem Endverstärker und Duplexfilter, die nahe an der Antenne an Dächern, Masten oder Gebäudewänden angebracht werden. Bedingt durch die Nähe zwischen der Antenne und diesen sogenannten Outdoor Units, auch als Remote Radio Heads (RHH) bekannt, benötigt diese Lösung nur eine kurze koaxiale Verbindung und damit eine niedrigere Sendeleistung als bisherige System-Architekturen, was den Wirkungsgrad erheblich erhöht. Außerdem kann der Sendemast so bis zu mehreren Kilometern von der Basisstation entfernt stationiert sein.

Raue Umgebung

Die Montage des RRH im Freien hat jedoch zur Folge, dass die Komponenten der Antennenaußeneinheiten sämtlichen klimatischen Extremen direkt ausgesetzt sind, und entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihre Robustheit.

Das gilt gleichermaßen für die Verbindungstechnik. Der ostwestfälische Industrieelektronikspezialist Harting hat deshalb eine spezielle Steckverbindertechnik entwickelt, die allen Ansprüchen der Outdoor Units mit ihren Besonderheiten gerecht wird.

Typische Schnittstellen einer Outdoor Unit sind ein Leistungssteckverbinder für die Stromversorgung, zwei kupferbasierte RJ45-Schnittstellen für Installation und Software-Updates sowie zwei Lichtwellenleiteranschlüsse zur Basisstation und zum nächsten RRH. Im Bereich der optischen Schnittstellen gibt es die Unterscheidung zwischen CPRI (Common Public Radio Interface)/OBSAI (Open Basestation Architecture Initiative) und proprietären Lösungen.

Basis der Daten- und Leistungssteckverbinder von Harting sind die bewährte Baureihe Han3A und die PushPull-Gehäusefamilie. Bei Outdoor-Applikationen gewährleistet diese Technologie eine Mindesthaltbarkeit aller eingesetzten Komponenten von 15 Jahren unter den unterschiedlichsten klimatischen und mechanischen Beanspruchungen. Die Steckverbinder aus Metall und Kunststoff bieten die Schutzklassen IP65 und IP67 und widerstehen Immissionen und Witterungseinflüssen wie Schadstoffen, Schmutz, Feuchtigkeit, Ozon und UV-Strahlung.

Die Montage und Installation der Steckverbinder ist einhändig möglich und erfordert kein Spezialwerkzeug. Optische und akustische Signale zeigen die sichere und vollständige Verriegelung der Steckverbinder an. Weiter vereinfacht wird die Handhabung durch die Verwendung standardisierter Kabelmaße, die sich über einen Adapter zur gewünschten Gesamtlänge verbinden lassen.

Zwei in Einem

Die Verbindung zwischen RRH und der Basisstation erfolgt über separate Leitungen oder über eine hybride Verkabelung, bei der die Leistungsversorgung mit einer Datenleitung zusammengefasst ist. Bei dieser Lösung werden Lichtwellenleiter oder Twisted Pairs mit Leistungsadern in einem Kabel geführt und über einen gemeinsamen Steckverbinder angeschlossen. Wenn allerdings der Weg zwischen Stromversorgung und Datenquelle recht lang ist, gestaltet sich die Trennung in Leistung und Daten im Bereich der Basisstation schwieriger. In diesen Fällen ermöglicht die separate Verkabelung mit PushPull-Steckverbindern den Einsatz standardisierter Steckgesichter und gleicher Gehäuseausschnitte für Daten und Power.

Rainer Bussmann, Harting/bt

Erschienen in Ausgabe: 5-6/2009