Robuste Technik für Seilbahnen

Leitner Ropeways setzt beim Bau seiner Seilbahnen auf Siemens-Produkte, die auch Eis und Schnee in 4.000 Metern Höhe trotzen.

27. Februar 2019
Robuste Technik für Seilbahnen
Leitner Ropeways ist einer der führenden Hersteller von Personen- und Materialseilbahnen. (Bild: Leitner Ropeways)

Wintersport, urbaner Verkehr und Materialtransport – Seilbahnen kommen in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz. Gemeinsam haben sie, dass sie für die Mitarbeiter an der Anlage einfach zu bedienen sein müssen. Neben moderner Technik ist folglich das Design entscheidend. »Deshalb arbeiten wir seit einigen Jahren mit der italienischen Designstudio Pininfarina zusammen«, erklärt Günter Tschinkel, Bereichsleiter für Elektrotechnik bei Leitner Ropeways. Mit dem namhaften Ferrari- und Maserati-Designer entwickelte Leitner moderne und formschöne Kabinen und Stationen, die wegen der teilweise knappen Umsetzungszeiten dennoch alle aus Standardbauteilen und -komponenten bestehen. Teil des Designkonzeptes sind Befehls- und Meldegeräte aus der Sirius-Serie von Siemens.

Schick und hart im Nehmen

Die Sirius Act-Geräte entsprechen der Schutzart IP69K. Zudem lassen sich die Sirius-Komponenten auch unter extrem rauen Bedingungen wie etwa in 4.000 Metern Höhe bei Eis und Schnee einsetzen. Die Geräte mit ihrem mehrfach prämierten Design sind in vier verschiedenen Varianten und in Kunststoff- oder Metallausführung erhältlich. Leitner Ropeways entschied sich für das matte Metalldesign in der flachen Ausführung, da sich dieses am besten in das Design der modernen Bedienpulte einfügte.

Anlagensteuerung und -sicherheit clever gelöst

Neben den Tastern und Leuchtmeldern aus der Sirius-Produktfamilie setzt Leitner Ropeways auch Sicherheits- und Automatisierungstechnik von Siemens ein. »Die Herausforderungen im Seilbahnbau für die Automatisierung sind, dass der größte Teil der Anlagensoftware für die Sicherheit der Anlage zuständig ist«, so Tschinkel. Dazu vertraut Leitner Ropeways auf eine sicherheitsgerichtete Steuerung Simatic S7–1500F, deren Engineering über das Engineering-Framework TIA (Totally Integrated Automation) Portal erfolgt. »Auch bei unserer Steuerungslösung haben wir auf ein modulares Konzept gesetzt. Das heißt, in den definierten Modulen werden die Steuerung, die Remote-I/Os (dezentrale Peripherie) und falls notwendig auch die Intelligenz mit der CPU (Central Processing Unit) direkt verbaut«, erläutert Tschinkel. »Mit TIA Portal ist es möglich, diese Einzelprojekte einzeln zu projektieren und dann zu einem Gesamtprojekt, der Gesamtanlage zusammenzuführen«.

Durchgängige Technik

Die Kommunikation erfolgt über den offenen Industrial-Ethernet-Standard Profinet und Switches der entsprechenden Scalance XC-200-Serie. Optische Leitungen übermitteln Datenmengen von bis zu einem Gigabit und zwar über Distanzen zwischen zwei und fünf Kilometern vom Tal auf die Bergstation. So können nicht nur die Automatisierungs-, sondern auch Visualisierungs- und Überwachungsdaten kommuniziert werden. Über den Aufbau von Ringstrukturen und die Segmentierung erreicht Leitner Ropeways zudem eine hohe Verfügbarkeit des Netzwerks. Die 24-Volt-Stromversorgung sichert Leitner mit Sitop-Stromversorgungen und als Hilfsantriebe für den leistungsstarken Achsenantrieb nutzt das Unternehmen Sinamics S120 und G120 Frequenzumrichter.