Robuste Verbindung

ANSCHLUSSTECHNIK – Fahrbare Hubarbeitsbühnen unterliegen oft extremen Klimaverhältnissen. Vollvergossene Aktor-Sensor-Boxen gewährleisten dennoch sichere elektrische Verbindungen.

20. Juni 2008

Die Wumag Elevant GmbH in Krefeld ist einer der führenden Hersteller von fahrbaren Hubarbeitsbühnen. Das Traditionsunternehmen fertigt auf Lkw-Fahrgestellen montierte Arbeitsbühnen, darunter Teleskopgeräte mit und ohne Korbarm sowie Gelenkteleskop-Systeme. Das Flaggschiff ist das Modell WT 1000 mit einer Fahrzeuglänge von 16,20 Metern und einer maximalen Arbeitshöhe von 103 Metern – die größte mobile Hubarbeitsbühne der Welt.

HARTE BEDINGUNGEN

Im Einsatz ist der Riese vom Niederrhein zum Beispiel für die Installation und Wartung von chemischen Anlagen, Sendemasten und Gebäuden, hauptsächlich jedoch für die weltweite Montage und Instandhaltung von Windenergieanlagen. Dabei müssen die Bühnen im Wüstenklima bei plus 80 Grad Celsius ebenso reibungslos funktionieren, wie in Sibirien bei minus 20 Grad, in subtropischen Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit und heftigen Regenfällen oder an der Küste, wo aggressive salzhaltige Aerosole nicht nur Elektrik und Elektronik attackieren.

Zu Problemen kam es, als die Krefelder die Schwarz-Weiß-Ventile und pulsweitenmodulierte Ventile baulich an einer Stelle konzentrieren wollten, um die Signale der einzelnen Geräte mit passiven Aktor-Sensor- Boxen zu sammeln und über ein zentrales Kabel an die Steuerungstechnik weiterzuleiten: Obwohl die eingesetzten Verteilerboxen die Schutzart IP 67 boten, drang immer wieder Feuchtigkeit ein, und es kam zu Kurzschlüssen, die das gesamte System lahmlegten.

Die Folgen waren mehr als ärgerlich, erinnert sich Projektingenieur Kai Hoenig, der bei Wumag Elevant im Bereich der Steuerungstechnik tätig ist: »Wenn die Kollegen vor Ort den Schaden nicht beheben konnten, mussten im Extremfall schon mal unsere eigenen Servicetechniker um die halbe Welt jetten, um das Problem zu lösen – ein teurer Spaß und zudem wenig kundenfreundlich.« Da der Lieferant der Verteilerboxen die Probleme letztlich nicht lösen konnte, suchte Hoenig nach einer Alternative bei anderen Herstellern. Eine Lösung fand der Projektingenieur schließlich im Programm des Sensorik-, Feldbus-, Interface- und Anschlusstechnikspezialisten Turck aus Mülheim an der Ruhr: Das Unternehmen hat nicht nur eine breite Palette von passiven Aktor- Sensor-Boxen im Angebot, sondern bietet auch Anschlussboxen in Schutzart IP 67, die komplett mit Kunststoff vergossen sind, sodass nicht einmal Spuren von Feuchtigkeit eindringen können. Diese vollvergossenen I/O-Boxen überzeugten die Entwickler bei Wumag Elevant dann auch ebenso schnell, wie die Montagefreundlichkeit mithilfe von M12-Push-Pull-Schnellsteckverbindern, die die Schutzart IP 69K gewährleisten. Bei den zuvor eingesetzten Boxen musste jede einzelne Befestigungsschraube dagegen mit einem speziellen Drehmomentschlüssel angezogen werden.

Ausschlaggebend für die Wahl der Aktor-Sensor-Boxen waren allerdings erst umfangreiche Testreihen im Vergleich mit Verteilern anderer Hersteller. Seit 2006 verbaut der Arbeitsbühnenhersteller jedoch die Anschlussboxen von Turck in seiner kompletten Produktpalette, erzählt der Steuerungs-Experte Hoenig und bestätigt: »Bis heute gab es weder Auffälligkeiten noch Ausfälle.«

Entscheidend für den Erfolg war aber auch die Kooperation zwischen beiden Unternehmen: Schließlich können die Wumag-Arbeitsbühnen wegen der oft extremen klimatischen Bedingungen, in denen sie arbeiten müssen, nur selten von der Stange weg sofort eingesetzt werden. Doch Hoenig ist auch hier zufrieden und stellt fest: »Die Ansprechpartner bei Turck hatten nie ein Problem damit, unsere Anforderungen zu erfüllen und ihre Produkte auch für einen längeren Test zur Verfügung zu stellen; selbst auf ganz individuelle Wünsche ist man stets eingegangen.« Willibald Tschlatscher, Turck

Erschienen in Ausgabe: 04/2008