Rückstand bei IoT?

In einer Umfrage des VDE erwarteten 72 Prozent der befragten Unternehmen und Hochschulen, das das Internet der Dinge in 10 Jahren realisiert sein wird. Die Führungsrolle sehen die Befragten bei den USA und Asien. Deutschland und Europa liegen weit zurück.

11. Mai 2016

Das Internet der Ding (IoT) ist in 10 Jahre Wirklichkeit, so die Meinung von 72 Prozent der befragten Personen in Mitgliedsunternehmen des VDE, veröffentlicht im "VDE-Trendreport 2016 Internet of Things/Industrie 4.0“. Allerdings erwarten acht von zehn der der Befragten, dass die USA auf diesem Gebiet vorherrschend sein werden und Deutschland zurückfällt. Nur einer von zehn Teilnehmern meint, dass die Hochschulen auf dieses Thema gut vorbereitet sind. Auch die eigenen Unternehmen befassen sich nur in drei von zehn Fällen mit IoT.

52 Prozent halten die Vereinigten Staaten für den Vorreiter, 36 Prozent für gut aufgestellt. Auf Platz 2 folgt Asien, das 29 Prozent als Vorreiter und 50 Prozent als gut aufgestellt einstufen. Insbesondere Korea und Japan erzielen hier gute Werte. Schlusslicht im Dreikampf der Industriekontinente ist Europa. Nur 6 Prozent der befragten Unternehmen sehen Europa als Vorreiter, nur 7 Prozent Deutschland. Zum Ländervergleich: Südkorea trauen 23 Prozent die Führungsrolle zu, Japan 25 Prozent und China 20 Prozent.

Dabei glaubt über die Hälfte der befragten VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen, dass das Internet der Dinge mit Industrie 4.0 eine wichtige Basis für die Stärkung des Industriestandortes Europa bilden könnte. Vier von zehn befragte Unternehmen sehen im Internet der Dinge gerade für mittelständische Unternehmen einen vielversprechenden Markt.

Die größten potenziellen Profiteure von IoT sind nach Meinung der Befragen die Branchen

• Maschinen- und Anlagenbau (51 %)

• Dienstleistungen (49 %)

• Automobilbau (45 %)

• Logistik (45 %)

Das größte Hindernis für eine erfolgreiche Entwicklung von IoT in Deutschland und Europa ist für 74 % der Befragten die fehlende IT-Sicherheit. Neun von zehn Unternehmen sehen IT-Sicherheit als erfolgskritisch für IoT und andere digitale Anwendungen wie beispielsweise Industrie 4.0 an. Fehlende Normen und Standards sowie eine unzureichende IKT-Infrastruktur bemängeln jeweils 50 %. Drei von zehn Unternehmen sehen in der Komplexität und im mangelnden Reifegrad sowie technischen Hürden Hindernisse. Der flächendeckende Ausbau der Breitband-Infrastruktur wird als wichtigste ausstehende Maßnahme für die Digitalisierung genannt.

Die Studie "VDE-Trendreport 2016 Internet of Things / Industrie 4.0“ ist im Infocenter beim VDE zu bestellen für 250 Euro (kostenlos für VDE-Mitglieder).