Sägen und hält

Maschinenelemente

Flanschlager – In einer Blocksteinsäge trotzen robuste Flanschlager von Findling dem rauen Betrieb auf der Baustelle und schaffen dem Betreiber so Sicherheit im Betrieb und Entlastung auf der Kostenseite.

10. November 2015

Der Einsatz in Baumaschinen stellt Gehäuselager vor extreme Herausforderungen, sind sie dort doch Staub und Dreck, hohen Temperaturschwankungen, der Witterung sowie Stößen und Vibrationen ausgesetzt. Entsprechend muss die Lagertechnik besonders robust ausgeführt sein – wie es etwa bei den Flanschlagern von Findling Wälzlager der Fall ist, die in Blocksteinsägen von Gölz zum Einsatz kommen.

Bereits 1946 gründete Siegfried Gölz sein Unternehmen. Der Fokus lag damals vornehmlich auf Holzeinschlag und Holzhandel, bis Gölz 1968 das erste Kanalkernbohrgerät für Hausanschlüsse auf den Markt brachte und die Entwicklung zum Hersteller von Baugeräten seinen Lauf nahm. »Mit dem Kanalkernbohrgerät KB300 sind wir bis heute Marktführer«, sagt Herbert Schulte, Leiter Entwicklung und Konstruktion. »Allerdings verfügen wir inzwischen über ein breit aufgestelltes Produktportfolio, das auch andere Anwendungen abdeckt.« Gölz produziert heute Tisch-, Wand- und Seilsägen, Maschinen für das Kernbohren, Fugenschneiden und Schlamm-Recycling und seit den 80er-Jahren Diamantwerkzeuge.

Zum Sortiment zählt auch die Blocksteinsäge BS650. Dabei handelt es sich um eine leistungsstarke Maschine zum Trennen von Großblocksteinen wie etwa porosierte Mauerziegel, Bims, Kalksandstein, Gasbeton und Beton. Sie verfügt über einen verwindungssteifen Rohrrahmen mit Kranösen und einen gefederten Schneidkopf und ist über eine Handhebelvorrichtung auch höhenverstellbar. Die BS650 ist für den Dauereinsatz auf der Baustelle konzipiert und dementsprechend robust ausgeführt.

Qualität und Kosten stimmen

Das muss auch für alle verbauten Komponenten wie die Flanschlager von Findling gelten. »Gölz arbeitet schon seit vielen Jahren mit diesem Partner zusammen«, sagt Herbert Schulte. »Wir schätzen deren kostengünstige und zugleich qualitativ hochwertige Lager und beziehen von Findling darüber hinaus auch Rillenkugel- und Flanschlager für unsere Fugenschneider.«

In der Blocksteinsäge kommen Flanschlager des Typs UCFL-206 zum Einsatz, die die Motorwippe und die Schneidwelle lagern. Die Schneidwelle wird mit einem Riementrieb vom E-Motor angetrieben. Die Drehzahl beträgt hier 1.020 Umdrehungen in der Minute. Auf der Schneidwelle befindet sich ein Flansch zur Aufnahme der Diamanttrennscheibe mit einem Durchmesser von 650 Millimetern. Diese schneidet im Betrieb den Stein und wird dabei mit Wasser gekühlt. Dabei entstehen Hitze oder Abkühlung, Staub, Schlamm, Vibrationen und Stöße. »Es ist ein sehr rauer Betrieb«, fasst Herbert Schulte zusammen. »Aber das Lager erfüllt die besonderen Herausforderungen auf ganzer Linie.«

Die Lagereinheit besteht aus einem Zweilochflanschlagergehäuse des Typs FL-206 und einem passenden Lagereinsatz UC-206, den Gölz in einer D1-Ausführung bezieht. Es handelt sich dabei um ein Flanschlager mit einer zylindrischen Bohrung, das der Anwender in regelmäßigen Zeitabständen von außen nachschmieren kann.

Diese Lösung ist laut Findling gerade für Sägemaschinen optimal geeignet, denn beim Sägevorgang entsteht sehr viel Staub, der in das Innere der Lager eindringen und somit die Lebensdauer drastisch reduzieren kann. Die Nachschmierung kann jedoch Abhilfe schaffen: »So werden Fremdpartikel ausgestoßen und die Lebensdauer durch einen neuen Schmierinhalt deutlich verlängert«, erklärt Volkan Yilmaz, Anwendungstechniker bei Findling Wälzlager. Generell seien Gehäuselager nicht nur robust, sondern auch wirtschaftlich. »Hier werden keine Passungen auf den Lagersitzen benötigt. Die Welle kann also aus Blankmaterial bestehen, sodass keine speziellen Nachbearbeitungsprozesse notwendig sind, um die Fertigungstoleranzen für die Welle einzuhalten.«

Eine einfache Montage und Demontage ermöglicht kurze Wartungs- und Instandhaltungszeiten. Bei den UC-Gehäuselagern werden die Wellen mit zwei Madenschrauben an den Lagereinsätzen befestigt, sodass bei Bedarf ein unkomplizierter Austausch der Lager gewährleistet ist.

Das Gehäuselager-Programm von Findling ist nach eigenen Aussagen sehr umfangreich. Gerade hat das Unternehmen sein spezielles Xforce-Sortiment um neue, besonders langlebige Gehäuselager für den Schwerlastbereich ergänzt.

Diese trotzen auch hohen Belastungen und rauen Umgebungsbedingung und eignen sich somit zum Beispiel für den Einsatz in Förderstraßen, Baumaschinen, dem Anlagenbau, der Landwirtschaft oder im klassischen Schwermaschinenbau.

Verstärkt für harte Einsätze

Für extreme Belastungen der Gehäuse bietet Findling die Ausführung »Extra Solid« an. Durch eine verstärkte Basis ist das Gehäuse wesentlich unempfindlicher gegen Bruch, die Belastbarkeit erhöht sich um ein Vielfaches. »Dank der massiven Befestigungsfläche wird ein Bruch der Stege durch Überbelastung vermieden«, sagt Steffen Reinbold, Leiter Technik und Entwicklung bei Findling. »Während es im Test bei speziellen Überbelastungsszenarien zum Bruch des Lagereinsatzes kam, hielt das Gehäuse selbst den enormen Belastungen unversehrt stand.« Abgesehen von der robusten Konstruktion wird eine Verbesserung der Lebensdauer vor allem durch den Einsatz von Sonderfetten mit Hochlastadditiven erzielt. Diese haben besondere verschleißmindernde Eigenschaften und gewähren einen ausgezeichneten Korrosionsschutz.

Ziel der Kombination aus robuster Konstruktion und optimaler Befettung ist die Verlängerung der Lebensdauer: Repräsentative Vergleichstests mit ausgewählten Typen aus dem Marktumfeld konnten eine 6- bis 15-fache Steigerung der Lebensdauer nachweisen. »Aber auch die Rillenkugellager der Xforce-Serie und generell alle Produkte unseres eXtreme-Sortiments überzeugen durch eine überdurchschnittliche Lebensdauer«, untermauert Reinbold die Vorteile. Dabei schneidet Findling bewährte Lagertechnik auf die jeweiligen Anforderungen zu – ein Konzept, das ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei kurzfristiger Verfügbarkeit ermöglichen soll. mk

Auf einen Blick

ABEG eXtreme

- Besonders langlebige Hochleistungswälzlager für ganz extreme Betriebsbedingungen.

- Optimierte Lagertechnik mit speziellen Kombinationen von Befettung und Dichtungen.

- Alternativen zu kostenintensiven Standard-Premiumprodukten oder Sonderlösungen.

- Bestmögliche Bezugs- und Lieferkonditionen.

- Leistungsfähig, langlebig und wirtschaftlich.

Erschienen in Ausgabe: 08/2015