Sanfte Reinigung für Schweres

Spezial

Linearantriebe – Eine elektrische Linearachse mit integrierter Schwerlastführung und Kraftübertragung über eine Kette sorgt dafür, dass schwere und sperrige Bauteile präzise in die Reinigungskammer gelangen.

31. August 2010

Auch schwere und großformatige Bauteile benötigen manchmal eine Reinigung. Wie beispielsweise ganze Motorenblöcke und Getriebegehäuse mit einer Hublänge von zwei Metern. Um sie sicher, sanft und positionsgenau in die Reinigungskammer der Flutanlage Power-Jet einschieben zu können, greift der Spezialist für die industrielle Teilereinigung, die LPW Reinigungssysteme GmbH, zur Konstruktion der Förder- und Zuführtechnik ihrer Anlage auf elektrische Linearantriebe vom Typ OSP-E BHD von Parker Origa zurück. Doch bevor die elektrische Linearachse ins Spiel kommen kann, müssen die Transportkörbe mit dem Reinigungsgut, das oft bis zu 400 kg wiegt, manuell oder vollautomatisch auf einen Schwerlastrollengang übergeben werden. Der eingesetzte Staurollenförderer gleicht eventuelle Schwankungen im Zuführfluss wie auch Wartezyklen der bereitstehenden Transportmittel aus.

Pneumatische Kolbenstangenzylinder, die zwischen den Rollen der Transportstrecke montiert sind, vereinzeln mechanisch, um nachfolgende Körbe zurückzuhalten, sobald die Sensoren die Anwesenheit eines beziehungsweise mehrerer Transportkörbe melden. So gelangt ein einzelner Transportkorb direkt vor die Reinigungskammer. Über großzügig dimensionierte Zylinder – immerhin wiegen die Massen im Extremfall bis zu 2.000 kg – wird das Reinigungsgut aus der Hauptzuführstrecke ausgehoben und somit in die eigentliche Einschubposition gebracht.

Optimale Abstimmung

Hier kommt nun die elektrische Linearachse OSP-E von Parker Origa zum Einsatz. Dabei verfügt die Type BHD, für die sich LPW entschieden hat, über eine integrierte Schwerlastführung. Damit kann die Linearachse selbst bei hochpräziser Positionierung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten hohe Belastungen und Momente aufnehmen. Darüber hinaus zeichnet sie sich durch besonders anwenderfreundliche Montage aus. Die LPW Power-Jet kann Ware mit Abmessungen von bis zu 1.020 x 650 x 560 mm (im Rahmen der Standardmodule) reinigen. Mit der elektrischen Linearachse können die Einschubgeschwindigkeit und -dynamik optimal auf das Reinigungsgut abgestimmt werden. Und da LPW mit dem verfügbaren Einbauraum für die Einschubachse besonders achtsam umgehen musste, wählte das Unternehmen einen indirekten Anbau des Motors. Die Kraftübertragung zur Linearachse erfolgt daher über eine Kette, sodass die LPW-Konstrukteure den Motor selbst verdeckt unter dem Rollentransport anbauen konnten. Nach dem Reinigungs- und Spülvorgang öffnet sich die Kammertür, die Linearachse fährt erneut in die Kammer ein, um das Reinigungsgut nach kurzem Anheben über leichtgängige Rollen wieder aus der Kammer zu ziehen. Sobald das Gut auf den Hauptrollentransport abgesenkt ist, geht es weiter zur Trocknungskammer. Die Zuführung und Entnahme des Reinigungsguts erfolgt dort exakt wie schon in der vorausgegangenen Reinigungskammer. Die Baureihe Power-Jet kann dabei im Parallelverfahren arbeiten. Das bedeutet: Die Reinigung und Trocknung kann in optional zwei oder mehr Kammern zeitgleich ablaufen.

Rochus Bindner, Parker Origa/aru

Erschienen in Ausgabe: 06/2010