Manchmal wird man zu seinem Glück gezwungen. So ging es auch Adelbert Demar und Rigobert Zehner: Potenzielle Kunden waren erst zufrieden, als die beiden Spezialisten für Zuführtechnik ihr eigenes Unternehmen gegründet hatten und ihr großes Know-how der Branche zur Verfügung stellten. Und so entstand im August 2006 die Ifsys Integrated Feeding Systems GmbH im unterfränkischen Großbardorf.

Schnell wieder zurück

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Zunächst vergaben Demar und Zehner die Konstruktion an ein externes Büro, gliederten sie aber schon zwei Jahre später wieder ins eigene Unternehmen ein. Die Konstruktionsabteilung entwickelte sich schnell. »Ich kam 2008 dazu und war bereits der 34. Mitarbeiter«, erinnert sich Gernot Merklein, zuständig für Softwareentwicklung und CAD-Administration. Aktuell beschäftigt Ifsys 220 Mitarbeiter.

Gearbeitet wurde von Beginn an mit Solidworks. Auch deshalb, weil die externe Firma das Programm bevorzugt hatte und die ersten Zeichnungen entsprechend in diesem Format vorlagen. »Da mussten wir nicht mehr lange überlegen, welches System wir wählen«, erklärt Rigobert Zehner. Als Lieferant und Betreuer entschied sich Ifsys für DPS Software. »Wir hatten den Eindruck, dass wir dort die besten Ausbildungsmöglichkeiten haben und einige Mitarbeiter waren auch schon bei Dassault vor Ort. Deren Feedback war sehr positiv, was letztlich den Ausschlag gab. Und der Eindruck hat bis heute Bestand.«

Sehr aktiv in Solidworks

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Aktuell hat Ifsys 36 Solidworks-Lizenzen im Haus. »Sie werden von 32 Konstrukteuren sowie Mitarbeitern der Arbeitsvorbereitung, Dokumentation und Fertigung genutzt«, sagt Konstruktionsleiter Alexej Fischer. Solidworks ist in der Standard-, Professionell- und Premium-Version installiert. Dazu kommen eDrawings, Draftsight Enterprise und das Paket Composer.

Das Ifsys-Portfolio umfasst aktuell Zuführsysteme und Sondermaschinen, die voll oder halb automatisierte Montagelinien unterstützen können. Die Kernkompetenz liegt in Bauteilzuführungen mit sehr hohem technischem Anspruch in Bezug auf die Mechanik, Elektrik, Pneumatik sowie die Steuerungs- und Messtechnik.

»Wir wollen gar nichts anderes einsetzen als Solidworks und DPS Software.«

— Gernot Merklein, Softwareentwickler, CAD-Administrator, Ifsys

»Unsere Hauptprodukte sind Zuführsysteme, durch die kleine Teile in großen Mengen mithilfe von Vibration transportiert werden«, erklärt Rigobert Zehner. Auf Basis dieser Technologie hat Ifsys seine Vibroliner-Technik aufgebaut. Die Anlagen sind laut Hersteller variabel für alle Taktzeiten, Bauteilgrößen und Bevorratungsvolumen. Sie erlauben maximale Teileschonung durch minimale Fallhöhe oder auch den Einbau notwendiger Messsysteme. Dazu passen Stufenförderer, die die Teile vorsortieren und die Vibroliner-Systeme dosiert beschicken. Zudem hat Ifsys auch Palettiersysteme zum Stapeln und Verladen aller üblichen Behälter- und Produkttypen im Programm.

Nach intensiven Vorgesprächen startet die Konstruktion bei Ifsys mit Solidworks direkt in 3D. Das Unternehmen arbeitet sowohl von unten nach oben, sprich vom Einzelteil zur Gesamtkonstruktion, als auch umgekehrt. Bei Kundenkonstruktionen greifen die Mitarbeiter auf vorhandene Teile und Baugruppen zurück und setzen daraus den aktuellen Auftrag zusammen.

»Steht dagegen ein interner Entwicklungsauftrag an, bei dem völlig neue Dinge entstehen, haben wir es mit einem ganz anderen Prozess zu tun«, verrät Alexej Fischer. »Da geht es quasi auf dem leeren Blatt Papier oder Bildschirm los. Wir machen zunächst Skizzen und probieren viel aus, bis eine Neuentwicklung steht.« Hat ein Kundenauftrag eine bestimmte Reife, erhält der Kunde dann ein 3D-Modell, um es in sein Gesamtmodell einzusetzen und zu prüfen.

»Gelegentlich setzen wir auch Simulationen ein«, sagt Gernot Merklein. Dafür reichten aber die Tools aus, die Solidworks von Haus aus schon mitbringt. Laut Rigobert Zehner kann sich das aber in Zukunft ändern. »In der Ausweitung der Simulation sehen wir einen Zukunftsaspekt für unser Unternehmen.«

Je nach Kundenwunsch

Nach Korrekturen wegen Kundenwünschen entstehen letztlich Zeichnungen. »Wobei wir hier Programme haben, die Zeichnungen aus Solidworks auslesen und sie kundenorientiert nacharbeiten – wie etwa Schriftköpfe ergänzen und einiges mehr«, berichtet Merklein. Das geschieht automatisch und ist letztlich eine Kombination aus Solidworks und Draftsight, die hilft, Manpower zu sparen.

Draftsight ist eine Software im Portfolio von Dassault Systèmes, welche die Verarbeitung, Erstellung und Veröffentlichung von DWG-Files unterstützt. Es gibt dieses Produkt in mehreren Ausbaustufen, je nach Kundenbedarf.

eDrawings ist ein Viewer, der es erlaubt, Modelle und 2D-Inhalte auch von verschiedenen CAD-Systemen anzuzeigen, zu drucken und prüfbar zu machen.

In der Dokumentation kommt Solidworks Composer zum Einsatz. Dieses 3D-Tool nutzt 3D-Inhalte aus dem CAD-System, um grafische Inhalte wie fotorealistische Bilder zu erstellen, und verknüpft diese mit Texten. So entstehen Montageanleitungen, Produkthandbücher, Wartungsanleitungen oder Schulungsunterlagen. »Damit wollen wir auch Videos für den Service erstellen«, verrät Merklein.

Die Erfahrungen mit Solidworks sind bei Ifsys hervorragend. »Wir wollen gar nichts anderes«, hebt Gernot Merklein hervor. Sein Kollege Alexej Fischer ergänzt: »Wir haben im letzten Jahr einige Konstrukteure eingestellt. Wie schnell die sich mit Solidworks zurechtgefunden haben, ist sehr bemerkenswert.«

Auch DPS werden gute Erfahrungen zugeschrieben. »Der Software-Anbieter ist sehr servicestark. Wir haben mittlerweile recht spezielle Fragen an die DPS-Hotline, die sehr kompetent beantwortet werden«, sagt Gernot Merklein. mkT