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Kabelbaumentwicklung – AEG Power Solutions (AEG PS) vereinfachte mit Eplan Harness proD die Kabelbaumprojektierung.

10. Dezember 2013

AEG Power Solutions stellt im Warsteiner Ortsteil Belecke Wechselrichter für Solaranlagen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) her. Beides sind weitestgehend Serienprodukte mit einem geringen Anteil kundenspezifischer Varianten. Aus diesem Grund nutzt AEG PS seit jeher die Vorteile standardisierter Kabelbäume bei der elektrischen Installation. Durch den Einsatz von Eplan Harness proD erzielt das Unternehmen jetzt mehr Effizienz vor allem bei der Entwicklung neuer Serien und der technischen Anpassungen bestehender Reihen.

Benötigte Entwickler Olaf Linke noch vor wenigen Jahren fünf bis sechs Wochen für ein Projekt, sind es mit der Eplan-Software jetzt nur noch ein bis eineinhalb Wochen. Linke erläutert: »Anpassungen lassen sich in einem Projekt ganz einfach und ohne Zeitverluste umsetzen. Ändern sich Kabelführungen oder einzelne Geräte, ziehe ich die Anschlusspunkte einfach da hin, wo ich sie brauche.« Das Programm bietet dafür eine intuitiv nutzbare »Point-and-click«-Methode im dreidimensionalen Raum.

Kabelbäume bringen Platz und Ordnung in elektrische Geräte. Bei AEG PS kommt Eplan Harness proD für die gesamte Verkabelung einer USV zum Einsatz. Aufgrund der hohen Querschnitte bei höheren Leistungen werden die Leistungskabel allerdings ungebunden vom Konfektionierer angeliefert. »Würden wir die auch noch bündeln, wären sie viel zu schwer und ließen sich auch nur schwierig einbauen«, erklärt Linke. Insofern arbeitet AEG PS zwar durchgängig, lässt aber nach der Projektierung nur die dünnen Steuerkabel von einem externen Partner zu Bäumen binden. Diese zählen dann bis zu 100 Einzeladern und verbinden in der USV vor allem die Steuerungs- und Messauswertungsplatinen miteinander.

Wie lang die Kabel sein müssen, kann der Fertiger des Kabelbaums aus Eplan Harness proD heraus direkt als Steuerdatei in Draht- und Kabelkonfektionsautomaten exportieren. Damit steigert auch er seine Produktivität und geht schonend mit Materialressourcen um, weil keine Längenzugaben notwendig sind. Die Software hilft darüber hinaus, Lieferzeiten und das benötigte Material in Form von Stücklisten automatisiert zu kalkulieren. Ebenfalls automatisch erfolgt die Generierung der dreidimensionalen Kabelbaumdaten in zweidimensionale Fertigungszeichnungen im Maßstab 1:1 für das Nagelbrett oder auch verkleinert für Serviceunterlagen.

Die Kabelbäume fassen definierte Funktionsbereiche zusammen, zum Beispiel eine Lüfterbaugruppe. Aus diesem Grund wird zu Beginn einer Planung ein Gerät in Funktionen aufgeteilt. Ausgangslage für die Arbeit mit Eplan Harness proD sind dabei das fertige Modell vom Mechaniker und der Schaltplan vom Elektriker. »Dann kann ich anfangen«, sagt Linke und spricht von einer engen Abstimmung über Abteilungen hinweg – zum Beispiel bei Aspekten der EMV. Kommt es in so einem Fall zu Anpassungen, erhält Linke automatisch die neuen Konstruktionszeichnungen und korrigiert die Kabelbäume.

In der Vergangenheit wurde ein neues Gerät zunächst mechanisch und elektrisch entwickelt, dann ging es mit der Planung in den Musterbau, der auch die Verdrahtung per Hand übernahm und sämtliche Informationen zu Kabeltypen, Längen und Anschlagteilen in Stücklisten übertrug. »Das Ganze lief über eine Excel-Tabelle, auf deren Basis dann die Kabelbäume gebaut wurden«, blickt Linke zurück.

Änderungen brachten dann automatisch Zeitverzögerungen mit sich. »Gab es zum Beispiel mechanische Anpassung bei Blechen, mussten diese erst bestellt und vor allem auch gebaut werden«, beschreibt Linke. Die Folge waren in der Regel mehrtägige Verzögerungen, bis weitergearbeitet werden konnte. Wenn heute Änderungen in der Konstruktion anstehen – AEG Power Solutions arbeitet im Mechanikbereich mit Solid Edge wird einfach das neue 3D-Modell in die Kabelbaumplanung übernommen und diese mit wenigen Klicks angepasst.

Die Kabelbaum-Software bietet umfassende Offenheit für den Im- und Export von Drittsystemen in Konstruktion, Administration und Fertigung. Ein klarer Vorteil, den auch AEG PS mit seiner Kopplung zu Solid Edge nutzt – prinzipiell lassen sich Daten diverser M-CAD-Systeme einfach übertragen. Auf diese Weise sind Projektoptimierungen sehr gut und effizient realisierbar. »Wir sind in der Entwicklung heute wesentlich schneller.« Ein weiterer Vorteil von Eplan Harness proD: Mit der Software lassen sich abseits der eigentlichen Gerätefunktionalität aufgrund des zeitsparenden und komfortablen Arbeitens auch mögliche Produktionsoptimierungen wesentlich einfacher in eine Entwicklung integrieren. Das erhöht im späteren Seriengeschäft die Fertigungsproduktivität

AEG PS liefert seine Anlagen international aus. Die Software von Eplan bringt hier den großen Vorteil mit sich, dass einheitliche Unterlagen zur Verfügung stehen, »die von den Kollegen zum Beispiel in Indien genutzt werden können«. Die Tochtergesellschaften im Ausland können mit den Daten zudem vor Ort einen eigenen Partner für die Herstellung von Kabelbäumen suchen. Auch in Warstein-Belecke wird mit einem externen Kabelkonfektionierer gearbeitet.

Kabelbäume machen Eindruck

Die so erreichte weltweit einheitliche Systemverdrahtung der Anlagen sorgt zudem für ein gutes Bild innerhalb der Anlage. »Die Installation gehört zum ersten Eindruck. Wenn ich ein Gerät aufmache und darin ist alles kreuz und quer verdrahtet, ist das schlecht für das Image«, unterstreicht Linke und hebt dabei auch die Bedeutung von Kabelbäumen bei der Transportsicherheit hervor. »Alles, was vernünftig abgebunden ist, kann im Gerät während des Transportes nicht hin und her schlagen und dabei Kontakte oder Anschlüsse herausreißen.« Kabelbäume sind bei AEG damit zu einem essenziellen Bestandteil der Robustheit und der Qualität geworden.

Erschienen in Ausgabe: 09/2013