Saubere Ketten aus dem Baukasten

Energieführungen - Reinraumanwendungen stellen besondere Anforderungen an die Abriebfestigkeit von Energieführungen. Tests des Fraunhofer-Instituts bestätigen, daß einige Produkte die anspruchsvollen Normen schon in der Standardversion erfüllen.

24. August 2005

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Abteilung Reinst- und Mikroproduktion mit Sitz in Stuttgart, bestimmt die Reinraumtauglichkeit von Produktionsanlagen und Werkstoffen. Ausgeklügelte Prüfstände und Meßprozeduren in Referenz-Reinräumen gewährleisten dabei reproduzierbare und abgesicherte Ergebnisse. Die interdisziplinäre Ausrichtung am IPA erlaubt es dabei nicht nur, bereits etablierte Materialpaarungen zu testen, sondern eröffnet zudem die Möglichkeit, gegebenenfalls auch selbst reinraumtaugliche Systeme zu entwickeln. Geprüft werden dort auch Energieführungssysteme, wie sie Igus in Köln anbietet. Dabei bestätigte ein Test, daß Energieführungsketten aus der Serie E6 bei Verfahrgeschwindigkeiten von einem und zwei Meter pro Sekunde in Reinräumen der ISO-Klasse 3 nach DIN EN ISO 14644-1 eingesetzt werden können. Ketten aus der Serie E14 eignen sich bei einem Meter pro Sekunde sogar für den Einsatz in Reinräumen der ISOKlasse 2. Dabei waren die insgesamt vier getesteten Bauformen Standardvarianten des Herstellers und bestanden nicht aus besonderen Werkstoff en. Damit eröffnen sich für die Energieketten neue Anwendungsbereiche, etwa die Produktion von Mikroelektronik oder Pharmazeutika. Zum Einsatz kommen die Energieketten beispielsweise beim US-amerikanischen Brooks-Konzern, einem weltweit tätigen Anbieter von kompletten integrierten Automatisierungslösungen für die Halbleiterindustrie, bei dessen weitverbreiteter Beladeschnittstelle Fixload für hochreine Siliziumscheiben, den sogenannten Wafern. Diese Maschine bewegt die Wafer mit Hilfe eines Greifarms aus der Box zur anschließenden Prozessierung in das Prozeßgerät und muß dabei extrem sauber arbeiten, damit beim Beladevorgang keine Partikel in das Prozeßgerät gelangen, die den Wafer kontaminieren können. Aus diesem Grund ist die Reinraumtauglichkeit der eingesetzten Energieführung hier besonders wichtig. Verwendet wird dort eine Energieführungskette des Typs Zipper in hängender Einbaulage, die mit verschiedenen Luft- und Steuerleitungen bestückt ist. Bei einem Verfahrweg von etwa 290 Millimeter erreicht die Energieführung 50 bis 60 Zyklen in der Stunde, meist im Dreischichtbetrieb, und zeigt dabei keinerlei Verschleiß.

Erschienen in Ausgabe: DIGEST/2005