Schalter für überall

SCHALTER – Schmersal stellt eine multifunktionale Schaltgerätebaureihe für die Schwerindustrie vor, die aufgrund ihrer internationalen Zulassungen weltweit eingesetzt werden kann und den speziellen Anforderungen der Branche entspricht.

19. März 2019
Schalter für überall
Auf der Bauma präsentiert Schmersal ein gemeinsames Produktportfolio für die Fördertechnik mit seinem globalen Kooperationspartner ScanMin Africa. (Bild: Schmersal)

Schwere Schaltgeräte wie Seilzugnotschalter oder Positionsschalter kommen überall dort zum Einsatz, wo raue Umgebungsbedingungen besondere Anforderungen an die Technik stellen: in Baumaschinen und Nutzfahrzeugen, im Bergbau, in der Zement- und Stahlindustrie sowie in der Schüttgut- und Agrarindustrie, kurz in der Schwerindustrie.

Hohen Anforderungen begegnen

Anwender aus diesem Bereich sind häufig internationale Konzerne und vor allem in Ländern mit großen Rohstoffvorkommen aktiv, wie etwa Australien, Brasilien, China, Indien, Kanada und den USA. »Unsere global agierenden Kunden wünschen sich Komplettlösungen aus einer Hand, die sie rund um den Globus abrufen können«, sagt Udo Sekin, Branchenmanager Schwerindustrie bei Sicherheitsspezialist Schmersal aus Wuppertal. »Deshalb bieten wir nicht nur ein breites Spektrum an branchenspezifischen Schaltgeräten an, sondern zunehmend auch ganzheitliche Systeme und Lösungen – inklusive Dienstleistungen und der erforderlichen internationalen Zulassungen und Zertifikate.«

Bei der Entwicklung der neuen Schaltgerätebaureihe HDS, die erstmals auf der Bauma 2019 vorgestellt wird, hat sich Schmersal ganz auf die speziellen Anforderungen seiner internationalen Schwerindustrie-Kunden konzentriert.

Bei dem Heavy Duty Switch (HDS) wurden verschiedene Funktionen auf einer Plattform integriert, sodass sie für viele unterschiedliche Anwendungen geeignet ist.

Basis der neuen Plattform ist das einheitliche Gehäusekonzept, das aus zwei Varianten besteht: dem Kunststoff Duroplast und Grauguss. Die Kunststoffvariante ist beständig gegenüber aggressiven Medien und daher in der Hafenlogistik oder im Lade- und Löschbetrieb einsetzbar – oder in der Agrarindustrie, die Düngemittel, Mineralien und Phosphate verarbeitet. Die robuste Graugussvariante taugt für den Einsatz im Bergbau oder in der Schüttgut- und Förderindustrie.

Auch bei den Funktionen gibt es zwei Grundvarianten: den Not-Halt, ausgeführt als Seilzugnotschalter, und die Positionsüberwachung. Der Basisschalter »Position Control« lässt sich mit unterschiedlichen Betätigungselementen flexibel kombinieren und zur Positionsüberwachung von beweglichen Maschinen- und Anlageteilen einsetzen. Zentrale Anschlussklemmen mit Cage- und Clamp-Technik sollen dabei die Montagezeiten reduzieren.

Typische Anwendungsbereiche sind zum Beispiel die Notabschaltung, die Bandschieflaufüberwachung bei der Förderung von Schüttgütern, die Endlagerüberwachung in der Stahlerzeugung oder die Überwachung des Füllstandes in Materialsilos. Die zweiseitigen Seilzugnotschalter sind für Seillängen bis zu 100 Meter pro Seite ausgelegt. In Verbindung mit einer geeigneten Sicherheitsauswertung – die Schmersal auf Wunsch ebenfalls liefert – eignet sich der Seilzugnotschalter gemäß ISO 13849–1 bis zum Performance-Level PL d.

Überall einsetzbar

Der Clou der Neuheit sind laut Hersteller die internationalen Zertifizierungen, die quasi mit dem Gerät mitgeliefert werden. Denn für den Einsatz von Schaltgeräten sind landesspezifische, regionale oder anwendungsspezifische Zulassungen erforderlich. Die neue HDS-Plattform verfügt über Zulassungen, die ihren Einsatz auf fast allen Kontinenten ermöglicht: CE (Europa), UL (USA), CCC (China), EAC (Russland). In einigen industriellen Bereichen müssen Schaltgeräte außerdem die Anforderungen des Explosionsschutzes erfüllen. Daher sind die HDS-Schalter nach den Anforderungen der europäischen Atex-Richtlinie 94/9/EG konstruiert, sie erfüllen aber auch die international gültige IECEx-Regelung sowie Inmetro, die Zulassung für Ex-Schutz in Brasilien.

Infobox

Auf einen Blick

Die Schmersal-Gruppe bietet ihren Kunden nach eigenen Angaben das weltweit größte Programm an Sicherheitsschaltgeräten und -systemen für den Personen- und Maschinenschutz.

Mit seinen Produkten setzt sich das Unternehmen für die Sicherheit am Arbeitsplatz ein.

Die Entwicklung und Herstellung innovativer Komponenten, Systeme und Lösungen zählt zu den zentralen Aufgaben des Unternehmens.

Eines der neuen Produkte ist der HDS-Schalter.

Bauma 2019: Halle C2, Stand 305

www.schmersal.com

Außerdem kann der Anwender mit der HDS-Plattform alle Grundvarianten optional an den Dupline-Installationsbus oder an AS-I-Safety-at-Work anschließen und die Schalter damit schnell und einfach in Reihe schalten und vernetzen. Der Installationsbus Dupline beziehungsweise Dupline Safe eignet sich besonders für die zuverlässige Signalübertragung über große Distanzen. Mit Dupline Safe können die Seilzugnotschalter nach Betätigung einzeln in der Sicherheitskette ermittelt werden. Das ermöglicht eine zeitsparende Fehlerbehebung, sodass Ausfall- und Stillstandszeiten der Anlagen reduziert werden.

Die HDS-Schaltgeräte sind in den Schutzarten IP66 und IP67 ausgeführt und erfüllen so die Voraussetzungen für den Einsatz auch unter extremen Umgebungsbedingungen. Alle Varianten erfüllen zudem die Anforderungen an einen Sicherheitsschalter: Sie verfügen über zwangsöffnende Öffnerkontakte gemäß IEC 60947–5–1 sowie über eine formschlüssige Verbindung zwischen Grundgerät und Betätigungselement. »Mit der modularen Schaltgeräteplattform HDS bieten wir unseren Kunden ein System, das nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten Vorteile bietet, sondern auch flexibel für die unterschiedlichsten Anwendungen weltweit einsetzbar ist«, erklärt Udo Sekin.

Systeme in Afrika

Komplettlösungen aus einer Hand zu liefern, ist für Schmersal Teil einer weit umfassenderen Strategie, um für seine Kunden einen substanziellen Mehrwert zu generieren. So präsentiert das Unternehmen auf der Bauma auch ein gemeinsames Produktportfolio für die Fördertechnik mit seinem globalen Kooperationspartner ScanMin Africa (Pty) Ltd. mit Sitz in Johannesburg. Das Unternehmen ist seit über 15 Jahren spezialisiert auf Anwendungen für die Radioisotope Massenspektralanalyse von Materialien wie Kohle, Zement, Mineralien und Erzen – und zwar unmittelbar »real time« und »online« an der Förderanlage.

»Wir bieten ganzheitliche Systeme und Lösungen für die Schwerindustrie.«

— Udo Sekin, Branchenmanager Schwerindustrie, Schmersal

Diese Technik wird in vielen verschiedenen Prozessen als Online-Elementaranalyse für Kohle, Zement und Metallerze eingesetzt. Mit der Massenspektralanalyse übers Internet können Echtzeitinformationen zur Prozesssteuerung generiert, aber auch Qualitätskontrollen im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Sie ist daher eine sinnvolle Erweiterung des Lösungsangebots von Schmersal für die Prozesssicherheit von Förderanlagen. mk

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 22 bis 23