Schaltschrank adieu

Industrieelektronik

EtherCAT – Für die Datenübertragung ist der Schaltschrank kein Muss mehr, dank der robusten und kompakten Ethercat-Box von Beckhoff.

06. Juli 2009

Mit der Erweiterung der Beckhoff-Feldbus-Box-Familie durch die Ethercat-Box kommt die Ethercat-Technologie nun auch ohne Schaltschrank zum Einsatz. Die Module der IP-67-Serie haben durchgängig ein direktes Ethercat-Interface, das heißt die hohe Leistung bleibt bis in jedes Modul erhalten. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in der IP-67-Welt: schnelle Prozessdatenkommunikation mit XFC, hochgenaue Messtechnik und integrierte Antriebstechnik-Funktionen direkt im Feld. Mit Abmessungen von nur 126 x 30 x 26,5 Millimetern (Höhe x Breite x Tiefe) sind die Baugruppen außerordentlich klein und eignen sich somit besonders für Anwendungsfälle mit beengten Platzverhältnissen.

Robust und zugleich Schnell

Die Ethercat-Box verbindet die klassischen Vorzüge der extrem robusten Feldbus-Box-Module, die sie für Applikationen in rauer Industrieumgebung tauglich machen, mit dem schnellen Kommunikationssystem Ethercat. Nachdem Beckhoff mit der Entwicklung der Ethercat-Klemmen in Schutzart IP20 die Basis gelegt hatte, war die Übertragung dieser Funktionalität in die wasser- und staubdichten IP-67-Module nur konsequent. Der Ethercat-Anschluss erfolgt über schraubbare, geschirmte M8-Stecker. Die Kommunikation über Standard-Ethernet-Kabel erlaubt die Vernetzung der Ethercat-Box-Module für Entfernungen bis 100 Meter. Fertige, umspritzte M8-Leitungen werden bis 50 Meter Leitungslänge angeboten. Die Beckhoff-Ethercat-Box macht damit die hohe Leistung von Ethercat direkt im Feld nutzbar und bietet auch die Basis zur Ausnutzung der Beckhoff-XFC-Technologie (Extreme Fast Control Technology). XFC ermöglicht durch kurze I/O-Response-Zeiten eine Erhöhung des Maschinen- und Anlagendurchsatzes, da Signalwartezeiten drastisch reduziert werden. Die Ethercat-Box-Module decken das typische Anforderungsspektrum der IP-67-I/O-Signale ab: digitale Eingänge mit unterschiedlichen Filtern (3,0 Millisekunden oder 10 Mikrosekunden), digitale Ausgänge mit 0,5 und 2 Ampere Ausgangsstrom, analoge Ein- und Ausgänge mit 16-Bit-Auflösung, Thermoelement- und RTD-Eingänge sowie Schrittmotormodule. Für XFC sind zum Beispiel Module mit Time-Stamp-Eingängen verfügbar. Der Anschluss der Sensorik und Aktorik erfolgt je nach Einsatzfall über schraubbare Steckverbinder in M8 oder M12. Die Durchgängigkeit von Ethercat – vom PC durch die Klemmenwelt bis hinunter in jede Box – bietet eine einzigartige Transparenz der Steuerungsarchitektur. Das bedeutet, dass Anwender ihre Maschine zukünftig vollkommen frei planen können.

Freie Planung möglich

Im Schaltschrank wird die Maschine klassisch mit IP-20-Ethercat-Klemmen verkabelt. In der Maschine oder Anlage selbst werden direkt IP-67-Ethercat-Box-Module verbaut. Zusätzliche Klemmenkästen können entfallen, wertvoller Einbauraum wird gewonnen, die Installation wird erleichtert und schließlich werden dadurch auch Kosten eingespart. Die Highlights der Box: extrem kompakte und robuste IP-67-Module, 100-MBit/s-Ethernet direkt in jeder IP-67-Box, schnelle Systemkommunikation durch Ethercat (kein Subsystem), flexible Topologie, durchgängige Ethercat-Kommunikation für alle Automatisierungskomponenten, XFC jetzt auch in Schutzart IP 67.

Dirk Bechtel, Beckhoff Automation/csc, aru

Erschienen in Ausgabe: 04/2009