Kleiner Kasten mit großem Potenzial – so bezeichnet Hersteller Cannon Automata seinen K1 Controller. Er ist ausgestattet mit umfangreichen Kommunikationsschnittstellen, einer leistungsstarken CPU und einem Mini-PCIexpress-Slot. Damit lasse sich der Controller jederzeit in Industrie-4.0-Anwendungen integrieren – was ihm fehlte, war eine funktionale und zugleich ansprechende Verpackung.

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»Wir haben CTX vor drei Jahren auf der Electronica in München entdeckt«, berichtet Christoph Melzer, General Operative Manager bei Cannon-Automata. Das Unternehmen aus Ried bei Augsburg ist ein weltweit agierender Hersteller von Automatisierungsgeräten, der im Auftrag seiner zahlreichen Kunden Steuerungen, Industrie-PC, Bedienpanels und andere Komponenten für die industrielle Umgebung entwickelt und produziert. Es gehört zur Cannon-Gruppe, einer international tätigen Maschinenbau-Holding.

Spezialanfertigung gefragt

Gefragt war für den K1 kein Standard-Katalogprodukt, sondern eine Spezialanfertigung. »Wir haben unsere eigenen Vorstellungen für Größe und Design eines Gehäuses«, führt Melzer aus. »Das war also schon die Grundvoraussetzung: Kann der neue Lieferant es leisten, kundenspezifisch in kleiner Losgröße zu liefern?«

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Nach einer ersten Kontaktaufnahme und Gesprächen auf der Messe folgte ein Pilotprojekt. »Das war so vielversprechend, dass es die künftige Zusammenarbeit mit CTX besiegelte«, bekräftigt Christoph Melzer. CTX Thermal Solutions GmbH mit Sitz in Nettetal ist Spezialist für projekt- und anwendungsspezifische Kühllösungen.

»CTX punktet in Flexibilität, Qualität und Preis-Leistung.«

— Christoph Melzer, Cannon-Automata

Der Controller von Cannon-Automata wird zur Steuerung von Maschinen eingesetzt und ist vor allem für Anwendungen geeignet, die hohe Ansprüche an Rechenleistung, Grafikperformance und Kommunikationsfähigkeit stellen. Neben einer Stand-alone-Variante für die Schaltschrankmontage ist er auch als Systemeinheit für Web-Panels im Industrie-4.0-Kontext verfügbar.

Als Gehäuse entschied sich Cannon-Automata in Abstimmung mit CTX für ein Modell aus lackiertem Stahlblech, hergestellt in Stanzbiegetechnik. Optional wären auch Eloxieren, Sandstrahlen, Chromatieren oder Pulverbeschichten möglich gewesen. Je nach Bedarf kommen robuste Gehäuse aus Aluminiumprofilen oder Druckguss zum Einsatz. Die Frontplatte wird im Siebdruckverfahren hochwertig mit den benötigten Informationen versehen.

Verlustleistung effektiv abführen

Elektronikgehäuse müssen heute in aller Regel nicht nur die Leistungselektronik gegen Staub und Berührung schützen, sondern auch die in Form von Wärme auftretende Verlustleistung abführen. CTX kann für die Erstellung applikationsspezifischer Elektronikgehäuse nach eigenen Angaben auf jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Automobil-, Haushalts- und Unterhaltungselektronik sowie in den Branchen regenerative Energien, Haustechnik, Computer und industrielle Netzteile zurückgreifen.

Im Vorfeld der Prototypenherstellung wird unter anderem geklärt, wie groß der Platzbedarf der Elektronik ist und wo konkret das Gehäuse verbaut wird. Erforderlich ist oft auch eine gute Abschirmung vor elektrischen oder magnetischen Feldern – oder der Schutz der Umgebung vor den Abstrahlungen des Geräts. Entsprechend der industriellen Umgebung, in der die Geräte eingesetzt werden, ist dies auch für Cannon-Automata wichtig. Vor allem war für das Unternehmen entscheidend zu wissen, ob auch in kleinen Losen Anpassungen möglich sind. »Wir bieten in der Regel kundenspezifische Varianten unserer Katalogprodukte an«, erklärt Melzer. »Bei denen ändern sich die Anschlüsse oder es werden andere Stecker oder neue Durchbrüche benötigt.«

Eine Zunahme des individualisierten Geschäftes sei deutlich spürbar. »Gemeinsam mit CTX schaffen wir es, kostengünstig und schnell solche Produkte anzubieten. Deren applikationsspezifische Elektronikgehäuse können wir stets an die individuellen Anforderungen anpassen, sei es als Sondereinzelanfertigung, in kleiner Stückzahl oder in Serie. Nur ein geeignetes Gehäuse garantiert den langfristigen und zuverlässigen Einsatz der anspruchsvollen Elektronik.« Darüber hinaus sei laut Melzer für jedes Gerät auch die Optik entscheidend: »Normalerweise verschwindet das Gerät meist in einem Schaltschrank«, bemerkt er, »aber es gibt auch kosmetische Anforderungen. Sauber verarbeitete und schön bedruckte Geräte sind wichtig für den ersten Eindruck beim Kunden.«

Intensive Kühlung ermöglichen

Die Kühlung der durch Verlustleistung auftretenden Wärme erfolgt im Fall des K1 über den Gehäusedeckel. »Wir haben ein weiteres Produkt mit CTX-Gehäusen ausgestattet«, führt Melzer aus, »und zwar unseren A2, einen programmierbaren Automatisierungs-Controller. Hier ist eine etwas intensivere Kühlung notwendig, sie erfolgt passiv über einen Aluminiumkühlkörper mit Kühlrippen.« Die äußeren Rippen leiten die Verlustleistung zuverlässig ab und tragen damit zur fehlerfreien Funktion des Box-PCs bei. Das Know-how von CTX als Spezialist für Elektronikkühlung fließt auch in die Entwicklung der Elektronikgehäuse ein. Ob Metallgehäuse mit glatter oder gerippter Oberfläche und die natürliche Konvektion eine ausreichende Kühlung bringen oder ob zusätzlich ein Lüfter erforderlich ist, klären die Experten im Vorfeld.

Neben Aluminiumdruckgussgehäusen, den extrudierten Aluminiumprofilgehäusen und Elektronikgehäusen in Stanzbiegetechnik bietet CTX auch technische Aluminiumteile und maßgeschneiderte Frontplatten. Das breite Angebot und die Flexibilität in der Herstellung weiß Cannon-Automata zu schätzen und involviert das Nettetaler Unternehmen deswegen immer häufiger in die Entwicklung. »Die Stärken von CTX kommen durch, sobald es um Flexibilität, Qualität und ums Preis-Leistungs-Verhältnis geht«, fasst Christoph Melzer zusammen. Von Thomas Windeck, Vertrieb, CTX Thermal Solutions, Nettetal. mkT