Schlüsseltechnologie mit starkem Wachstum

Spezial Sensor- und Messtechnik

Sensor + Test – Die Sensor- und Messtechnik boomt, das Wachstum ist überdurchschnittlich, die Stimmung bei den Unternehmen bestens. Vorhang auf also für die Sensor + Test, die einiges erwarten lässt…

12. Juni 2018

Die Branchen Sensorik und Messtechnik sind weiterhin stark im Kommen. Das zeigt sich im Rahmen der Sensor + Test, dem Gradmesser unter den Fachmessen mit dieser Thematik weltweit. »2017 war ein hervorragendes Jahr für die Sensor- und Messtechnik«, freut sich darum Dr. Thomas Simmons, Geschäftsführer AMA Verband für Sensorik und Messtechnik. »Das zeigt sich in sämtlichen Kennzahlen unserer traditionellen Mitgliederbefragung. Das Wachstum betrug dabei überraschende neun Prozent statt der prognostizierten fünf Prozent aus der Umfrage vom letzten Jahr. Das ist ein sehr hoher Wert, der sich aber mit der übrigen Industrie deckt. Der Sensor ist eben ein zentrales Element für die Digitalisierung und eine Schlüsseltechnologie für den Industriestandort Deutschland.«

Für das laufende Jahr prognostiziert die Branche ein weiteres Umsatzwachstum von acht Prozent. »Diese optimistische Aussicht halten wir für sehr realistisch, denn insgesamt ist über die letzten Jahre ein stabiler Aufwärtstrend zu erkennen«, schätzt Simmons die Lage ein.

Die insgesamt gute wirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich besonders klar in der hohen Investitionsfreude der Branche wider. Die AMA-Mitglieder investierten vergangenes Jahr 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Simmons: »Damit haben die befragten Unternehmen ihre Prognose von fünf Prozent mit 18 Prozent sehr deutlich übertroffen. Für 2018 rechnet die Branche mit einem weiteren Investitionsanstieg um 13 Prozent. »Auch das ist ein ambitioniertes Ziel«, mutmaßt der Geschäftsführer.

Aufgrund des positiven Ausblicks geben 80 Prozent der teilnehmenden Firmen an, weitere Ingenieure einzustellen. Wo Wachstum ist, muss aber auch die Zahl der Mitarbeiter steigen. »Der geplante Zuwachs von fünf Prozent ist verhalten, aber optimistisch«, sagt Simmons. »Ein großes Problem in der Sensorik und der gesamten Gesellschaft ist aber, die erforderlichen Fachkräfte zu rekrutieren.« Insgesamt steige der Personalstand in der Sensorik und Messtechnik aber rasant an, während er in der restlichen Industrie eher stagniert.

Der Export hingegen ging um sieben Prozentpunkte zurück. »Es scheint, als erwirtschafteten die AMA-Mitglieder einen guten Teil der steigenden Umsätze im derzeit boomenden deutschen Markt.«

Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche investierte bereits stark in Forschung und Entwicklung, würde eine bundesweite steuerliche Forschungsförderung aber sehr begrüßen. »Zwei Drittel der Befragten würden die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung gerne von der Steuer absetzen können«, berichtet Thomas Simmons. »Und 40 Prozent die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bei steuerlicher Förderung erhöhen.«

Passend zu der aktuellen Entwicklung und der wachsenden Bedeutung hat der AMA-Verband unlängst die Studie »Sensor Technologien 2022« veröffentlicht, die die Chancen neuartiger Technologiefelder für Sensorentwicklungen aufzeigt.

Neuer Termin Ende Juni

Bei der Messe selbst hat es Veränderungen gegeben. Holger Bödeker, Geschäftsführer AMA-Service, Veranstalter der Sensor + Test: »Aufgrund des desaströsen letzten Messetags wegen der Kollision mit dem Rockfestival mussten wir uns langfristig vom Standtermin vor Pfingsten verabschieden. Das ist wegen der Überschneidung mit den Sommerferien in einigen Bundesländern nicht unbedingt ideal, aber die Anmeldesituation mit aktuell 580 Unternehmen ist erfreulich und der Rücklauf überwiegend positiv. Der Anteil der internationalen Aussteller mit 40 Prozent und Besucher mit 30 Prozent ist spürbar gewachsen.«

Die Sensor + Test wird auch in diesem Jahr von zwei laut Veranstalter hochkarätigen Fachkongressen begleitet: Die 19. ITG/GMA-Fachtagung »Sensoren und Messsysteme« ist die bedeutendste Tagung zu den Themen Sensorik und Messtechnik im deutschsprachigen Raum. Zum dritten Mal veranstaltet die European Society of Telemetry die European Test and Telemetry Conference, ettc2018, in Nürnberg. Die Konferenz mit begleitender Ausstellung in Halle 2 ist die europäische Plattform für Telemetrie, Testinstrumentierung und Telecontrol.

Daneben präsentieren die Aussteller auf den kostenfreien Fachforen in den Hallen 1 und 5 ihre aktuellen Entwicklungen, Produkte und Anwendungsmöglichkeiten. Die 55 Vorträge wurden vorab von einem Expertengremium geprüft, um die Qualität der Präsentationen und den Nutzen für die Besucher noch weiter zu erhöhen. Attraktiv und beliebt sind auch die praktischen Vorführungen und Mitfahrten in instrumentierten Testfahrzeugen auf der Aktionsfläche im Messepark.

Beim diesjährigen Sonderthema »Sensorik und Messtechnik im Industrial Internet« hat der Veranstalter einen vorherrschenden Trend voll erfasst. »Damit sind wir auf der Höhe der Zeit, denn Sensoren, Mess- und Prüfsysteme spielen für die Digitalisierung und Vernetzung von Fahrzeugen, Maschinen, Anlagen, von ganzen Fabriken und am Ende der gesamten Industrie eine Schlüsselrolle. Es geht darum, Zustandsinformationen zu ermitteln und die Strecke vom Sensor in die digitale Welt intelligent und kommunikativ abzubilden.« Der Sonderstand dazu ist bereits vollständig belegt.

Im Themenpark »Digitale Transformation« haben Start-up-Unternehmen, die nicht älter als zehn Jahre sind, die Chance, sich für einen geförderten Stand zu bewerben. Bei Zulassung winkt eine Übernahme von bis zu 60 Prozent der anfallenden Kosten für Standmiete und Standbau.

NCTE stellt Sensorsysteme auf Basis der Magnetostriktion in den Mittelpunkt. Sie messen mechanische Kräfte wie Drehmoment, Scherung oder Biegung vollkommen berührungsfrei und serientauglich. »Die Sensor + Test als internationale Technologieplattform für den Innovationsdialog zwischen Anbietern und Anwendern von Sensorik und Messtechnik ist für uns von großer Bedeutung«, sagt Verena Graf, Vorstand der NCTE AG. »Interessenten können mit uns über geschäftliche Ziele diskutieren und entdecken, wie sie mit unserem Know-how vernetzte und intelligente Prozesse für das Industrial Internet und weitere Zukunftstechnologien umsetzen.«

Im Produktbereich präsentiert NCTE seine Sensorsysteme erstmals serienmäßig mit Atex-Zulassung der Zone 2, T2. Die offizielle Zulassung nach den Atex-Richtlinien der Europäischen Union bestätigt die Sicherheit in explosionsgefährdeten Bereichen. Maßgeschneiderte Drehmomentsensoren entwickelt die NCTE zudem für weitere Atex-Zonen und Temperaturklassen.

Neue Messmethoden

IMC aus Berlin vereinfacht die Temperaturmessung in Hochvoltumgebungen: Das neue, faseroptische CAN-Messmodul Cansas-FBG-T8 misst an acht optischen Eingängen mittels speziell entwickelter Faser-Bragg-Gitter-Sensoren (FBG) Temperaturen auf beliebigen Potenzialen und gibt sie via CAN wieder aus.

Gerade Anwender, die Messungen im Hochspannungsumfeld oder im Bereich E-Mobility durchführen, können von dieser Technologie profitieren. Dank des optischen Messprinzips bleibt das Signal frei von elektrostatischen und elektromagnetischen Einflüssen. Und auch das Thema Personensicherheit entschärft sich deutlich, denn die glasfaserbasierten Sensoren weisen keinerlei elektrische Leitfähigkeit auf. Damit sind weder aufwendige und teure Hochvoltisolationen der Kabel noch eine gesonderte Ausbildung des Bedienpersonals notwendig.

IMC-Geschäftsführer Kai Gilbert sieht im einfachen Handling weitere Vorteile: »Das FBG-Messmodul arbeitet direkt mit den mitgelieferten Sensoren zusammen – einfach anstecken, Kenndaten eintragen und fertig. Über die CAN-Schnittstelle können die Daten entweder direkt zu einem Datenlogger, einem Applikationssystem oder an eine Automatisierung weitergegeben werden.«

Präzise Kombinationen

Im Fokus des Messeauftritts von ASC aus Pfaffenhofen stehen inertiale Messeinheiten (IMU). Die ASC IMU 7.X.Y zum Beispiel verfügt über sechs Freiheitsgrade, drei Beschleunigungssensoren und drei Drehratensensoren. Die ASC-IMUs werden unter anderem für Fahrkomfortmessungen an Traktoren, LKWs und PKWs verwendet. Sie kommen aber auch während eines Flugtests an verschiedenen Stellen in der Kabine zum Einsatz und messen dort die Trägheitsgrößen mit einer bestimmten zeitlichen Auflösung.

Vielseitig einsetzbar sind die IMUs HG4930 und HG1120 von Honeywell. Die robusten Bauteile bieten in der Beschleunigung einen Messbereich von bis ± 20 g und eine Drehrate von bis zu 500 Grad pro Sekunde.

Im Bereich der kapazitiven Beschleunigungssensoren zeigt ASC den OS-115LN. Der Sensor ist durch seine robuste Bauweise und das hermetisch abgedichtete Gehäuse in Schutzklasse IP68 für den Einsatz unter besonders rauen Bedingungen geeignet. Die OS-Serie wird bei Schwingungsmessungen am Drehgestell von Zügen sowohl im Regelbetrieb als auch bei Test- und Zertifizierungsfahrten eingesetzt.

Relativ neu im Produktportfolio von ASC sind Neigungssensoren wie die TS-Serie. Sie verfügen über eine Auflösung von 0,0005 Grad und einen Temperaturkoeffizienten vom Offset mit 0,02 pro Grad Celsius. Darüber hinaus lassen sie sich in einem Temperaturbereich von -40 bis 120 Grad Celsius einsetzen. Der Sensor TS 92V5 überwacht zum Beispiel die Bestandteile eines Krans mittels Schwingungsmessung auf Fehler.

Einer der Schwerpunkte von Rutronik ist intelligente Sensorik, gepaart mit Funklösungen für die Themenkomplexe Health, Home, Retail und Tracking. »Mit unserem branchenweit einmaligen Sensor- und Wireless-Portfolio haben wir den Anspruch, der Sensor-Distributor Nummer eins zu sein«, sagt Markus Balke, Senior Marketing Manager Analog & Sensors bei Rutronik. »Diesen Anspruch unterstreicht die Präsenz von Herstellern aus dem Sensor- und Wireless-Bereich wie Bosch, Omron, Sensirion oder TDK-Micronas mit eigenen Exponaten an unserem Stand.«

Unter Rutronik Smart sind Sensoren, Funktechnik-Kryptografie-ICs sowie Security-Bausteine und Cloud-Services zusammengefasst, die aufgrund ihrer kleinen Baugröße, ihres niedrigen Energieverbrauchs sowie ihrer hohen Integration für IoT-Anwendungen optimiert sind.

Auf einen Blick

Sensor + Test

 Ort: Messezentrum Nürnberg.

 Termin: 26. bis 28. Juni 2018.

 Öffnungszeiten: Di + Mi 9 – 18 Uhr, Do 9 – 17 Uhr.

 Veranstalter: AMA Service GmbH, Wunstorf.

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