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Anlagentechnik

Schnell umgesetzt

Fluidtechnikspezialist Voswinkel und Kabelschlepp haben gemeinsam in sehr kurzer Zeit ein System entwickelt, das Schneidöl und Späne zentral und automatisiert abtransportiert und Schneidöl gereinigt wieder zuführt – Steuerung inklusive.

02. Oktober 2018
Der Bandfilter reinigt das verunreinigte Schneidöl, das den Drehautomaten anschließend über ein integriertes Pumpensystem wieder zugeführt wird. (Bidl: © Kabelschlepp)

Bei vielen Prozessen fallen große Mengen von Spänen und Schneidöl an. Das ist ein großes Problem für die Hersteller wie Voswinkel aus Meinerzhagen, der mit derzeit 33 Drehautomaten Komponenten für Hydraulikarmaturen, Kupplungen und Rohrsysteme fertigt. Um dem Abfall Herr zu werden, startete das Unternehmen zusammen mit der Kabelschlepp GmbH in Hünsborn ein Modernisierungsprojekt im großen Maßstab – aber in einem kleinen Zeitfenster:

In nur drei Wochen wurde die bestehende Anlage für das Handling von Spänen und Schneidöl komplett modernisiert, automatisiert und alle Gewerke über eine neue zentrale Steuerung vernetzt. »Wir brauchten zwei Tage, um die Bestandsanlage zu demontieren; anschließend starteten wir mit dem Aufbau der Neuanlage«, erinnert sich Projektleiter Markus Otto von Kabelschlepp. »Nach knapp drei Wochen war Voswinkel wieder produktionsfähig.«

Um eine möglichst reibungslose Umsetzung der Arbeiten zu gewährleisten, wurde das Projekt von langer Hand geplant – und zwar in enger Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und -nehmer. Dabei galt es im ersten Schritt, zu definieren, inwieweit die Bestandsanlage ausgetauscht werden musste. »Wir wollten nicht einfach alles komplett erneuern, sondern das alte System behutsam an die neuen Bedürfnisse anpassen. Der Aufwand sollte möglichst gering bleiben«, erläutert Thomas Stein, Industrial Engineer bei der Voswinkel GmbH. »Im Gegensatz zu Mitbewerbern hatte Kabelschlepp dieses Briefing verstanden und bereits in der Ausschreibungsphase gute und pragmatische Vorschläge gemacht.« Diese Tatsache gab dann auch den Ausschlag, das Projekt an Kabelschlepp zu vergeben. »Mit deren Förderern hatten wir bereits gute Erfahrungen gemacht und waren zuversichtlich, dass der Partner uns auch im Anlagenbau gut unterstützen kann«, sagt Thomas Stein. »Wichtig war uns dabei, dass wir alles aus einer Hand erhielten – auch die Koordination mit weiteren Zulieferern sollte komplett über Kabelschlepp erfolgen.« Neben mehreren neuen Förderern entschied Voswinkel sich, auch in eine neue Bandfilteranlage zu investieren.

Während der Großteil an Spänen über verkettete Förderer in einen zentralen Container gefördert wird, sammelt sich in einem Kratzerförderer zunächst das verschmutzte Schneidöl. »Dieses Modul ist ein zentrales Bindeglied im Gesamtkonzept; es läuft getaktet, um eine Sedimentation zu gewährleisten und möglichst wenig Schneidöl beim Fördern zu verschleppen. Zudem wird das Schneidöl hier vorfiltriert und über eine integrierte Hebestation zur zentralen Bandfilteranlage gepumpt, wo wir einen Reinheitsgrad von 25 Mikrometern und eine Durchsatzleistung von rund 250 Litern pro Minute erreichen«, erläutert Markus Otto.

Auf einen blick

Leistungen von Kabelschlepp

Koordinierung und Leitung des Gesamtprojekts mit allen Leistungserbringern.

Konzeption und Auslegung aller eingesetzten Förderer, Filter, Pumpen, Sensoren und Rohrleitungen.

Konzipierung der elektrischen Steuerung und Einbindung aller Komponenten ins Gesamtsystem.

Lieferung, Montage und Inbetriebnahme sowie schlüsselfertige Übergabe.

www.kabelschlepp.de

Angepasste Förderung

Sämtliche Späne werden im Entsorgungskonzept zusätzlich über eine Zentrifuge geführt, wo sie weitestgehend von anhaftendem Öl befreit werden. Die zentrifugierten Späne gelangen dann in die entsprechenden Späne-Container. Die geringe Restfeuchte hat unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten deutliche Vorteile bei der Weiterverwertung.

Die Versorgung der Maschinen erfolgt von einem Vorratstank aus über eine Ringleitung, die druckabhängig die angeforderte Schneidölmenge an jeder Maschine zur Verfügung stellt. Bei Absinken des voreingestellten Druckniveaus wird die Fördermenge angepasst. Der gesamte Prozess wird zentral über die neu gelieferte Steuerung geregelt und läuft vollautomatisch ab.

»Wir sind mit derübergebenen Anlage sehr zufrieden.«

— Thomas Stein, Industrial Engineer, Voswinkel

Verringerter Aufwand

Die geschilderten Punkte sind nur beispielhaft für die voll automatisierten, zentral gesteuerten Prozesse, die für Voswinkel in der Summe den wesentlichen Vorteil der neuen Anlage darstellen. »Der zeitliche Aufwand für den Betrieb und die Wartung der Anlage hat sich wesentlich verringert, seitdem wir alle Bestandteile über das zentrale Terminal überwachen und steuern können«, schildert Thomas Stein. »Ein konkretes Beispiel wäre, dass wir keine Deckel mehr aufmachen müssen, um Füllstände zu kontrollieren. Allein diese Tatsache hat unseren Alltag wesentlich erleichtert.«

Die Erwartungen an die neue Anlage haben sich voll erfüllt. Thomas Stein ist noch heute beeindruckt, wie reibungslos das komplexe Projekt abgelaufen ist: »Der Zeitplan wurde sehr gut eingehalten, obwohl sich laufend Planänderungen ergaben oder Ad-hoc-Lösungen für kleinere, nicht vorhersehbare Probleme zu finden waren. Kabelschlepp hat hier stets flexibel reagiert und uns pünktlich eine schlüsselfertige Anlage übergeben, mit der wir nach wie vor sehr zufrieden sind.« mk

Erschienen in Ausgabe: Nr. 07 /2018